Mittwoch, 31. Juli 2013

Erster Einsatz für den neuen Regenmesser

Zehn Millimeter hoch war heute Abend die Wassersäule
im neuen Regenmesser. Das ist für den Anfang nicht
schlecht, aber durchaus noch steigerungsfähig.

Antizyklisches Kaufverhalten bedeutet zum Beispiel, im Winter einen neuen Badeanzug oder im Hochsommer eine Daunenjacke oder, wie in unserem Fall, bei der größten Trockenheit einen Regenmesser zu kaufen. Zugegeben, wir verbanden mit dem in der vergangenen Woche getätigten Kauf auch ein wenig die Hoffnung auf ein baldiges Ende der fast vierwöchigen Trockenzeit. Und tatsächlich: Heute bekam der Regenmesser endlich mal richtig 'was zu messen. Als wir abends vom Einkaufen nach Hause kamen, fanden wir in dem Plastikzylinder eine Wassersäule in Höhe von genau einem Zentimeter vor. Das bedeutet umgerechnet auf den Quadratmeter zehn Liter – eine ganze Gießkanne voll. Das ist natürlich noch nicht genug, aber für den Anfang schon einmal ganz ordentlich und vor allem besser als nichts.
Hoffentlich regnet es im August ein paar Mal öfter als im Juli. Der Regenmesser soll schließlich nicht einstauben.
Unser alter Regenmesser hatte uns übrigens mehrere Jahre lang gute Dienste geleistet- Doch zu Beginn des letzten Winters vergaßen wir dummerweise, ihn rechtzeitig vor dem ersten knackigen Frost zu leeren. Das Wasser erstarrte zu Eis und sprengte den Plastikzylinder.

Dienstag, 30. Juli 2013

Heidekartoffeln

Diese Kartoffeln, die ich heute beim Hundespaziergang entdeckte, haben es offenbar unter der Erde nicht mehr ausgehalten und sind ans Tageslicht gekrochen. Bis zur Ernte werden sie allerdings grün und damit ungenießbar werden.
In wenigen Wochen beginnt die Kartoffelernte. Reif sind die Knollen, wenn das Kraut der Pflanze abgestorben sind. Zwar haben einige Bauern frühe Sorten schon geerntet, aber die Haupterntezeit liegt im August.
Der Kartoffelanbau in der Lüneburger Heide hat übrigens eine lange Tradition. Unsere Region ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts eines der größten Kartoffelanbaugebiete Deutschlands – und die „Heidekartoffel“ ein Exportschlager. Die EU-Kommission hat die "Lüneburger Heidekartoffel" 2010 in die Liste geschützter geografischer Nahrungsmittel aufgenommen. Die Heidekartoffel muss laut EU-Anforderung vorwiegend festkochend oder festkochend und mindestens drei Zentimeter lang sein. Zudem muss sie aus den Landkreisen Celle, Gifhorn, Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Soltau-Fallingbostel und Uelzen oder der Gemeinde Visselhövede aus dem Landkreis Rotenburg (Wümme) stammen.
Ein Großteil der Heidekartoffeln kommt aber nicht als Speisekartoffeln auf den Markt, sondern geht als Rohstoff in die industrielle Weiterverarbeitung. Die bekanntesten Produkte dürften die Kartoffelchips aus Hankensbüttel und die Kartoffelflocken aus Wittingen sein. Darüber hinaus werden Heidekartoffeln aber auch zu Stärke verarbeitet.

Montag, 29. Juli 2013

Pflegeleicht

Wie finden man auch für vertrockenete Pflanzen noch einen Käufer? Ganz
einfach: Man preist sie als etwas ganz Besonderes, als Rarität an.
Als ich heute meinen Einkaufswagen durch die Gänge einer nahe gelegenen Filiale des  ältesten und größten deutschen Lebensmittel-Discounters schob, fiel mein Blick auf ein handgemaltes Schild, das "Pflanzenraritäten" für 12,99 Euro anpries. Mein Interesse war geweckt, das Schild zog mich geradezu magisch an. Bei näherer Betrachtung des Raritäten-Sortiments entdeckte ich neben
einem Japanischen Palmfarn und einer Kanarischen Dattelpalme eine wirkliche Rarität, ein kleines Bäumchen, das es so wahrscheinlich in keiner Gärtnerei und in keinem Blumenfachgeschäft zu kaufen gibt: Ein vollständig dehydriertes Exemplar der Gattung Olea mit kunstvoll arrangierten, getrockneten Blättern auf Erde im Tontopf. Nicht schön, aber selten, dachte ich, und pflegeleicht obendrein. Dieses kleine Olivenbäumchen muss nie wieder gegossen werden. Es kommt garantiert ohne einen Tropfen Wasser aus.
Ich war ganz fasziniert. Sollte ich mir nicht dieses Sinnbild für die Endlichkeit des Lebens gönnen?
Der Schnäppchenpreis führte mich ernsthaft in Versuchung. Doch da ich befürchten musste, dass ich beim Anblick dieser Pflanze jedesmal sofort Durst bekomme, habe ich mich letztendlich gegen den Kauf der dekorativen Trockenpflanze entschieden.
Aber Spaß beiseite: Ist es nicht traurig, wie bei den Discountern mit Pflanzen, die ja auch Lebewesen sind, umgegangen wird?! Wenn ich in so einer Supermarktfiliale arbeiten würde, könnte ich die Pflanzen doch nicht einfach so im Laden vertrocknen lassen. Nein, ich würde sie täglich gießen, bis sie hoffentlich irgendwann verkauft sind (oder ich würde sie aus Mitleid wahrscheinlich alle selber kaufen). Aber wahrscheinlich ist es dem Personal untersagt, die Pflanzen zu bewässern. Die Mitarbeiter könnten allerdings doch wenigstens die verdursteten Pflanzen aussortieren. Sie für 12,99 Euro als "Raritäten" anzupreisen, das finde ich schon ziemlich skurril.

Sonntag, 28. Juli 2013

Tomaten und Basilikum

Das Basilikum für den Sommer-Snack ist schon erntereif.
Calluna-Autorin Marion Korth hat es im Frühbeet aus
Samen selbst gezogen.
Ciabatta-Brötchen oder Steinofen-Baguette mit Tomaten, Mozzarella, einer Prise Meersalz und frischen Basilikum-Blättern. Gibt es einen noch leckeren und leichteren Sommer-Snack? Wohl kaum! Am besten schmeckt dieser Snack, wenn die Tomaten und das Basilikum aus dem eigenen Garten kommen, findet Calluna-Autorin Marion Korth. Ihr Basilikum, das sie vor fünf bis sechs Wochen in Töpfe im Frühbeet ausgesät hat, ist inzwischen erntereif. Jetzt müssen nur noch die Tomaten rot werden. Aus den winzigen Pflänzchen, die zum Frühlingsbeginn im Zimmergewächshaus auf der Fensterbank aus der Anzuchterde guckten, sind inzwischen mehr als zwei Meter hohe, kräftige Tomatenpflanzen geworden, die voller Früchte hängen. In ein bis zwei Wochen, hofft die Hobbygärtnerin, kann die Ernte beginnen.
Es lohnt sich übrigens, die Pflanzen aus Samen selbst zu ziehen. Marion Korth hat die Erfahrung gemacht, dass sie viel kräftiger und robuster sind als solche, die als Jungpflanzen im Gartencenter gekauft worden sind– wahrscheinlich weil sie mehr Zeit hatten, sich an ihren Freiland-Standort anzupassen. Auch das Basilikum ist viel vitaler als die Topfware aus dem Supermarkt, die
meist schon ein bis zwei Wochen nach dem Kauf zu kümmern beginnt.

Die ebenfalls aus Samen selbst gezogenen Tomaten müssen noch eimnige Tage lang Sonne
tanken, damit sie schön rot werden und geerntet werden können.

Samstag, 27. Juli 2013

Mit Kanonen gegen die Hitze

Wenn die Sonne untergeht, beginnt die Nachtschicht der Wasserkanonen.

Tz, tz, tz, tz, tz, tz, tz, tz, tz, tz.....
Wenn wir abends kurz vor Sonnenuntergang mit dem Hund spazieren gehen, begleitet uns seit Wochen dieses enervierende Geräusch, das sogar das ziemlich laute Zirpen der Grillen übertönt. Es kommt aus fast jedem Garten und von fast jedem Feld. Es ist das Geräusch der Impulsregner. Diese Wasserkanonen laufen zurzeit die ganze Nacht, und in der Landwirtschaft auch tagsüber. Nur so kann verhindert werden, dass die Pflanzen vertrocknen und Grün zu Gelb wird.
Immer wieder staune ich darüber, wieviel Wasser sich einige Meter unter dem staubtrockenen Boden doch noch befindet. Wenn man bedenkt, dass selbst eine kleine Gartenpumpe schon 3500 Liter Wasser pro Stunde fördert und diese Menge auf einen ganzen Tag hochrechnet, kommt man auf eine Wassermenge von 84.000 Litern. Landwirtschaftliche Beregnungsmaschinen haben eine Förderleistung von 120.000 Litern in der Stunde. Das macht am Tag 2,88 Millionen Liter. In Anbetracht solcher Mengen ist es kein Wunder, dass die Landwirtschaft der größte Wasserverbraucher der Welt ist. Etwa 70 Prozent des Süßwassers weltweit werden laut Wikipedia für die Landwirtschaft verwendet. In den trocken Gebieten Asiens und Afrikas beansprucht sie mitunter bis zu 90 Prozent des Frischwassers. In Europa sind es dagegen "nur" 35 Prozent.
Morgen Abend dürfen die Wasserkanonen hoffentlich eine kleine Pause machen, denn es ist ein heftiges Gewitter angesagt, das für einen Temperatursturz von rund zehn Grad sorgen soll.

Freitag, 26. Juli 2013

Endlich Regen

Der Regen verschaffte uns heute Abend eine kleine Verschnaufpause. Wir
mussten ausnahmsweise einmal nicht im Akkord Gießkannen befüllen und
kreuz und quer durch den Garten schleppen.
Als wir heute Abend auf dem Rückweg aus Uelzen waren, wo wir einige Besorgungen zu erledigen hatten, kam er endlich über uns, der lang ersehnte Regen. Wir freuten uns so, dass wir die Fenster herunterkurbelten und die Hände in den Regen hielten, um die Wassertropfen auf unser Haus zu spüren.
Der Regen verschaffte uns eine kleine Verschnaufpause, denn heute Abend mussten wir ausnahmsweise nicht im Akkord schwere Gießkannen schleppen und mit dem Wasserschlauch von Busch zu Busch und von Baum zu Baum gehen. Den Rasensprenger haben wir unter den Obstbäumen aber dennoch laufen lassen. So ergiebig wie erhofft war der Regen leider nicht, aber wir wollen uns nicht beschweren. Wir sind dankbar für jeden Tropfen.
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich im Frühjahr fast depressiv geworden wäre, als es nicht aufhören wollte zu regnen. Ja, das Wetter hat es schwer. Wir werden immer irgendetwas an ihm auszusetzen haben. Das liegt aber vor allem daran, dass sich das Wetter immer extremer verhält (schon eine Folge des Klimawandels?). Entweder es regnet sintflutartig oder wochenlang gar nicht. Wenn das Wetter etwas gemäßigter wäre, würde ich mich gar nicht beklagen...
Zum Glück hat der Regen die Luft etwas abgekühlt und die Temperatur auf angenehme 23 Grad gesenkt. Ich mag kaum glauben, dass es morgen bei uns 33 Grad und am Sonntag sogar 34 Grad heiß werden soll. Aber WetterOnline hat es so prophezeit. Und die Vorhersagen stimmen meistens. Naja, warten wir es ab.

Donnerstag, 25. Juli 2013

Körbe und Kugeln und Kinder, Küche und Kirche

Statt eines Ausflusgtipps zum Wochenende gibt es diesmal gleich drei:

Im Museumsdorf Hösseringen wird am
Wochenende gezeigt, was sich so alles
aus Weidenruten flechten lässt.
Weidenkugeln flechten im Museumsdorf
Schöne Weidenkugeln für den Garten oder zur Deko in Haus und auf der Terrasse werden am Sonnabend, 27. Juli, von 11 Uhr bis 15 Uhr im Museumsdorf Hösseringen, dem Landwirtschaftsmuseum der Lüneburger Heide, gestaltet. Die Korbflechterin Diana Stegmann zeigt, wie aus ungeschälten Weidenzweigen ein Gerüst erstellt wird, dass dann individuell in Krusseltechnik geflochten werden kann. Eine solche Kugel ist ein echter Augenschmaus und kann auch im Advent mit Lichterketten geschmückt werden. Die Kugeln eignen sich auch zum Bepflanzen. Das Gestalten von Weidenkugeln ist für Jugendliche und Erwachsene geeignet, es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Die Kosten inkl. Eintritt und Material betragen 45 Euro, es wird um Anmeldung bei Diana Stegmann unter dianastegmann@gmx.net oder im Museumsdorf unter Telefon 05826 / 1774 gebeten.

Rankstäbe mit Weiden gestalten
Am Sonntag, 28. Juli, zeigt zeigt die Korbflechterin Diana Stegmann in einem Kursus von 11 bis 15 Uhr im Museumsdorf Hösseringen, wie mit mehrjährigen Weiden- oder Haselnussruten und unterschiedlich farbigen Weidenzweigen zwei unterschiedliche Rankstäbe als Skulptur für den Garten oder den Pflanztopf gestaltet werden können.
Die Kosten inkl. Eintritt und Material betragen 45 Euro, es wird um Anmeldung bei Diana Stegmann unter dianastegmann@gmx.net oder im Museumsdorf unter Telefon 05826 / 1774 gebeten.

Das Celler Schloss.
Schlossführung (nicht nur) für Frauen
Überwiegend um Kinder, Küche und Kirche drehte sich das Leben der Frauen in der Renaissance- und Barockzeit, und das ist auch der Titel der unterhaltsamen Schlossführung (nicht nur) für Frauen. Im Rahmen dieser Führung werden am Sonntag, 28. Juli, von 14:30 Uhr die drei "K's" und weitere Aspekte des weiblichen Lebens in jeder Zeit beleuchtet und interessante Geschichten erzählt. Die Teilnahme an der rund einstündigen Führung im Celler Schloss kostet 9 Euro. Um Anmeldung unter Telefon 05141/12 373 (Fr bis So 10–16 Uhr) wird gebeten. Treffpunkt: Information im Celler Schloss. Ein Angebot der Celle Tourismus und Marketing GmbH zusammen mit den Schlossführerinnen der Gästeführer-Gilde Celle.

Mittwoch, 24. Juli 2013

Drei-Minuten-Regen

Eine der wenigen Pflanzen, denen die Trockenheit
offenbar nicht schadet, ist unser Olivenbäumchen,
das jetzt sogar zu blühen begonnen hat.
"Ich hoffe, Sie genießen die angenehmen Sommertage", schrieb mir gestern eine lieber Kollege aus der Nähe von Frankfurt am Main. "Nein", antwortete ich, "wenn man auf dem Land lebt, empfindet man solche Sommertage nicht unbedingt als angenehm, zumal es seit dreieinhalb Wochen nicht mehr geregnet hat,."
Obwohl wir jeden Abend fleißig bewässern, werden wir am Ende dieses Sommer wahrscheinlich einige ernsthafte Trockenschäden zu verzeichnen haben. Sogar die Apfelbäume und Hortensienbüsche bekommen schon gelbe Blätter – als hätte der Herbst bereits begonnen.
Um Punkt 21:19 Uhr kam dann endlich der ersehnte Regen. Ich war gerade noch bei den Pferden. Vor Freude jauchzend lief ich den Hang hinunter zum Haus. Aber kaum hatte ich mich ins Trockene geflüchtet, war der Regen schon wieder vorbei. Ich guckte auf die Uhr: Nur drei Minuten Minuten hatte er gedauert. Das kann doch wohl nicht gewesen sein? Leider dich. Der Blick auf den Niederschlagsradar bei WetterOnline nahm mir jedenfalls jede Hoffnung auf eine ergiebige Bewässerung der öden Steppe, die einst eine saftig grüne Pferdeweide war. Auf der Karte war ein dickes Regenband zu sehen, dass sich von Südwesten nach Nordosten bewegte. Allerdings hatte das Regenband eine Art Wespentaille, und zwar genau über der südlichen Lüneburger Heide. So ein Pech. Zwar werden wohl heute Nacht noch ein paar weitere Regenwolken über uns hinwegziehen, aber selbst wenn es noch ein paar Minuten regnen sollte, wird die Niederschlagsmenge insgesamt so gering sein, dass wir weiterhin mit dem Gartenschlauch abends von Busch zu Busch und von Baum zu Baum ziehen müssen, um das Schlimmste zu verhindern.

Dienstag, 23. Juli 2013

Grillen für die Agrarwende

Grillen für die Agrarwende.                                       Illustration: Campac
Gestern habe ich darüber geschrieben, dass ich in diesem Jahr noch nicht ein einziges Mal gegrillt habe und dass ich auf die ganze Grillerei sowieso gut verzichten kann, und heute rufe ich alle zum gemeinsamen Grillen auf. Wie bescheuert ist denn das? Nein, gegrillt wird am letzten Aufust-Wochenende nicht (nur) zum Spaß, sondern als politisches Statement. Die Aktivisten von Campact (Demokratie in Aktion) hatten die schöne Idee zum "Grillen gegen die Agrarwende". Bundesweit sollen möglichst viele Grill-Partys für eine ökologischere, bäuerliche Landwirtschaft organisiert werden. Auf den Grill kommt natürlich nur Vegetarisches oder bei denjenigen, die nicht auf Fleisch verzichten wollen, Bio-Bratwürste und Bio-Steaks.
Allen, die eine Protest-Grillparty anmelden (ich habe das schon getan), schickt Campact ein Paket mit Transparent, Farbe und Pinsel zu. Während der Grillparty wird dann gemeinsam ein Transparent gestaltet und davon ein Foto gemacht. Die Transparente werden dann am Sonnabend, 31. August, auf der geplanten Großkundgebung in Wietze bei Celle präsentiert. Dort soll Europas größter Schlachthof umzingelt werden. Bald sollen dort täglich 430.000 Hühner aus neuen Megaställen geschlachtet werden.
Die Bundestagswahl bietet uns die Chance, den nötigen Druck für eine Agrarwende auf eine neue Bundesregierung zu entfalten. Die Zeit für einen Politikwechsel ist so günstig wie nie und die Bewegung für Bauernhöfe statt Agrarfabriken ist gewachsen. Wenn sich Tausende landauf landab an Aktionen gegen Megaställe und Massentierhaltung beteiligen, dann wird eine neue Regierung auf den Protest reagieren.
Wer ebenfalls die Agrarindustrie mit ihrer Massentierhaltung satt hat und mehr über die Campact-Aktion wissen möchte, sollte diesem Link folgen. Und vielleicht sehen wir uns ja auf der Demo in Wietze (Infos unter www.wir-haben-es-satt.de)

Montag, 22. Juli 2013

Sommerküche

In Olivenöl gebraten schmecken die Möhrenwürfel sehr aromatisch und sogar
etwas süß.
Das letzte Mal haben wir gegrillt, als wir im Sommer 2012 Gäste aus der Schweiz zu Besuch hatten. Seitdem verstaubt der Grill im Schuppen. Ohne Mann im Haus fehlt uns einfach die Motivation, unser Essen über offenem Holzkohlenfeuer zuzubereiten. Und es ist uns einfach zu aufwändig, den Grill anzuheizen. Außerdem beißt der Rauch in Nase und Augen, und wenn ich nicht aufpasse, wird das Gemüse ruckzuck schwarz (als Vegetarierinnen grillen wir selbstverständlich kein Fleisch). Dennoch nehmen wir jetzt im Sommer fast jeden Tag unsere Outdoor-Küche in Betrieb. Sie besteht aus einer großen Pfanne mit hohem Rand und einer Elektrokochplatte aus den 1950er oder 1960er Jahren. Dazu brauche ich noch einen Kochlöffel und einen Topflappen. Mit diesen Gerätschaften lassen sich allerlei leckere Gemüsegerichte zubereiten.
In zehn Minuten servierfertig ist die Möhren-Kidneybohnen-
pfanne à la Inka.
Heute zum Beispiel habe ich wieder einmal unsere beliebte Möhren-Kidneybohnenpfanne gemacht. Dazu habe ich ein Kilo Möhren geputzt und in kleine Würfel geschnitten. In Ölivenöl angebraten, werden sie nach fünf Minuten zuckersüß und sehr aromatisch. Wenn die Möhren gar sind, gebe ich abgetropfte Kidneybohnen aus der Dose, gehackte Tomaten aus der Dose (auch Pizzatomaten genannt) sowie eine Prise Salz, eine Prise Zucker, Oregano, Thymian, Basilikum, höllisch scharfe Chilliflocken und reichlich frische, fein gehackte Petersilie (zur Not tut es auch gefriergetrocknete Petersilie) dazu. Und schon kann das Essen serviert werden. Dazu gibt es im Ofen knusprig gebackenes Fladenbrot. 

Sonntag, 21. Juli 2013

Vollmond

Der Mond heute Abend kurz nachdem es dunkel wurde.
Offiziell haben wir erst morgen Vollmond, aber schon heute zeigt sich der Erdtrabant kreisrund am Himmel. Sein helles Licht tröstet mich ein wenig darüber hinweg, dass die Tage jetzt, einen Tag nach der Sommersonnenwende, schon wieder merklich kürzer werden. Das Mondlicht ist so hell, dass der Hund und wir, wenn wir spät Abends noch eine Runde durch das Dorf drehen, Schatten auf den Gehweg werfen.

Samstag, 20. Juli 2013

Drei Wochen ohne Regen

Ohne Feldberegnung geht es zurzeit nicht. Hier wird gerade der an unsere Pferdeweiden angrenzende Rübenacker beregnet.
Am 29. Juni hat es bei uns zum letzten Mal richtig geregnet – das ist auf den Tag genau drei Wochen her. Die Folgen des Wassermangels sind inzwischen deutlich sichtbar: Alles, was nicht künstlich bewässert wird, droht zu vertrocknen. Unsere Pferdeweiden sind inzwischen die reinsten Steppen, sodass wir die Pferde jetzt schon mit Heu füttern müssen.
Jenseits der Ise, in der Wittinger Gegend, sind die meisten Wiesen noch schön grün. Dort ist der Boden schwerer und hält mehr das Wasser. Aber der typische Heideboden, wie wir ihn haben, taugt als Wasserspeicher überhaupt nichts.
Hätten wir nicht so magere Sandböden, würde hier auch kein Heidekraut wachsen, und unsere Region wäre um eine wesentliche Attraktion ärmer. Aber wir hätten auch nicht so unter der Trockenheit zu leiden.
Vor nächstem Freitag ist laut Wettervorhersage kein nennenswerter Niederschlag zu erwarten. Wir sind schon ganz traurig, können es gar nicht mit ansehen, wie alles vertrocknet..
Zum Glück hat sich der Bauer, dem der an unsere Weiden angrenzende Rübenacker gehört, heute Abend dazu entschlossen, die Rüben über Nach zu beregnen. Und zum Glück hat er die Wasserkanone ganz am Rand seines Ackers platziert, sodass Teile unserer Weiden etwa eine halbe Stunden lang in den Genuss eines kräftigen Regenschauers kamen. Das war zwar nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein, aber besser als nichts. Inzwischen hat die automatische Beregnungsanlage die Wasserkanone so weit vom Ackerrand weg bewegt, dass wir kein Wasser mehr abbekommen.
Wenn die Sommermonate weiterhin so regenarm bleiben, müssen wir wohl doch noch über einen zweiten Brunnen nachdenken. Unsere uralte Löwe-Pumpe aus Lüneburg (Modell Wasserknecht), die  bis in die 1970er Jahre hinein für die Hauswasserversorgung aus dem eigenen Brunnen zuständig war, würde es nicht schaffen, das Wasser den Hang hinauf zu den Weiden zu pumpen.

Nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Unsere Pferdeweide, die nach drei Wochen Trockenheit aussieht wie eine Steppe,
bekam heute Abend immerhin ein bisschen Wasser von der benachbarten Feldberegnung ab.


Freitag, 19. Juli 2013

Für Ballspiele ist es offenbar nie zu heiß

Wenn es draußen so heiß ist wie heute, sollte man schwere körperliche Arbeit und übermäßige sportliche Betätigung im Freien lieber vermeiden, sonst kann es passieren, dass der Kreislauf kollabiert. Dem Vierer (der so heißt, weil er der vierte im Wurf war und eigentlich ein Namen bekommen sollte, der mit F beginnt), ist es aber völlig egal, ob wir draußen 30 Grad minus oder 30 Grad plus haben. Er will immer seinem Tennisball hinterher jagen. Das bedeutet, dass ich den Ball etwa einmal pro Minute möglichst weit weg über den Hof werfen muss. Das ist auf Dauer ziemlich anstrengend, zumal der Hund in jedem Fall mehr Ausdauer hat als der Mensch.

Der freundlichen Aufforderung zum Spielen konnte ich heute trotz der Hitze nicht widerstehen.

Auch als ich heute Nachmittag eine kleine Kaffeepause machte, stand der Vierer natürlich sofort wieder mit seinem Ball vor mir und forderte mich zum Spielen auf. "Meinst Du nicht, dass es dazu etwas zu heiß ist?", fragte ich ihn. Das war natürlich eine dumme Frage, denn die Antwort kannte ich ja schon: ein klares Nein. Ich versuchte einige Minuten, die Aufforderung zum Spielen zu ignorieren, aber dann kam es so, wie es immer kommt: Ich nahm den Ball und schleuderte ihn einmal quer über den Hof. Der Vierer sauste los – und stand sofort wieder mit dem Ball in der Schnauze vor mir. Also noch einmal das Ganze, und dann noch einmal und noch einmal und...
Ich war völlig außer Atem, während der Hund kein bisschen hechelte.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Drei im Sauseschritt

Das Trio Liederjan hat sich für sein neues Pro-
gramm bei Wilhelm Busch bedient. Was dabei
herausgekommen ist, gibt es am Sonntagabend
beim "Lersesommer" des Schulmuseums Stein-
horst zu erleben.
Mein Veranstaltungstipp zum Wochenende: Während anderswo das kulturelle Angebot im Sommer auf Sparflamme läuft, lockt das Schulmuseum Steinhorst mit einer Reihe interessanter Veranstaltungen. Im "Lesesommer" ist am Sonntag, 21. Juli, das Trio Liederjan zu Gast, das seit mehr als 30 Jahren mit seiner speziellen Mischung aus Volksmusik, Satire und Kabarett sein Publikum begeistert. Diesmal bedient sich das Trio bei Wilhelm Busch. "Eins, zwei: Drei im Sauseschritt" ist der Titel des aktuellen Programm und der dazu erschienenen CD mit dem "Rickeracke-Rap" und anderen kreativen Busch-Vertonungen. Von 20 Uhr an wird mit ungewöhnlichen Instrumenten musziert und gesungen von der Freude, an und der Last mit der Liebe, über gute Schlückchen, schräge Pfaffen und die wundersamen Seiten der menschlichen Existenz.
Kaum zu glauben, aber wahr: Wie stets im Lesesommer wird – Sponsoren und ein großes Sparschwein für Spenden am Eingang machen es möglich – kein Eintritt verlangt. Da der Andrang erfahrungsge,äß sehr groß ist, empfiehlt sich eine Platzreservierung. Diese nimmt die Südheide Gifhorn GmbH unter der Telefonnummer 05832/7066 oder per E-Mail unter hkb@suedheide-gifhorn.de entgegen.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Mauerbäumchen statt Mauerblümchen

Bonsai-Bäumchen auf dem Zaunpfosten an unserer Gartenpforte.
Wir haben zwar kein Mauerblümchen, dafür aber ein Mauerbäumchen. Es wächst auf dem gemauerten Zaunpfosten am Gartentor vor der Haustür. Seit dem Winter – damals war es zeitweise unter einer dicken Schneehaube verschwunden – hat es gut zugelegt. Trotzdem ist es noch nicht einmal fünf Zentimeter hoch. Viele Leute würden so ein Bonsai-Bäumchen gar nicht beachten oder es ausreißen, weil ein Baum auf einem Zaunpfosten eigentlich nichts zu suchen hat, aber mir gefällt die Vorstellung, dass wir in einigen Jahren vielleicht einen richtig schönen kleinen Weihnachtsbaum auf dem Zaunpfosten haben werden (wenn die Wurzeln bis dahin nicht schon das Mauerwerk gesprengt haben). Wenn ich dann eine Lichterkette in den Baum hängen würde, könnte ich mich jeden Tag beim Blick aus dem Bürofenster an dem Weihnachtsbaum erfreuen.
Aber erst einmal muss es noch kräftig wachsen. Ich frage mich nur, woher das Bäumchen das Wasser bezieht, das es zum Überleben braucht. Die Wurzeln werden ja wohl kaum schon durchs Mauerwerk bis in die Erde darunter reichen. Außerdem wüsste ich gerne, ob es sich um eine Fichte oder eine Kiefer handelt. Den langen Nadeln nach zu urteilen, könnte es eine Kiefer sein. Die Kiefer gilt ja auch als Pionierbaumart, die sich als erstes auf Freiflächen (z. B. Kahlschlägen) ansiedelt.
Wenn sich das Bäumchen weiterhin tapfer an seinem unwirtlichen Standort behauptet, werde ich es regelmäßig fotografieren und so das Wachstum dokumentieren.

Dienstag, 16. Juli 2013

Fressen und gefressen werden

In der Natur geht es ziemlich grausam zu. Das (Über-)Leben funktioniert nach dem Prinzip Fressen und gefressen werden. Der Philosoph Arthur Schopenhauer hat es noch drastischer formuliert. Er beschrieb die Welt als einen "Tummelplatz gequälter und geängstigter Wesen, welche nur dadurch bestehen, dass eines das andere verzehrt, wo daher jedes reißende Tier das lebendige Grab tausend anderer und seine Selbsterhaltung eine Kette von Martertoden ist".
Auch der Mensch beruft sich gerne – vor allem um seinen Fleischkonsum zu rechtfertigen – auf das Prinzip Fressen und gefressen werden. Dabei vergisst der Mensch, dass das Tier tötet, um zu überleben. Er hingegen tötet für seinen Genuss.

Fette Beute: Die kleine, grüne Spinne schleppt eine große, dicke Fliege davon.
Der Spinne, die ich heute auf einem Blatt unserer großen Kastanie beobachtet habe, wie sie eine getötete Fliege, die größer und schwerer war als sie selbst, abtransportierte, um sie zu verspeisen, ist also kein Vorwurf zu machen. Sie hat keine Wahl, sie muss Fliegen töten, um zu überleben.
Fasziniert beobachtete ich, wie die filigrane Spinne die dicke Fliege Huckepack nahm und sie davontrug. Zum Glück hatte ich gerade die Kamera griffbereit.

Montag, 15. Juli 2013

Schwein auf dem Dach und ein schlauer Spruch

Am Fuß des Waldemarturms
entdeckte ich meine Lieb-
lingslumen: Stockrosen.
Heute mussten wir etwas aus Dannenberg (Landkreis Lüchow-Dannenberg) abholen, und bei der Gelegenheit haben wir gleich noch einen kleinen Stadtbummel gemacht. Dannenberg im Hannoverschen Wendland ist ein traumhaft schönes Städtchen mit vielen alten Häusern und einem großen, dicken Turm aus dem 12. Jahrhundert, in dem einst der Dänenkönig Waldemar II. gefangen gehalten wurde. Seit dieser Zeit heißt der 33 Meter hohe Turm, dessen Wände drei Meter dick sind, Waldemarturm.
Am Fuße des Waldemarturms geriet ich geradezu in verzückung, denn hier blühten viele Stockrosen – neben den Lupinen meine absoluten Lieblingsblumen – in zarten Pastelltönen.



Häuserzeile in der Dannenberger Altstadt mit Schwein auf dem Dach (links) und schlauem Spruch auf der Fassade (rechts).

Ein schöner Spruch, der mir sehr sympathisch ist.
Schwein als Wetterfahne (in dem Haus
befindet sich eine Fleischerei).
In der Altstadt entdeckten wir auf einem Haus einen herrlichen plattdeuschen Spruch: "Du kannst maken wat Du wullt snacken dohn se doch!" Auf Hochdeutsch bedeutet das sinngemäß: Du kannst Dich noch so sehr anstrengen, und dennoch werden die Leute über dich reden. Was lernen wir daraus? Mach dein eigenes Ding und kümmere dich nicht um das Geschwätz der anderen.
20 km nach Gorleben, 1586 km nach Tscher-
nobyl.
Die Dannenberger schienen also schon in früheren Zeiten nicht besonders angepasst zu sein. Heute eint sie die gemeinsame Ablehnung des geplanten, aber höchst umstrittenen Atommüllendlagers Gorleben. Überall im Wendland sieht man die Symbole des Widerstands, und mitten in Dannenberg steht ein Wegweiser, auf dem die Entfernungen nach Gorleben (20 km), nach Tschernobyl (1586 km), zum Schacht Asse II (148 km) und zum Atomkraftwerk Krümmel (82 km) angegeben sind.
Kultiger Fußabtreter mit eindeutigem
politschem Bekenntnis.
An meine Jugendzeit und unsere Demos gegen den Rüstungswahnsinn im Kalten Krieg – wir zogen damals "Hopp hopp hopp, Atomraketen stopp!" skandierend durch die Stadt – fühlte ich mich erinnert, als ich den altbekannten Gesinngungsaufkleber mit der Parole "Atomkraft nein danke!" im Sortiment eines Dannenberger Wohnambiente-Lädchens als Fußabtreter entdeckte. Ich konnte dem aus nostalgischen Gefühlen motivierten Spontankauf gerade noch widerstehen.
Nach einer Kaffeepause in einem netten kleinen Café machten wir uns wieder auf den Heimweg.

Sonntag, 14. Juli 2013

Blütenranken am Gartentor

Jeden Tag, wenn ich durchs Gartentor gehe, freue ich mich über die schönen Blüten der Waldrebe (Clematis).
Heute Nachmittag waren wir zu Besuch bei lieben Freundinnen. Wir sind mit Kaffee und Kuchen bewirtet worden, und zur Begrüßung gab es einen Cocktail aus Blutorangensaft und alkoholfreiem Sekt. Als wir abends wieder zu Hause eintrafen und durchs Gartentor gingen, ließ die Abendsonne die zartlila Blüten unserer Clematis leuchten, die sich an der Pergola entlangrankt, die ich eigens für sie gebaut habe. Die Waldrebe hat die Rankhilfe dankbar angenommen und das Holzgerüst dicht umschlungen.

Samstag, 13. Juli 2013

Katzenkinder TV

Buntes Fellknäuel: Die Katzenmutter und ihre fünf Kinder.
Bei uns im Innenhof läuft zurzeit den ganzen Tag Katzenkinder TV. Stundenlang könnte ich unserer Katze und ihren fünf Kindern zugucken. Hier ein kleiner "Sendungsmitschnitt" von heute Nachmittag:

video


Bei YouTube ist das Video in einer höheren Auslösung zu sehen.

Freitag, 12. Juli 2013

Beeren-Bananen-Marmelade

Ein knappes Kilo Stachelbeeren und Jostabeeren habe ich heute bei uns im Garten geerntet.
Heute habe ich unsere zwei kleinen Stachelbeersträucher und den etwas größeren Jostabeerenstrauch (Jostabeeren sind eine Kreuzung aus Stachelbeere und Schwarzer Johannisbeere) beerntet. Die Ernte ist allerdings recht bescheiden ausgefallen – lediglich ein knappes Kilo an reifen Beeren bekam ich zusammen. Zwar hängen noch viele grüne Beeren an den Sträuchern, aber ich bin mir nicht sicher, ob und wann die reif werden.

Zu den Beeren und den Bananenscheiben habe ich ein halbes
Kilo Gelierzucker gegeben und das Ganze dann aufgekocht.
Da sowohl die Stachel- als auch die Jostabeeren ziemlich säuerlich schmecken, habe ich, um den Geschmack etwas abzumildern, zwei in Scheiben geschnittene Bananen mit in den Kochtopf gegeben. Darauf kam dann ein Pfund Gelierzucker 2:1. Dass ich etwas mehr als ein Kilo Früchte für das Rezept genommen habe, machte überhaupt nicht, da Stachelbeeren sehr gut gelieren.
Die Früchte und den Zucker habe ich unter Rühren etwa eine Minute aufgekocht und sie anschließend mit dem elektrischen Pürierstab etwas zerkleinert. Mit Hilfe eines speziellen Marmeladen-Einfülltrichters habe ich dann die Marmelade in mit heißem Wasser ausgewaschene Schraubdeckelgläser gefüllt. Immerhin vier Gläser und einen kleinen Napf voll Marmelade fürs Frühstück morgen habe ich gefüllt bekommen. Nach dem Befüllen habe ich die Gläser für fünf Minuten auf den Deckel gestellt und sie dann wieder umgedreht. Nach einiger Zeit haben dann die Deckel "Plopp" gemacht – ein gutes Zeichen! das Einkochen hat also geklappt.

Keine große Ausbeute, aber immerhin ein paar Gläser Marmelade für den Winter.

Donnerstag, 11. Juli 2013

Entdeckertour

Versteckt im Wald wie die meisten anderen Kulturdenkmäler, die im Rahmen der Entdeckertour aufgesucht werden, liegt auch die ehemalige Lehmgrube, aus der einst der Rohstoff für die Ziegel des Klosters Isenhagen gewonnen wurde.
Mein Ausflugstipp zum Wochenende: Außer dem Kloster Isenhagen, der Kirche St. Pankratius in Hankensbüttel, der Kapelle in Bokel und der Dammburg bei Wentorf gibt es noch viele weitere interessante, aber größtenteils versteckt gelegene Kulturdenkmäler im Raum Hankensbüttel. Auf einer Entdeckertour werden sie am Sonnabend, 13. Juli, erkundet. Die vom Autor des zur Entdeckertour im Calluna-Verlag erschienenen Exkursionsführers, Dr. Henning Tribian, geführte Radtour, die spannend wie eine Schatzsuche zu werden verspricht, beginnt um 13 Uhr in Hankensbüttel. Treffpunkt ist der Brunnen an der Hindenburgstraße vor der Kirche St. Pankratius. Die Tour ist rund 40 Kilometer lang. Unterwegs wird im Heidecafé Bokel eine Kaffeepause eingelegt. Gegen 18:30 Uhr wird die Radlergruppe wieder in Hankensbüttel eintreffen. Die Teilnahme an der Entdeckertour kostet vier Euro pro Person (Kaffee und Kuchen sind nicht im Preis enthalten).

Mittwoch, 10. Juli 2013

Was blüht denn da?


Eine Besonderheit dieser hübsch blühenden Pflanze – heute Abend fotografiert in der Feldmark von Langwedel in der Ge- meinde Dedelstorf –  sind die auffälligen gelben Staubbeutel.
Keine andere Pflanze blüht bei uns in der Gegend zurzeit so zahlreich wie diese. Sie stammt ursprünglich aus Südamerika, wurde aber schon vor fast 500 Jahren nach Europa importiert – zunächst als reine Zierpflanze. Man schätzte sie wegen ihrer schönen Blüte und des üppigen Laubes. Erst viel später verlagerte sich das Interesse auf die unterirdisch wachsenden gelbfleischigen Fruchtkörper. Heute zählen diese zu den weltweit wichtigsten Grundnahrungsmitteln.
Richtig geraten: Es handelt sich um die Kartoffelpflanze. Die auf den sandigen Heideböden unserer Region kultivierten Exemplare werden unter der Bezeichnung Heidekartoffeln vermarktet. Ein großer Teil der Kartoffelernte wird industriell weiterverarbeitet: zu Kartoffelchips, Kartoffelflocken und zu Kartoffelstärke.

Dienstag, 9. Juli 2013

Die Linden blühen

Man mag kaum glauben, dass so kleine Blüten einen so intensiven Duft verströmen können.
"Wie lieblich ist der Lindenduft!" Wie einst der Dichter Friedrich Rückert (1788 - 1866) könnte auch ich ins Schwärmen geraten. Von den blühenden Linden bei uns an der Straße geht so ein betörender Duft aus, das man fast glauben mag, das ganze Dorf sei parfümiert worden. In diesem Sommer strömt der intensive, süße Duft erstmals von zwei Seiten auf uns ein, denn zum ersten Mal blühen nicht nur die großen Linden an der Dorfstraße, sondern auch die kleine Linde bei uns auf dem Hof. Diese ist ein Ableger des Straßenbaums direkt gegenüber unserer Hofeinfahrt. Wir haben sie vor ein paar Jahren in der Hoffnung gepflanzt, irgendwann einmal unter ihrem Blätterdach im Schatten sitzen und Kaffee trinken zu können.
Die Linde gegenüber unserer Hofeinfahrt.
Wenn sie blühen und uns mit einer kostenlosen Aromatherapie beglücken, sind sie zweifellos am schönsten, aber Linden sind auch, wenn sie keinen Duft versprühen, ausgesprochen hübsche Bäume – und sie können sehr alt werden. Bei uns in der Nähe stehen gleich zwei uralte Linden, eine vor der Dorfgaststätte in Metzingen bei Eldingen und eine vor dem Kloster Isenhagen in Hankensbüttel. Beiden wird nachgesagt, sie seien schon tausend Jahre alt, aber das ist, wie ein Gehölzkundler herausgefunden hat, wohl doch etwas übertrieben. Realistisch dürfte wohl eher ein Alter von 400 bis 500 Jahren sein.
Kein anderer heimischer Baum, auch die "typisch deutsche" Eiche nicht, spielt im deutschen Volksgut eine so große Rolle wie die Linde. Bei den Germanen galt die Linde als heiliger Baum. Unter den Linden wurde getanzt und gefeiert, und es wurden die Gerichtsversammlungen abgehalten.
Linden sind wunderbare Schattenspender und während der Blüte eine beliebte Bienenweide. Ich finde, es gibt kaum einen Honig, der ein feineres Aroma hat als Lindenblütenhonig.

Die riesige, uralte Linde in Metzingen.


Montag, 8. Juli 2013

Oldtimer im Arbeitseinsatz

Kein Bild aus alter Zeit, sondern eine aktuelle Aufnahme von heute Nachmittag: Die Autorin mit ihrem Oldtimer-Trecker und dem neuen Oldtimer-Wiesenmäher auf der Pferdeweide.
Normalerweise interessiere ich mich nicht Fahrzeuge, Motoren und Maschinen. Aber ich liebe unseren kleinen, roten Trecker. Obwohl er schon 60 Jahre alt ist – er wurde 1953 im IHC-Werk in Neuss am Rhein gebaut –, springt er stets sofort an und verrichtet klaglos seine Arbeit. Seine 20 PS sind für unsere Zwecke völlig ausreichend. Er ist kompakt, leicht zu lenken, hat einen sehr ruhig laufenden Motor, und die Technik ist so einfach, dass auch wir Frauen sie halbwegs verstehen (Info für Trecker-Fans: Es handelt sich um einen IHC Farmall DED 3, wobei IHC für International Harvester Company und DED 3 für Deutscher Einheitsdiesel mit drei Zylindern steht). Der Amerikaner made in Germany ist ein gutmütiges Arbeitstier, das vor allem bei der Pflege unserer Pferdeweiden zum Einsatz kommt.
Glück gehabt: Der antike Grasmäher hätte keinen Zentimeter
breiter sein dürfen, sonst hätte er nicht auf die Ladefläche unseres
Pickup-Trucks gepasst.
Schon seit Jahren suchen wir einen passenden Mähbalken für unseren Trecker. Die Halte- und Antriebsvorrichtung für dieses Anbauteil ist vorhanden, aber das Messer fehlt. Um funktionstüchtiges und bezahlbares Exemplar davon ausfzutreiben, muss man schon viel Glück haben. Wir hatten es bislang nicht. Das macht aber gar nichts, denn seit Sonntag sind wir stolze Besitzer eines Deering-Grasmähers. Ein Bauer aus einem Dorf bei uns in der Nähe hatte ihn als inseriert – sogar inklusive eines Ersatzmessers. Wir haben sofort bei ihm angerufen und den Kauf klar gemacht. Der Bauer hat den Oldtimer auf die Ladefläche unseres Pickup-Trucks gehievt. Zuhause haben wir dann zwei Bohlen an die Ladefläche angelegt, und den Grasmäher an unseren Trecker gehängt und ihn vom Wagen gezogen. Heute Nachmittag habe ich ihn ausprobiert und das überständige, verkrautete Gras gemäht. Das funktionierte prima.
Werbeanzeige für den Deering-Grasmäher.
Quelle: Stadtarchiv Löbau
Der Grasmäher, der seit den 1960er Jahren unbenutzt, aber trocken in der Scheune des Verkäufers stand, ist aus dem gleichen Stall wie unserer Trecker, nur noch viel älter. Deering Harvester hieß die Firma bis 1902, dann fusionierte das Familienunternehmen von James Deering mit der McCormick Company zur International Harvester Company, dem größten amerikanischen Landmaschinenkonzern. Heute firmiert das Unternehmen unter dem Namen Case IH und baut große, moderne Traktoren, die so viel Kosten wie eine Villa in bester Stadtlage.
Das genaue Baujahr des Grasmähers ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich wurde er Ende der 1920er Jahre gebaut. Damals kam nämlich dieses Modell auf den Markt, das mit einem im Ölbad laufenden Getriebe ausgestattet ist, das die Bewegung der Räder auf das Mähwerk überträgt. Je schneller man fährt, um so schneller bewegt sich auch das Messer. Ursprünglich wurde unser Grasmäher von Pferden gezogen (deshalb auch der Sitz). Erst in der Nachkriegszeit bekam er eine für Trecker passende Zugöse angeschweißt.
Es ist ein schönes Gefühl, mit einem 60 Jahre alten Trecker und einem etwa rund 90 Jahre alten Grasmäher zu arbeiten, und ich freue mich, dass so alte Gerätschaften auch heute noch genauso gut funktionieren wie am ersten Tag.

Sonntag, 7. Juli 2013

Mit Schminkzeug in den Garten

Manchmal lohnt es sich, der Natur etwas auf die Sprünge zu helfen. Zum Beispiel bei den Tomaten. Jede Blüte einzeln mit dem Pinsel zu bestäuben, ist zwar etwas mühsam, aber der Enteertrag lässt sich auf diese Weise deutlich steigern. Außerdem empfiehlt sich die Pinselbestäubung, wenn man mehrere Sorten Tomaten hat und fürs nächste Jahr sortenreines Saatgut gewinnen will.
Keinesfalls sollte man allerdings mit einem Malerpinsel aus dem Baumarkt auf die Tomatenpflanzen losgehen. Damit die Blütenpollen daran haften, muss es ein besonders feiner, weicher Pinsel sein. In einem Frauenhaushalt wie dem unsrigen ist es naheliegend, den geeigneten Pinsel im Schminktäschen zu suchen. Wir haben mit einem kleinen Lidschattenpinsel gute Erfahrungen gemacht.
Übrigens helfen auch professionelle Tomatenanbauer der Natur etwas auf die Sprünge. Das müssen sie auch, denn in den Gewächshäusern gibt es keine Windbestäubung. Mit dem Pinsel die Pollen von Blüte zu Blüte zu tragen, wäre allerdings bei Tausenden von Tomatenpflanzen doch etwas zu aufwändig und vor allem zu teuer. Deshalb werden billige Arbeitskräfte angeheuert: Ganze Hummelvölker werden in den Gewächshäusern einquartiert. Die geflügelten Arbeiterinnen schwirren zwischen den Tomatenpflanzen umher und sorgen für eine gute Ernte.
 
Ein kleiner, weicher Lidschattenpinsel ist perfekt, um die Tomatenblüten zu bestäuben.

Samstag, 6. Juli 2013

Die Stadt der roten Rosen

Lüneburg, die Stadt der roten Rosen.
Heute waren wir in Lüneburg, um ein bisschen durch die Stadt zu bummeln und uns mit einer lieben Freundin in einem der vielen schönen Straßencafés zu treffen. Ein Ausflug in die alte Hansestadt, die ja zugleich auch die "Hauptstadt" unserer Heideregion ist, lohnt sich eigentlich zu jeder Jahreszeit (sogar im grauen November), aber jetzt im Juli ist es dort vielleicht am schönsten, denn jetzt blühen überall in der Altstadt die Rosen. Sie ranken an den Backsteinfassaden der Häuser empor und entfalten über den Torbögen und Fenstersimsen ihre ganze Blütenpracht. Seit 2006 ist Lüneburg Drehort für die beliebte ARD-Telenovela "Rote Rosen". Aber dass Lüneburg schon lange zuvor die Stadt der roten Rosen war, beweisen die besenstieldicken Stämme der Rosenstöcke. Sie sind schon gepflanzt worden, als es hierzulande noch gar keine Telenovelas gab.
Blick auf die Kirche St. Johannis, eines der
schönsten Zeugnisse norddeutscher Backstein-
gotik, mit dem berühmten schiefen Turm.

Die Touristen kommen nicht nur wegen der alten Häuser und der roten Rosen, sondern auch, weil Lüneburg so viele interessante Geschäfte und nette Straßencafés zu bieten hat. Und obwohl man an jeder Ecke die mehr als 1000jährige Geschichte der Stadt spürt, wirkt sie überhaupt nicht antiquiert. Die vielen Studenten tragen sicher zu einem guten Teil mit zu der lebendigen, quirligen Atmosphäre bei. Dazu passte auch gut der junge Straßenmusiker, der auf einem eigenwilligen Instrument spielte, das wie ein mehrstimmiges Alphorn klang. Er hatte es aus lauter grauen Abwasserrohren – geraden und gekrümmten – zusammengebaut.
Rote Rosen und roter Backstein am Stintmarkt.



Freitag, 5. Juli 2013

Erneuerbare Energien

Von einer Radtour habe ich gestern ein Foto mitgebracht, das geradezu symbolhaft dokumentiert, wie sich die Landwirtschaft zur Energiewirtschaft gewandelt hat:

In diesem Bild steckt ganz viel Energie.
Wo früher Getreide, Kartoffeln und Rüben angebaut wurden, wächst heute Mais, der Treibstoff für die Biogasanlagen, und im Hintergrund drehen sich die Rotoren des Windparks Langwedel (zwischen Groß Oesingen und Hankensbüttel) vor dem blauen Sommerhimmel. Der Windpark, der ursprünglich aus zehn Anlagen bestand, ist gerade noch einmal um die Hälfte seiner Kapazität erweitert worden.
Obwohl der großflächige Maisanbau in ökologischer Hinsicht nicht unproblematisch ist und es auch Kritiker gibt, für die die Windparks eine Verschandelung der Landschaft und eine Gefahr für Vögel darstellen, sind wir uns alle, denke ich, inzwischen weitgehend einig, dass diese friedliche, saubere und ressoucenschonende Art der Energiegewinnung allemal besser ist als die Verbrennung begrenzt vorhandener fossiler Brennstoffe zum Zweck der Stromerzeugung. Wer hätte schon gerne ein Atom- oder Kohlekraftwerk "vor der Haustür"?!

Donnerstag, 4. Juli 2013

Im Museumsdorf fliegen die Späne

Interessante Einblicke in das Jahrhunderte alte Drechslerhand-
werk gibt es am Sonntag im Museumsdorf Hösseringen.
Mein Ausflugstipp zum Wochenende: Drechsler Henrik Hinrichs lässt am Sonntag, 7. Juli im Museumsdorf Hösseringen die Späne fliegen. Von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr zeigt er an einer historischen, durch Treten eines Pedals angetriebenen und an einer modernen, mit Elektromotor angetriebenen Drechselbank, wie sich das Handwerk im Laufe der Zeit verändert hat und doch vom Grundsatz her gleich geblieben ist.
Das Drechseln war bereits im Mittelalter bekannt. Mit einem Stahl, der extra für diesen Zweck geschmiedet und geschliffen wurde, ist schon vor Jahrhunderten Holz, Bein (Knochen) und Zinngerät abgedreht worden. Das zwischen zwei Spitzen gespannte Werkstück wurde durch einen Handkurbelantrieb oder durch Pedalbetrieb in Drehung versetzt, sodass mit der frei geführten Klinge die Form gegeben werden konnte. Die Anzahl der speziellen Klingen wuchs mit der Zeit.
Im 16. Jahrhundert wurden in Nürnberg von den „Rotschmiededrechseln“ bereits mit Wasserkraft betriebene Drehbänke zum Abdrehen von gegossenem Messing benutzt.
Die Drechslereien sind dem städtischen Handwerk zugehörig und erst nach Einführung der allgemeinen Gewerbefreiheit  (1866 in der Provinz Hannover)  ließen sich die Drechsler auch in kleinen Orten und Dörfern nieder. Die Herstellung von Treppendoggen,Treppenpfosten und Zierteilen für Möbel gehörte noch im 20. Jahrhundert ebenso zum Fertigungsprogramm, wie die Produktion von Schalen und Deckeldosen. Bis in die 1950er Jahre hinein stellten Drechsler auch Spinnräder und Haspeln für die Flachs- und Wollverarbeitung her.
Im 20. Jahrhundert wurden die meisten Drechselbänke mit Elektro-Motoren betrieben, für die Serienproduktion gab es schon im späten 19. Jahrhundert Drechselbänke, die mit Kopiereinrichtungen ausgestattet waren.
Drechselarbeit verrichteten auch die Stellmacher bei der Produktion der Radnaben für Karren und Wagen. So findet sich auch in der Stellmacherwerkstatt des Museumsdorfes eine Drechselbank.
Henrik Hinrichs zeigt die Dechselarbeit u.a. an einer historischen Bank, die aus Suderburg in die  Museumssammlung gekommen ist. Gern beantwortet er sachkundig die Fragen der Gäste.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Von Regenwolken verfolgt

Als ich heute Nachmittag kurz vor halb Fünf mein Fahrrad durchs Gartentor schob, sah ich sie schon von Süden heraufziehen, die schwarze Wolkenwand. Zum Glück liegt Hankensbüttel, wohin ich zum Einkaufen fahren wollte, von uns aus gesehen im Norden. Wenn ich kräftig in die Pedale trete, könnte ich es gerade so schaffen, dachte ich – und flitzte los. Mal sehen, ob ich es schaffe, die Wolken abzuhängen. Ich strampelte wie wild und erarbeitete mir sogar einen kleinen Vorsprung, sodass ich es wagen konnte, nach zwei Dritteln der fünf Kilometer langen Strecke kurz anzuhalten und ein Foto von meinen schwarzen Verfolgern zu machen.

Vorne Sonne, hinten dunkle Wolken? Werde ich es schaffen, den Regenwolken davonzuradeln? Rechts im Bild der Radweg an der K7 zwischen Oerrel und Hankensbüttel.
Ich erreichte im Trockenen das Einkaufszentrum. Doch kaum war ich im Laden, begann es, heftig auf das Dach zu prasseln. Draußen regnete es in Strömen.
Als ich den Laden nach einer knappen Viertelstunde verließ, war es draußen wieder trocken. 

Nachwuchs bei den Wölfen

Im Wendland wurde jetzt dieser Wolfswelpe beobachtet.                                                                  Foto: Gerhard-Schirmacher

Der Wolf erobert sich zunehmend einen Lebensraum zurück, aus dem ihn der Menschen einst verdrängt hat.Nachdem erst vor wenigen Tagen auf dem Truppenübungslatz Munster der erste
niedersächsische Wolfsnachwuchs dieses Jahres nachgewiesen werden konnte, belegen nun
Fotos aus dem Raum Gartow im Landkreis Lüchow-Dannenberg weiteren Wolfsnachwuchs in
Niedersachsen: „Mit diesem Reproduktionsnachweis ist nun offiziell ein zweites Wolfsrudel in
Niedersachsen bestätigt“, erklärt Dr. Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft
Niedersachsen.
Auf dem Schnappschuss ist nur ein Wolfswelpe zu sehen. Dass er Geschwister hat, gilt allerdings
als wahrscheinlich. „Die durchschnittliche Wurfgröße bei Wölfen liegt bei fünf bis sechs Welpen“,
so Habbe. Erst im Frühjahr dieses Jahres war es gelungen, im Raum Gartow die Anwesenheit von
zwei Wölfen nachzuweisen. Mit dem aktuellen Nachweis im Wendland und dem Wolfnachwuchs
auf dem Truppenübungsplatz Munster in der Lüneburger Heide ist nun die Anwesenheit von
14 Wölfen in Niedersachsen bestätigt.
Dass der Wolf in Niedersachsen wieder heimisch ist, sei ein großer Erfolg für den Artenschutz, erklärte die Wolfsbeauftragte. Erst seit gut einem Jahr breiten sich die scheuen und streng geschützten Wildtiere im Land aus. Dabei werden sie wissenschaftlich begleitet. Das niedersächsische Umweltministerium hat mit dem sogenannten Wolfsmonitoring die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) beauftragt, die diese Aufgabe in enger Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) als zuständiger Fachbehörde und den über 40 ehrenamtlichen Wolfsberatern wahrnimmt.

Dienstag, 2. Juli 2013

Rote Grütze mal anders

Keine üppige Ausbeute, aber immerhin
für eine halbe Schale Rote Grütze haben
die Früchte gereicht.
Wie angekündigt, habe ich heute die Johannisbeeren geerntet. Obwohl der Strauch voll hing, reichten die Beeren weder zum Marmeladekochen noch zum Kuchenbacken. Aber es ist ja auch noch ein sehr kleiner Strauch. Was tun mit nur 350 Gramm Johannisbeeren? Leicht gezuckert einfach nur so essen? Ne, dazu sind sie mir doch ein bisschen zu sauer. Ich überlegte und beschloss dann kurzerhand, rote Grütze zu kochen, denn die habe ich als Kind immer sehr gern gemocht. Allerdings kamen damals noch Himbeeren, Brombeeren und ein paar Kirschen in den Topf. Alles Früchte, die ich gerade nicht zur Verfügung habe. Aber ich habe doch Rhabarber im Garten, fiel mir ein. Wer sagt denn, dass man die Zutaten der Roten Grütze nicht auch variieren darf! Schließlich habe ich in einem Rote-Grütze-Rezept folgenden schlauen Satz gelesen: "Als Früchte kann man nehmen, was gerade greifbar ist – Hauptsache rot." Prima, dachte ich, die Haut des Rhabarbers ist ja tatsächlich rot.
Also habe ich die Rote Grütze zu gleichen Teilen aus Johannisbeeren und Rhabarber (je 350 Gramm) gekocht. Den Rhabarber habe ich in etwas Wasser ein paar Minuten gedünstet. Dann habe ich die Hälfte der Johannisbeeren dazugegeben und ganz kurz den Pürierstab in die Früchte gehalten. Anschließend habe ich die restlichen Johannisbeeren sowie 100 Gramm Zucker – da sowohl der Rhabarber als auch die Johannisbeeren ziemlich sauer sind, darf es ausnahmsweise etwas mehr als sonst sein – und zwei Teelöffel Speisestärke dazugegeben. Unter ständigem Rühren habe ich die Rote Grütze kurz aufkochen lassen und dann in eine Schale gefüllt und 15 Minuten stehen gelassen, bis sie etwas fester war.
Zu meinem Erstaunen hat die Rote Grütze trotz der eigenwilligen Zutatenkombination sehr lecker geschmeckt. Ich hätte sie natürlich auch noch verfeinern können – zum Beispiel mit Puddingpulver, Grieß oder, was ich als Kind total lecker fand – Sago. Aber das probiere ich beim nächsten mal aus, wenn ich mehr Früchte zur Verfügung habe.

Montag, 1. Juli 2013

Verkümmerte Kirschen

Vor genau einem Jahr habe ich hier unter der Überschrift "Bescheidene Kirschernte" Bilder gezeigt, wie ich im Kirschbaum herumturne und unsere Süßkirschen ernte. Gegenüber dem Jahr 2011 fiel die Ernte zwar bescheiden aus, aber es hingen trotzdem noch so viele Kirschen am Baum, dass mehr als genug für uns und für die Vögel da waren. In diesem Sommer allerdings gibt's gar keine Kirschernte, denn im Baum sieht es so aus:

Statt leckerer Süßkirschen gibt's diesmal nur schwarze Kerne am Stiel.
Woran liegt es, dass die Kirschen schon im Frühstadium ihrer Entwicklung am Baum verkümmert sind? Schuld ist das nasse und kalte Wetter im Frühling. Deshalb blühte der große Kirschbaum etwas sparsam, und außerdem waren kaum Bienen unterwegs. Kirschen, vor allem Süßkirschen, lieben nun einmal die Sonne.
Wir werden es jedoch verschmerzen, zumal die Apfelbäume diesmal besonders voll hängen.
Die Blätter sind zwar ziemlich angenagt, aber die Früchte sehen (noch) sehr gut aus. Bis zur Ernte kann natürlich noch einiges passieren, aber ich bin, wie stets, optimistisch.

Die Apfelbäume (hier die Sorte Laika) hängen voll.
Auch das Beerenobst sieht gut aus. Morgen oder übermorgen kann ich die Johannisbeeren ernten.

Keine roten Kirschen, aber dafür immerhin rote Johannisbeeren.