Sonntag, 21. Januar 2018

Zuckerwatte am Baum

Einen halbwegs sonnigen Tag mit überwiegend blauem Himmel hatten wir erwartet, doch es kam dann anders: Dichter Nebel lag über der Landschaft. Das machte uns aber überhaupt nichts aus, denn wir lieben Nebel, weil er alles so schön weich zeichnet, dass man sich wie von einer Wattewolke umhüllt fühlt.
Aber nicht nur wegen des Nebels war es ein schöner Tag, sondern auch weil im Staatsforst Maseler Wald, durch den wir mit den Hunden wanderten, Zuckerwatte an den Bäumen zu wachsen schien. Dabei handelt es sich um ein seltenes Naturphänomen, das nur an kalten und schneelosen Tagen zu beobachten ist. Was auf den ersten Blick wie Zuckerwatte aussieht, wird als Haareis bezeichnet. Dieses bildet sich nur auf abgestorbenen Ästen von Laubehölzen, die von einem bestimmten Pilz befallen sind: der Rosagetönten Gallertkruste (Exidiopsis effuso).

Nanu, wie kommt denn die Zuckerwatte an den Zweig?
Im Baumpflegeportal gibt es für alle, die wissen wollen, wie das Haareis entsteht, einen ausführlichen Text über dieses faszinierende Naturphänomen.

Samstag, 20. Januar 2018

Bitte mehr von diesem Blau!

Juhu, blauer Himmel! Die Freude währte zwar nur kurz, weil sich von Westen her schon wieder eine grauer Vorhang vor das Himmelsblau schob, aber immerhin besser als nichts.
In diesem Winter ist eine Farbe bislang etwas zu kurz gekommen: Blau. Immerhin riss die düstere, graue Wolkendecke heute Nachmittag etwas auf, und ein bisschen Blau blitzte hervor. Bitte mehr davon! Das wünschen wir uns wohl alle. Die Wettervorhersage lässt hoffen, dass unser Wunsch morgen in Erfüllung geht. Drei Stunden lang soll sich die Sonne zeigen, und das sind doch gute Aussichten. Wenn es das Wetter auch nur annähernd so gut wird wie am vergangenen Sonntag, wollen wir uns doch gar nicht beschweren, wenn an den sogenannten Werktagen bis auf weiteres Grau die vorherrschende Farbe bleibt.

Donnerstag, 18. Januar 2018

Von Friederike verschont

Glück gehabt! Wir sind heute von Friederike verschont geblieben. Nur 30 km weiter südlich tobte das Sturmtief viel heftiger. Bei uns waren die Orkanböen nur halb so schlimm. Lediglich das Digitalradio, das uns über die Folgen des Unwetters in anderen Teilen der Republik informierte, stotterte ziemlich stark. Der im Sturm schwankende Sendemast sorgte für die Aussetzer.
Nach so einem ungemütlichen Tag freut man sich doch umso mehr über das wärmende Feuer im Kaminofen.

Statt eines weiteren Sturmfotos – davon wurde heute ja schon mehr als genug gepostet – gib es hier an
dieser Stelle lieber  einen warmen Blick auf die lodernen Flammen in unserem Kaminofen in der Küche.


Dienstag, 16. Januar 2018

Schlechte Tischmanieren

Man muss schon etwas genauer hingucken, um den rätselhaften Hügel im Rasen 
zu erkennen, der sich unter dem Vogelhaus gebildet hat.
Nanu, was wölbt sich denn da für ein Hügel unter dem Vogelhaus im Apfelbaum? Vielleicht ein Maulwurfshügel? Nein, der Hügel ist das Resultat schlechter Tischmanieren. Die Vögel kleckern beim Fressen schlimmer als jedes Kleinkind. Kein Wunder, dass wir alle paar Wochen einen neuen 25-kg-Sack Sonnenblumenkerne bestellen müssen.
Die heruntergefallenen Sonnenblumenkerne haben sich zu oben erwähntem Hügel aufgetürmt, und darüber ist inzwischen Gras gewachsen.
Die schlechten Tischmanieren haben aber auch einen schönen Nebeneffekt: Im Sommer werden wieder, wie schon im vergangenen Jahr, etliche Sonnenblumen unter dem Vogelhaus sprießen.

Sonntag, 14. Januar 2018

Sonn(en)tag

Marion wird angebettelt: Rück' endlich die Hundekuchen 'raus!
Na, war das ein herrlicher Sonn(en)tag! So viel Sonne wie heute waren wir ja gar nicht mehr gewohnt. Bei einer Außentemperatur knapp unter dem Gefrierpunkt war es gefühlt viel wärmer, und als wir auf unserer 13-Kilometer-Wanderung mit den Hunden zwischen Schweimke und Röhrsen am Waldrand eine Sitzbank mit direkter Südausrichtung entdeckten, ließen wir uns dort für eine kleine Picknickpause mit alkoholfreiem Fruchtpunsch und Müsli-Keksen nieder und blinzelten in die Sonne. Stundenlang hätten wir dort sitzen können, ohne zu frieren, aber den Hunden wurde es, nachdem sie ihre Hundekuchen vertilgt hatten, zu langweilig und sie quengelten solange, bis wir uns von unserem sonnigen Plätzchen erhoben.

Sonne satt und blauer Himmel – so wünschen wir uns den Winter!

Samstag, 13. Januar 2018

Dieser Platz ist bereits besetzt

Der einst so praktische, gepolsterte Pausenplatz ist besetzt. Auf der "Sitzfläche" wächst nun eine kleine Kiefer.
Vor Jahren hatte ich die Kiefer am Wegesrand schon einmal fotografiert. Damals faszinierte mich der üppig mit weichem Moos gepolsterte "Sessel", der sich genau in Sitzhöhe befindet und zum Waldweg hin ausgerichtet ist – fast so, als würde der Baum müde Wanderer einladen, sich eine kleine Pause zu gönnen, auf dem Moospolster Platz zu nehmen und sich mit dem Rücken an den Stamm zu lehnen. Da das Moos nach einem kräftigen Regenguss nass war wie ein Schwamm, habe ich der Versuchung, diesen Pausenplatz zu testen, widerstanden. Heute würde ich mich dort nicht mehr niederlassen, denn mittlerweile wächst eine Baby-Kiefer auf der "Sitzfläche". Die will ich natürlich nicht platt machen, auch wenn ihr an diesem Standort kein langes Leben beschieden sein dürfte. Aber vielleicht schafft es die kleine Kiefer doch, mit ihren Wurzeln so viel Halt zu finden, um hier viele Jahren überdauern zu können. Da wir an dem ungewöhnlichen Kiefern-Paar ohnehin regelmäßig vorbeikommen, wenn wir mit den Hunden unterwegs sind, werde ich die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen.

Freitag, 12. Januar 2018

Mal den Mund halten ...

Wenn wir draußen unterwegs sind, dann am liebsten nur zu zweit und natürlich mit den Hunden. Zum einen gehen wir schneller, als die meisten anderen – wir wollen schließlich wandern und nicht schlendern, zum anderen nervt es, in Begleitung von Leuten zu wandern, die nicht abschalten können und meinen, pausenlos quatschen zu müssen. Wenn es dabei wenigstens um Naturthemen, zum Beispiel um Beobachtungen am Wegesrand gehen würde. Aber nein, es wird von Freunden, Verwandten und Alltagsbegebenheiten erzählt, die auf einer Wandertour doch nur unnötiger Ballast sind. Diese Geschichten bleiben besser zu Hause, damit die Wandertour auch den gewünschten Erholungseffekt hat.

Wer beim Wandern zu viel quatscht, dem entgehen leicht so schöne Details am Wegesrand wie die Taubnessel, die  aus einer Birke herauswächst, deren Stamm nach Abbruch eines Astes einen klaffenden Spalt hat (fotografiert vor wenigen Tagen am Weg von Wierstorf nach Lüder).
Wir haben festgestellt: Je länger wir wandern, desto ruhiger und entspannter werden wir. Nach acht bis zehn Kilometern stellt sich allmählich ein bestimmtes Glücksgefühl ein, und man wünscht sich, dass die Wanderung nie enden möge. Schwirren zunächst noch viele im Kopf herum, reduziert sich das Denken zugunsten einer intensiver werdenden Wahrnehmung der Natur. Um den Zustand des Nicht-Denkens zu erreichen, den buddhistische Mönche durch jahrelange Meditation anstreben, und damit die höchste Form der Freiheit zu erlangen, muss man allerdings sehr weit wandern, möglichst einen ganzen Tag lang durch eine Landschaft, die weitgehend unverbaut und von Verkehrs- und anderem Zivilisationslärm unbehelligt ist. Solche Voraussetzungen lassen sich hierzulande leider nur selten finden.