Samstag, 31. August 2013

Tierfabrik umzingelt

Mit unserem selbstgemalten Transparent bei der Demo in Wietze.
Ein drei Meter hoher Metallzaun, oben mit sechs Reihen Stacheldraht bewehrt, dahinter ein uniformierter Wachmann mit Schäferhund und überall Videokameras und Schilder mit der Aufschrift Bitte Abstand halten! Nein, wir haben heute keine Zeitreise an die ehemalige innerdeutsche Grenze gemacht, auch wenn wir uns fast so fühlten, als stünden wir am eisernen Vorhang. Wäre das da hinter dem Zaun ein Atomkraftwerk oder ein Gefängnis, in dem Terroristen, Mörder und Kinderschänder einsitzen, könnte man die Sicherheitsmaßnahmen durchaus verstehen. Aber dieser Zaun schützt einen Schlachthof, aber nicht irgendeinen, sondern Europas größten Geflügelschlachthof in Wietze bei Celle.
Gemeinsam mit vielen anderen Menschen – 7000 zählten die Veranstalter – haben wir heute diese moderne Tierfabrik umzingelt, in der künftig bis zu 430.000 Tiere täglich (!) geschlachtet werden sollen. Gegen 13 Uhr begann die Kundgebung auf dem Droschkenplatz mitten im Ort. Sprecher zahlreicher Verbände und Organisationen forderten von der Politik ein klares Bekenntnis gegen die Agrarindustrie und für eine bäuerliche Landwirtschaft. Auch Niedersachsens Landwirtschaftsminster Christian Meyer war unter den Kundgebungsteilnehmern. Uns hat vor allem begeistert, dass sich so viele verschiedene Gruppierungen beteiligten: Von den Parteien waren Die Grünen, Die Linke und die Piratenpartei vertreten, Greenpeace war ebenso dabei wie BUND, NABU und der Deutsche Tierschutzbund. Das Veranstalterbündnis setzte sich aus insgesamt 27 Verbänden und Organisationen zusammen.
Nach den emotional bewegenden Ansprachen setzte sich unser Protestzug in Bewegung. Von der Ortsmitte ging es in das am Ortsrand gelegene Gewerbegebiet, wo sich die Tierfrabrik befindet. Es dauerte fast eine Stunde, bis wir das riesige Gelände umzingelt hatten. Als wir uns alle an den Händen fassten und die Menschenkette schlossen, riss die dichte Wolkendecke auf, und für einen Moment schien die Sonne. Was für ein schönes Zeichen! Als sich dann aber die Menschenkette auflöste und wir uns alle auf den Rückweg in den Ort machten, begann ein heftiger Platzregen, der uns aber nichts mehr anhaben konnte. Wir hatten unser Ziel erreicht, hatten die Tierfabrik umzingelt und mit unserem Transparent gegen die Gier und für das Tier Stellung bezogen.

Genausogut gesichert wie ein Atomkraftwerk: die Tierfabrik.

Im Hintergrund die grünen Lkw, die täglich Lebendfutter für die Tötungsmaschinerie anliefern.
Viele Kundegebungsteilnehmer hatten sich passenderweise als Hühner verkleidet.

Ständig im Visier der Videokameras: Wir am Zaun der Tierfabrik.
Weitere Infos und Bilder gibt es hier: www.wir-haben-es-satt.de und hier: blog.campact.de/2013/08/tausende-umzingeln-tierfabrik/

Freitag, 30. August 2013

Gier quält Tier

Meine liebe Freundin Sophie-Louise aus Hannover beim
Beschriften des Transparents für die Demo.
Beim Grillen gegen die Agrarindustrie (selbstverständlich vegetarisch) haben wir uns heute Abend Brainstorming gemacht. Wir mussten noch einen kurzen, einprägsamen Spruch für unser Transparent finden, mit dem wir uns morgen an der Demo für die Agrarwende unter dem Motto Wir haben es satt! mit anschließender Umzingelung des größten Geflügelschlachthofs Europas in Wietze beteiligen werden. Wir entschieden uns schließlich einstimmig für einen Vorschlag unserer lieben Freundin Anita aus Bremen: Gier quält Tier. Damit ist, finden wir, alles gesagt. Die Profitgier der Produzenten ist ebenso gemeint wie die Gier der Konsumenten auf Billigfleisch aus der Tierfabrik.
Grillen gegen die Agrarindistrie: Bei
uns kamen heute Biogemüse und vege-
tarische Burger auf den Grill.
Unsere liebe Freundin Sophie-Louise aus Hannover übernahm die schwierige Aufgabe, das Transparent mit Pinsel und Farbe in großen, schwarzen Buchstaben zu beschriften, da sie sich als Hobbymalerin und Hobbyschneiderin am besten mit Farben und Stoffen auskennt. Auf Knien rutschte sie in unserer Diele auf dem Tuch umher.
Zum Schluss haben wir das Transparent beidseitig an je einen Besenstiel getackert. Morgen um 13 Uhr wird es in Wietze entrollt.

Donnerstag, 29. August 2013

Sehen wir uns am Sonnabend?

Heute gibt es einen ganz besonderen "Ausflugstipp" zum Wochenende:
Ich würde mich freuen, wenn wir uns am Sonnabend alle in Wietze bei Celle sehen. Dort wollen wir alle gemeinsam Europas größten Hühner-Schlachthof umzingeln und damit im Hinblick auf die Bundestagswahl ein Zeichen setzen gegen die Massentierhaltung und für eine ökologische, bäuerliche Landwirtschaft. Unser Motto: "Wir haben die Agrarindustrie satt!"
430.000 Hühner sollen künftig täglich in Wietze geschlachtet werden, mehr als 200 neue Mastställe sollen just in time Nachschub liefern, damit die perverse Tötungsmaschiniere nicht zum Stillstand kommt. Kein anderes Lebewesen als der Mensch, der sich selbst gerne als Krone der Schöpfung betrachtet, ist zu solchem Massenmord fähig. Und das Schlimmste: Hier geht es nicht darum, hungernde Menschen satt zu machen, sondern einzig und allein um Profit. Niemand braucht diesen Mega-Schlachthof. Für so viel Geflügelfleisch gibt es in Deutschland gar keine Nachfrage, deshalb wird es größtenteils exportiert.
Vom Leid der Tiere einmal ganz abgesehen, bedeutet so eine Tierfabrik auch nitratbelastetes Grundwasser und die Verbreitung antibiotikaresistenter Keime – eine tickende Zeitbombe. In Wietze soll Fleisch zu Dumpingpreisen erzeugt werden. Die industrielle "Tierproduktion" bommt – zu Lasten der bäuerlichen Betriebe, von denen jedes Jahr rund 6000 aufgeben müssen.
Wir als Bürger und Verbraucher haben es in der Hand: Wir können zum einen durch unser eigenes Verbraucherverhalten viel bewegen und zum anderen gemeinsam Druck auf die Politiker ausüben. Mit der Großdemonstration in Wietze wollen wir klar und deutlich machen: Wir wollen die Agrarwende – am besten schon im September zur Bundestagswahl und nicht erst in zwanzig Jahren.
Also, liebe Leute: Auf nach Wietze!
Zu der Kundegebung hat ein Bündnis aus Vereinen und Verbänden, Naturschutzorganisationen und Tierschützern aufgerufen. Wer sich nicht sowieso schon zu einer der teilnehmenden Gruppierungen zugehörig fühlt, marschiert am besten im Block von campact.de (Demokratie in Aktion) mit. Campact mit Sitz in Verden/Aller Campact organisiert Kampagnen für eine sozial gerechte, ökologisch nachhaltige und friedliche Gesellschaft.
Das Campact-Team erwartet uns ab 12 Uhr auf dem Droschkenplatz in Wietze (Anfahrt). Mit dabei sein wird das vier Meter große Protesthuhn Frieda Freilauf.
Die Kundgebung beginnt um 13:00 Uhr. Ab 14:00 Uhr wird dann der Schlachthof umzingelt, und von 17:00 Uhr an gibt es ein Konzert mit den Bands Ratatöska und Dreimalich auf dem Droschkenplatz in Wietze.
Mehr Infos über die Demo gibt es unter dieser Adresse.

Mittwoch, 28. August 2013

Jakob – eine Versuchung wert

Die ersten Äpfel in unserem Garten sind erntreif.
Plumps! Der Apfel fiel nicht weit vom Stamm und landete sanft im Gras. Keine Druckstelle. Ich hob ihn auf und probierte ihn. Mmmmh, durchaus lecker, diese Sorte! Viel Säure, aber dafür sehr saftig und erfrischend. Vor allem aber schon reif! Also werde ich morgen mal die Leiter aus dem Gartenschuppen holen und die anderen Äpfel pflücken, bevor sich die Vögel darüber hermachen. Im vergangenen Jahr war ich leider zu spät, und am Baum hingen nur noch zerfressene Reste, die ich nicht mehr probieren wollte.
In diesem Jahr kann ich unseren Jakob Lebel also erstmals richtig beernten. Etwa ein Dutzend Äpfel hängen auf dem Baum, den wir vor fünf Jahren gepflanzt haben. Da es sich um einen Hochstamm, also einen richtigen Baum, handelt, dauert es etwas länger, bis er zum ersten Mal Früchte trägt.
Jakob Lebel ist eine alte Apfelsorte. Sie wurde um 1825 von Jaques Lebel in Amiens (Nordfrankreich) gezogen und von der Baumschule Leroy 1849 in den Handel gebracht. Die Sorte wird besonders für Streuobstwiesen und rauere Lagen empfohlen. Früher war der Jakob Lebel bei Bäckereien sehr beliebt, die ihren Apfelkuchen vorzugsweise mit den saftigen, leicht säuerlichen Früchten dieser Sorte backten (früher sagte man buken).
Äpfel aus dem eigenen Garten schmecken seltsamerweise viel köstlicher als im Supermarkt gekaufte. Wahrscheinlich liegt das an der gewissen emotionalen Bindung, die man zu seinen eigenen Bäumchen hat und die das Geschmackserlebnis offenbar verstärken. 

Dienstag, 27. August 2013

Nur ein Blatt...

...aber wunderschön, wie ich finde. Gleich bei uns hinterm Hof ist ein großer Acker, auf dem in diesem Jahr Zuckerrüben wachsen. Wenn abends die Sonne durch die Rübenblätter scheint, leuchten diese in den schönsten Grüntönen:

Der Bauer interessiert sich nur für den Teil den Pflanze unter der Erde. Ich habe deshalb einmal die oberirdischen Teile der Zuckerrübe ins rechte Lickt gerückt.

Montag, 26. August 2013

Schöne Spätsommertage

Während wir uns über die schönen Spätsommertage mit traumhaften Sonnenuntergängen freuen, sehen sich die Landwirte durch die anhaltende Trockenheit schon wieder genötigt, ihre noch nicht abgegernteten Äcker und Felder zu beregnen.
Jetzt ist das Wetter ganz nach meinem Geschmack: Warm, aber nicht zu heiß und dazu eine frische Brise. Allerdings ist es auch schon wieder ziemlich trocken, und so laufen – zumindest bei uns in der Gegend – schon wieder die Beregner, und das nicht nur in den Gärten, sondern auch auch auf den landwirtschaftlichen Flächen, die noch nicht abgerntet sind. Besonders nötig haben das Wasser jetzt die Zuckerrüben. Der Mais hingegen kommt mit der Trockenheit besser klar.

Sonntag, 25. August 2013

Kleiner grüner Kumpel

Auch ein eingegrabener Mörtelkübel kann ein vollwertiger Gartenteich sein.
Dieser Teichfrosch hat ihn nämlich als solchen anerkannt und ist dort einge-
zogen. Wir freuen uns über unseren kleinen grünen Kumpel.

Dort, wo wir früher gewohnt haben, hatten wir einen Gartenteich. Jetzt haben wir schon seit vielen Jahren keinen mehr, aber er fehlt uns doch ein bisschen. Deshalb haben wir zum Beginn dieses Sommers als Ersatz für einen richtigen Teich einen Mörtelkübel eingegraben und diesen mit Wasser befüllt. Darin haben wir jetzt Wasserilien, Wassersalat und eine schöne Seerose, die hoffentlich in den nächsten Tagen endlich ihre Blüte öffnen wird. Auf dem Seerosenblättern sonnen sich Wasserläufer und andere Kleintiere, und wir freuen uns, dass wir wieder einen Teich haben, wenn auch nur einen winzigen.
Seit heute ist unser Mini-Ersatzteich aber ein richtiger Teich. Ein Teichfrosch hat ihn nämlich als vollwertigen Teich anerkannt und ihn zu seinem neuen Zuhause erklärt. Hocherfreut haben wir den kleinen grünen Kumpel willkommen geheißen und ihn sogleich an seinem neuen Lieblingsplatz am Rand des Mörtelkübels fotografiert.

Samstag, 24. August 2013

Rote Beeren

In Gärten, Parks und in Hecken findet man jetzt diese roten Beeren.
Was leuchtet denn da so verführerisch rot in der Abendsonne? Johannisbeeren? Dafür wäre es jetzt, in der zweiten Augusthälfte, wohl etwas zu spät. Dann vielleicht die Beeren des Rotdorns? Das würde zwar von der Jahreszeit her passen, aber sowohl die Beeren als auch die Blätter sehen doch etwas anders aus als die auf meinem Foto. Des Rätsels Lösung: Es handelt sich um die Früchte des Gewöhnlichen Schneeballs (Viburnum opulus). Der Name verweist allerdings nicht auf die Beeren, sondern auf die weißen, ballförmigen Blütenstände, die sich im Frühsommer zeigen.
Der Schneeball ist ein beliebtes Ziergehölz, das in Gärten und Parks und in Hecken entlang von Feldwegen und an Waldrändern gepflanzt wird.
Aus den roten, reifen Beeren lässt sich Marmelade oder Gelee herstellen. In Osteuropa werden die Beeren in heißem Wasser zerdrückt und mit Honig gesüßt gegen Erkältungen getrunken. Die Ernte erfolgt allerdings üblicherweise erst nach dem ersten Frost, da die in den Beeren enthaltenen Giftstoffe durch Gefrieren abgebaut werden und die Beeren dann weniger säuerlich und nicht ganz so bitter schmecken. In der Türkei wird aus den Beeren ein Getränk namens Gilaboru zubereitet, das besonders für Menschen, die unter Nierensteinen leiden, empfohlen wird.


Freitag, 23. August 2013

Von der Wiese in den Mixer

Die gesammelten Kräuter kommen komplett
in den Mixer.
Für eine Geschichte, die in der Herbstausgabe des Südheide-Magazins erscheinen wird, war ich heute bei einer Familie, bei der seit drei Jahren die Küche kalt bleibt. Die Familie ernährt sich ausschließlich von Rohkost. Gekochtes, Gebratenes und Gebackenes kommt in dem Haushalt nicht auf den Tisch. Kein Kaffee, kein Brot, keine Brötchen, keine Milch, keine Butter, kein Käse, kein Suppe, keine Nudeln und Fleisch sowieso nicht – ist das nicht ein trauriges Leben, wenn man auf so Vieles verzichtet und stattdessen nur Kohlrabi kaut und Möhren mümmelt? Nein, ganz und gar nicht! Weder die Eltern noch die Kinder sind in dieser Familie spaßlos und verbiestert. Im Gegenteil: So fröhliche, lebenslustige Menschen wie sie trifft man selten. Und das Essen ist so vielseitig und mit viel Kreativität zubereitet, dass man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt.
In der Küche haben wir zunächst im Mixer Mandeln zerkleinert und daraus einen leckeren Milkshake hergestellt.

Der grüne Smoothie schmeckt wirklich so
lecker, wie er aussieht.
Dann haben wir zartschmelzende, aber zucker- und schokoladenfreie Pralinen hergestellt, in weniger als fünf Minuten einen Kuchen gezaubert, und dann sind wir hinaus auf die an den Garten angrenzende Wiese gegangen und haben Melde, Beifuß, Brennnesseln, Löwenzahn, Spitzwegerich, Sauerampfer und vieles mehr gesammelt und diese Wildkräuter anschließend wieder in den Mixer gegeben. Zusammen mit einer Birne, Banane, Kiwi und Melone (alles aus Bio-Anbau) ergab das einen grünen, gesunden, vitaminreichen und supergut schmeckenden Smoothie. Und zum Abschluss haben wir noch auf der Basis von Mandelmasse (ein "Abfallpropdukt" des Mandel-Milkshakes) einen Käse "gebastelt".
Ich war so begeistert, dass ich mir jetzt sofort ein Rohkost-Rezeptbuch bestellen werde. Auch wenn ich wahrscheinlich nicht aufs Kochen und Backen verzichten werden, kann ich doch zumindest viel mehr Rohkost in unseren Speiseplan einbauen.
Mehr über  die "Rohkost-Familie" in der Calluna- Herbstausgabe, die voraussichtlich ab 23. September erhältlich sein wird.

Donnerstag, 22. August 2013

Feste und Märkte

Heute gibt's, wie jeden Donnerstag an dieser Stelle, die Veranstaltungstipps zum Wochenende:


34. Gifhorner Altstadtfest


Das größte Stadtfest weit und breit lockt an diesem Wochenende in die Gifhorner Innenstadt. Auf acht Bühnen und ebenso vielen Aktionsflächen entlang der ein Kilometer langen Festmeile vom Marktplatz bis zum Schillerplatz wird den Besuchern ein vielfältiges Musik- und Unterhaltungsprogramm geboten. Weitere Attraktionen sind ein 33 Meter hohes Riesenrad und ein Jugendflohmarkt, der am Sonnabend von 8 bis 14 Uhr im Schlosshof stattfindet. Mehr Infos zum Altstadtfest sind hier zu finden: Gifhorner Altstadtfest.

13. Töpfermarkt in Bad Bevensen

Alljährlich am letzten August-Wochenende (Sonnabend und Sonntag jeweils von 9 - 18 Uhr) lockt der Töpfermarkt viele Tausend Menschen in den Kurpark in Bad Bevensen. Die Kulisse entlang der Ilmenau unter den alten Bäumen ist für die Präsentation der Erzeugnisse dieses alten Handwerks wie geschaffen, denn die großzügige Platzeinteilung bewirkt, dass die Töpfer- und Keramikermeister, die aus dem gesamten Bundesgebiet nach Bad Bevensen kommen, ihre Waren sehr ansprechend präsentieren können. Von der Gebrauchskeramik über Dekorationen für Innenräume und Gärten bis hin zu Schmuck und Skulpturen wird wieder die gesamte Bandbreite dieses alten Handwerks zu sehen sein. Der Töpfermarkt in Bad Bevensen wird durch ein abwechslungsreiches Musikprogramm abgerundet.

Traditioneller Sommermarkt in Sprakensehl

30 Aussteller und Händler werden mit ihren Produkten zum traditionellen Sommermarkt erwartet, der am Sonntag auf Rölings Hof und am Dorfteich stattfindet. Um 10 Uhr geht es los mit einem Gottesdienst in der Scheune. Von 11 bis 14 Uhr gibt es einen Jazz-Frühschoppen mit der Band "Dixie Fire" aus Braunschweig. Von 14:00 Uhr an spielt der Musikzug Emmen unter der Leitung von Carsten Goerke.

Historisches Dreschfest

Zurück in die "gute alte Zeit", die zwar stressfreier, aber dafür umso arbeitsintensiver war, führt die Zeitreise am Sonntag von 11 bis 17 Uhr in Müden/Aller. Im historischen Ortskern wird auf traditionelle Weise Korn gedroschen, und es werden zahlreiche Landmaschinen zum Teil in Betrieb gezeigt. Auch das Backhaus ist an diesem Tag geöffnet. Im mit Holz befeuerten Steinbackofen werden Brot und Kuchen gebacken. Im Heimatmuseum gibt's Müdener Hochzeitssuppe. Der Kultur- und Heimatverein will mit dieser Veranstaltung zeigen, wie man früher auf dem Land lebte und arbeitete.

Außerdem lohnt sich an diesem Wochenende ein Ausflug in eines der Heidegebiete in unserer Region, die jetzt zur Heideblüte besonders reizvoll sind.

Mittwoch, 21. August 2013

Vorboten des Herbstes

Kürbisplantage im Klostergarten.
Bald ist Herbst, dachte ich, als ich heute mit der Äbtissin des Klosters Isenhagens in Hankensbüttel einen Rundgang durch den Klostergarten machte und die schon medizinballgroßen Kürbisse erblickte. Es ist ein alter Brauch, dass der größte Kürbis aus dem Klostergarten Anfang Oktober beim Erntedankgottesdienst in der Klosterkirche dekorativ auf dem Altar ausgestellt wird. Danach wird er, wie die anderen Kürbisse auch, eingekocht und kommt in den Vorratskeller des Klosters.
Was der Klostergarten sonst noch so alles zu bieten hat, lesen Sie in Herbst-Ausgabe unseres Südheide-Magazins, die Ende September erscheint.

Dienstag, 20. August 2013

Kleiner Käfer und große Politik

Die NSA-Affäre zieht immer weitere Kreise. Heute wurde bekannt, dass die englische Zeitung The Guardian von NSA-Mitarbeitern zur Zerstörung ihres Snowden-Materials gedrängt worden ist. Wenn das stimmt, was der Chefredakteur erzählt, dürfte das die transatlantische Freundschaft auf eine harte Belastungsprobe stellen. Schon einmal haben sich die Amerikaner bei uns Europäern mächtig unbeliebt gemacht: Als sie 1877 einen Geheimagenten namens Leptinotarsa decemlineata bei uns einschleusten. Der Agent, der aus dem US-Bundesstaat Colorado kam und deshalb unter dem Decknamen Colorado Beetle operierte, hat in Europa mehr Schaden angerichtet als Cola, Fastfood, Facebook, Windows und alle anderen amerikanischen Importe zusammen. Da es damals noch keine Computer und Datenleitungen gab, die er ausspähen und anzapfen konnte, infizierte er das Grundnahrungsmittel Nummer 1 der Mitteleuropäer: die Kartoffel. Deshalb kam er alsbald den deutschen Namen Kartoffelkäfer verpasst.
Alles wäre halb so schlimm gewesen, hätte er als einsamer Agent allein sein Unwesen getrieben. Aber nein, er war so vermehrungsfreudig, dass er schon ein paar Jahre nach seiner Einreise nach Europa gemeinsam mit seinen Nachkommen den Kartoffelanbau so nachhaltig sabotieren konnte, dass es zu riesigen Enteausfällen kam. So wurden beispielsweise 1922 in der Gegend um Bordeaux 250 Quadratkilometer Kartoffelbestände vernichtet.
Das NS-Regime redete den Deutschen im Zweiten Weltkrieg ein, dass die Kartoffelkäfer von amerikanischen  Flugzeugen abgeworfen worden seien. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs vermehrten sich Kartoffelkäfer in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands so schnell und so stark, bis um 1950 fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Anbaufläche befallen war.
Die DDR-Führung nutzte die Plage zu propagandistischen Zwecken im Kalten Krieg, indem sie behauptete, dass eigens in den USA gezüchtete Käfer durch amerikanische Flugzeuge gezielt als biologische Waffe zur Sabotage der sozialistischen Landwirtschaft abgeworfen wurden. Ab 1950 wurde auf Plakaten und in zahlreichen Medienberichten eine Kampagne gegen die Amikäfer oder Colorado-Käfer gestartet, die Saboteure in amerikanischen Diensten genannt wurden.
Im Vergleich zur Kartoffelkäferplage ist die Invasion der NSA-Schnüffler also geradezu lächerlich. Allerdings sind die NSA-Geheimdienstler gegen die Schädlingsbekämpfungsmittel, die gegen den Kartoffelkäfer eingesetzt werden, immun. Man wird sich wohl also etwas Anderes einfallen lassen müssen.

Dieser kleine amerikanische Einwanderer, den ich heute auf einer "verirrten" Kartoffelpflanze am Rand eines Maisfelds bei Oerrel fotografierte, treibt in Europa schon seit 136 Jahren sein Unwesen. Aber keine Angst, er steht nicht in den Diensten
der NSA.

Montag, 19. August 2013

Sonnenhut als Regenschirm

Ein Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) in unserem Garten diente heute einer Hummel als Regenschirm.
Heute hat es bei uns den ganzen Tag geregnet. Zeitweise schüttete es wie aus Eimern. Als der Regen etwas nachließ, ging ich kurz hinaus in den Garten. Dort entdeckte ich eine Hummel, die sich an den Stängel eines Sonnenhutes (Echinacea purpurea) klammerte und dort gut geschützt vor dem Wasser von oben darauf wartete, dass es aufhörte zu regnen. Der Sonnenhut diente ihr gewissermaßen als Regenschirm. 

Sonntag, 18. August 2013

Begegnung mit der Seele des Gartens

Nanu, wer liegt denn da im Gemüsebeet?
Als ich heute Nachmittag meine beste Freundin in ihrem kleinen Gemüsegarten besuchte, dachte ich plötzlich, ich habe Halluzinationen:
 "Was ist denn das da?"
"Na, siehst Du doch, ein Gartenzwerg."
"Ich dachte, ich habe mich verguckt. Du hast Dir einen Gartenzwerg gekauft?"
"Ja, warum auch nicht? Ist der nicht süß?"
"Doch schon. Naja, vielleicht nicht gerade süß, eher drollig. Ich war nur gerade etwas entsetzt, als ich ihn hier zwischen den Beeten entdeckt habe. Waren wir uns nicht immer einig, dass Gartenzwerge ziemlich kitschig und obendrein das Symbol deutschen Spießertums ist?"
"Ja, früher dachte ich das auch, aber dann habe ich bei gelesen, dass sogar Storl Zwerge in seinem Garten hat.
"Wie bitte, Storl hat Gartenzwerge?"
"Ja, Anfang Juli war ein großes Interview mit ihm in der Welt. Ich habe es aufgehoben. Warte mal, ich hole es!"
Meine beste Freundin flitzt ins Haus und kommt wenig später mit der zusammengefalteten Zeitungsseite zurück. Wir setzen uns beide auf die Gartenbank, und meine beste Freundin liest mir die Passage aus dem Interview vor:
"Sie haben Ihre Beete mit Zwergen dekoriert. Gibt es einen praktischen Grund dafür?
Gartenzwerge machen die Kräfte sichtbar, die im Garten wirken. Vor Jahren war ich bei Beckmann eingeladen. Der fragte mich, warum glauben sie an Gartenzwerge, das ist doch spießig? Damals war ich ein höflicher Mensch und sagte nichts. Heute würde ich ihm sagen: Nur ein Spießer stellt so eine Frage. Zwerge symbolisieren die Seele des Gartens. Durch sie wird der Garten ein magischer Ort. Er ist mehr als bloß eine Produktionsstätte."
Meine beste Freundin faltet die Zeitungsseite wieder zusammen: "Jetzt weißt Du, warum ich mir einen Gartenzwerg gekauft habe."
"Ja, ich habe es begriffen – und schon Freundschaft mit Deinem kleinen Kumpel geschlossen. Eigentlich passt er auch wirklich gut ins Gemüsebeet."

Samstag, 17. August 2013

Abendliche Beutezüge

Meine abendlichen Mountainbike-Touren sind derzeit zugleich
kleine Beutezüge.
Zurzeit schwinge ich mich fast jeden Abend aufs Mountainbike und mache eine kleine Querfeldeintour durch Wald und Wiesen und über die Stoppelfelder. Dabei habe ich stets einen großen Rucksack auf dem Rücken, denn jetzt lässt es sich prima Beute machen. Am Rande jedes abgeernteten Kartoffelackers liegt ein großer Haufen aussortierter Kartoffeln. Die meisten sind aussortiert worden, weil sie grün und damit giftig sind oder weil sie irgendeine Faulstelle haben, aber viele Kartoffeln haben einfach nur die "falschen" Maße und entsprechen damit nicht den strengen  EU-Qualitätsanforderungen. Durchs Raster fallen nicht nur die ganz kleinen, sondern auch die ganz großen, und die sammele ich ein. Nur einen kleinen Teil davon essen wir selbst. Die meisten Beute-Kartoffeln sind für unsere Mini-Schweine bestimmt. Sie bekommen jeden Tag ein paar rohe Kartoffeln, denn die sättigen gut, ohne dick zu machen, und bei Mini-Schweinen muss man ganz besonders auf das Gewicht achten. Ein paar Kalorien am Tag zu viel, und sie nehmen gleiche mehrere Kilo zu. Das wollen wir nicht, denn sie sollen ja Mini-Schweine bleiben und nicht zu Mastschweinen mutieren.

Unter den aussortierten Kartoffeln sind viele gute dabei, und es lohnt sich, sie herauszusuchen. Jeden Abend erbeute ich auf diese Weise acht bis zehn Kilo. Die Mini-Schweine und wir haben damit bis zum Winter ausgesorgt.

Freitag, 16. August 2013

Ausflug an den Elbstrand

Ein Haus auf dem Land? Nein, dieses hier steht in der Metropole Hamburg, genauer gesagt in Blankense und hat Elbblick.
Heute gibt es ausnahmsweise einmal keinen Beitrag aus der Südheide, denn heute war ich mit einer Freundin in Blankenese, dem schönsten aller Hamburger Elbvororte, um mir ein bisschen frische Seeluft um die Nase wehen zu lassen. Und deshalb zeige ich hier heute ein paar Bilder vom Elbufer und vom Elbstrand. Ein Ausflug nach Blankenese lohnt sich jetzt im Sommer ganz besonders, denn vor dem blauen Sommerhimmel leuchtet das Weiß der in das Steilufer gebauten Villa noch mehr als sonst. Von Hankensbüttel nach Blankenese sind es nur knapp 140 Kilometer, von Uelzen weniger als 100 Kilometer. Man kann natürlich auch komfortabel mit der Bahn von Uelzen nach Hamburg fahren und im Hauptbahnhof in den Zug der S-Bahn-Linie 1 umsteigen (Richtung Wedel), die einen in rund 30 Minuten direkt nach Blankenese bringt.

Boote auf der Elbe.

In diesem Haus am Elbufer komponierte Johannes Brahms im Sommer 1863, also vor genau 150 Jahren, die Kantate "Rinaldo".

Donnerstag, 15. August 2013

Tag des offenen Klostergartens

Wie jeden Donnerstag unser Ausflugstipp zum Wochenende:

Erbsenanbau im Klostergarten.
Die meiste Zeit des Jahres ist der vor einigen Jahren nach Plänen rekonstruierte Garten des Klosters Isenhagen für Besucher geschlossen und man muss sich mit einem Blick über den Gartenzaun begnügen. Am Sonntag, 18. August, besteht von 14 bis 17 Uhr eine der seltenen Gelegenheiten, zwischen den Blumen- und Gemüsebeeten des Klostergartens auf Entdeckungsreise zu gehen. Der 2,5 Morgen große Klostergarten zeigt sich nach der aufwändigen Rekonstruktion wieder gemäß seiner ursprünglichen Konzeption aus dem Jahr 1750 als Obst- und Gemüsegarten barocker Struktur.
Viel Interessantes zu den Gehölzen im Klostergarten und zur Geschichte des Garten enthält die im Calluna-Verlag erschienene, 48-seitige, reich bebilderte Broschüre "Beeren, Blüten Beete..." mit Beiträgen fachkundiger Autoren. Sie ist für 3,50 Euro bei Calluna sowie direkt im Kloster erhältlich.

Zur Vertiefung empfohlen: Die im Calluna-Verlag erschienene Broschüre über den Garten des Klosters Isenhagen und seine
Geschichte.

Mittwoch, 14. August 2013

Gelb statt Rot – Tangella statt Tigarella

Rotgelbe-Tomatenkoalition: Tangella und Sardinische
Mini-Tomate.
Kein Wunder, dass unsere Tomaten nicht rot werden! Es handelt sich um eine gelbe Sorte. Die wollten wir zwar gar nicht haben, aber sie schmecken uns trotzdem. Beim auf Tomatensamen spezialisierten Saatgut-Versandhandel hatten wir eigentlich Samen der roten Sorte Tigarella bestellt, geliefert hat man uns aber, wie sich jetzt herausstellte, offenbar Samen der gelben Sorte Tangella. Da liegt der Verdacht nahe, dass da jemand beim Verpacken der Samen versehentlich zur falschen Samentüte gegriffen hat. Die Namen klingen natürlich auch ziemlich ähnlich... Wir haben den Versandhändler bereits vorgestern eine E-Mail geschrieben, aber er hat bislang nicht reagiert.
Solche Verwechslungen können uns mit unserem selbstgewonnenen Saatgut nicht passieren, denn haben wir uns nur auf eine Sorte spezialisiert: auf die Sardinische Minitomate. Sie ist so, wie ich Tomaten mag: klein und knackig (statt groß und wässrig). Und das Beste: Die Pflanze ist so kompakt, dass sie im Topf den ganzen Sommer über im Frühbeet (natürlich bei geöffneten Deckel stehen bleiben und zum Überwintern hereingeholt werden kann. Tomaten sind ja mehrjährige Pflanzen, sofern sie keinen Frost bekommen. Aber wer hat schon den Platz, um zwei Meter hohe Tomatenpflanzen ein frostfreies Winterquartier zu bieten? Für die Sardinischen Mini-Tomaten hingegen findet sich immer noch ein Plätzchen. Zum Glück soll es ja ab morgen wieder wärmer werden. Es wäre ja auch zu schade gewesen, wenn sich der Sommer ausgerechnet zum Beginn unserer Tomatensaison verabschiedet hätte.

Wie ein Bonsai: Die Sardinische Mini-Tomate im Frühbeetkasten.

Dienstag, 13. August 2013

Wow, waren das schöne Wolken!

Sind solche dramatischen Szenarien am Himmel nicht viel spannender als die meisten Kinofilme? Diese Wolkenformation
habe ich von unserer Pferdeweide aus nach Westen fotografiert.
Ich kann gut verstehen, dass Meteorologen nichts langweiliger finden als Sonne satt und blauen Himmel. Auch ich finde so ein Wetter, wie wir es zurzeit haben, viel interessanter. Ein Mix aus Sonne und Wolken, zwischendurch ein bisschen Regen (ist doch gut für den Garten) und dazu eine frische Brise aus Westen. Auch in fotografischer Hinsicht hat so ein Wetter viel mehr zu bieten als blauer Himmel bis zum Horizont. Dramatische Lichtstimmungen wie in den Gemälden von Caspar David Friedrich gab es heute reichlich. Das war schon großes Theater, was sich da am Himmel abspielte. Ich habe es genossen (und die Sternschnuppen gestern Abend auch! Aber die wollten sich nicht so gerne fotografieren lassen...).

Montag, 12. August 2013

Einwanderer aus Indien

Die ersten Früchte der Indischen Kermesbeere werden schon schwarz wie Brombeeren.
Es war vor einigen Jahren im Spätsommer, da wunderten wir uns, als wir bei uns im Vorgarten unseres Gästehauses eine merkwürdige Pflanze entdeckte. Mit ihren schwarzen Früchten (die man fast mit Brombeeren verwechseln könnte, würden sie nicht an einer maiskolbenartig geformten Blütenkerze sitzen) sah sie schon sehr exotisch aus. So eine Pflanze hatten wir nie zuvor gesehen. Wie war sie in unseren Garten gekommen? Wahrscheinlich mit einem Vogel. Vor allem Amseln mögen die schwarzen Beeren.
Wir wollten mehr über diese Pflanze wissen und googelten. Irgendwann haben wir dann tatsächlich den Namen herausgefunden: Es handelt sich um die Indische Kermesbeere (Phytolacca acinosa). Sie kommt ursprünglich aber nicht nur in Indien vor, sondern ist auch in China, Japan, Nord- und Südkorea, Bhutan, Myanmar und Vietnam verbreitet. Ihre Blätter werden, solange sie noch jung sind, als Gemüse, ihr Samen als Schneckenmittel verwendet. In der traditionellen chinesischen Medizin wird die Indische Kermesbeere zur Behandlung von Tumoren, Ödemen und bei bronchialen Beschwerden eingesetzt, in Tibet bei schmerzenden Verletzungen. Im Gegensatz zur Amerikanischen Kermesbeere (Phytolacca americana) enthält die indische Variante nur geringe Mengen der giftigen Triterpensaponine.
35 Arten dieser Pflanze gibt es auf der Erde. Der botanische Name Phytolacca ist zusammengesetzt aus dem griechischen Woprt phyton (Pflanze) und dem lateinischen Wort lacca (Lack) und bezieht sich auf das Aussehen der Beeren. Der deutsche Name stammt vom persischen Wort kermes für rot.
Irgendwann ist die Kermesbeere aus unserem Garten verschwunden. Unsere Haus- und Tiersitterin hatte sie, als wir im Urlaub in Schweden waren, mit Unkraut verwechselt, und ausgerissen. Im vergangenen Sommer tauchte die Kermesbeere dann plötzlich wieder auf, und zwar direkt neben dem Komposthaufen, auf dem die ausgerissene Pflanze aus dem Vorgarten des Gästehauses geworfen worden war. Jetzt, im zweiten Jahr an ihrem neuen Standort, hat sie sich schon mehrere Quadratmeter erobert und prächtige Blütenkerzen ausgebildet, an denen die ersten grünen Beeren langsam schwarz werden.
Ich finde es total spannend, solche Pflanzen zu entdecken und ihre Herkunft und Geschichte zu recherchieren. Natürlich muss man es auch immer ein wenig kritisch sehen, wenn sich Exoten von anderen Kontinenten hier bei uns einen neuem Lebensraum erobern und dabei möglicherweise heimische Pflanzen verdrängen. Aber trotzdem freue ich mich, dass unser indischer Einwanderer überlebt hat und nun am Kompost prächtig gedeiht.

So, und jetzt gehe ich 'raus – Sternschnuppen gucken. Schon gestern Abend haben wir viele gesehen. Heute soll es ja geradezu Sternschnuppen regnen. Hoffentlich verziehen sich die Wolken und geben den Blick auf den Sternenhimmel frei.

Sonntag, 11. August 2013

Sonntagsarbeit im Ameisenhaufen und Frisurentrends im Maisfeld

Unterwegs mit Fyffes und Foxy.
Zum Kaffee gab es heute Zwetschgenkuchen vom Blech mit Schlagsahne. Da der Kuchen so lecker war – ich liebe Zwetschgenkuchen und backe ihn in der Zwetschgenzeit jedes Wochenende –, blieb es nicht bei einem und auch nicht bei zwei Stücken. Damit sich die drei Stücke nicht gleich in ungeliebtes Hüftgold verwandeln, haben wir nach dem Kaffee eine Sechs-Kilometer-Runde mit Fyffes und Foxy gedreht. Den Weg durch die Felder, vorbei an einem kleinen Wäldchen, gehe ich mit den Hunden, wenn es die Zeit erlaubt, fast jeden Abend – und dennoch wird es mir dabei nie langweilig. Jedes Mal entdecke ich irgendetwas Neues, Interessantes, Faszinierendes. So auch heute.
Ameisen arbeiten auch sonntags.
Meine erste Entdeckung war ein neuer Ameisenhaufen am Wegesrand. Ich bin mir absolut sicher; Neulich war er noch nicht da! Jetzt ist der Haufen noch ziemlich klein. Ich bin gespannt, wie groß er bis zum Winter noch werden wird. Die Ameisen sind jedenfalls sehr fleißig. Sie arbeiten sogar sonntags.
Da auf dem längsten Teilstück des Weges wegen der mannshohen Maispflanzen an beiden Seiten zurzeit die Sicht etwas eingeschränkt ist und ich mit Tunnelblick unterwegs bin, zieht der Mais meine ganze Aufmerksamkeit auf sich. In der Abendsonne leuchteten die haarartigen Griffel der weiblichen Maisblüten – Mais ist einhäusig getrenntgeschlechtlich, die männlichen Blüten sitzen oben an der Spitze der Pflanze, die weiblichen am Halm im unteren und mittleren Bereich –, und ich fand, sie sehen wie mit Henna gefärbte Haare aus, meinen Haaren ziemlich ähnlich. Mir fiel auf, dass jede Blüte eine andere "Frisur" hat. Ich war ganz begeistert und fotografierte eine ganze Serie von Frisurentrends. Drei davon zeige ich hier:
Maisfrisuren – mir persönlich gefällt die links am besten.
Und zu guter letzt entdeckten wir an der Unterseite eines Blattes einer Wildkirsche ein süßes Heuschreckenbaby.
Ja, die kleine Welt am Wegesrand kann schon sehr faszinierend sein – man muss nur etwas genauer hinschauen.
Gut getarnt: Das Heuschreckenbaby ist genauso grün wie das Blatt, auf dem es sitzt.

Samstag, 10. August 2013

Eine Nymphe und ihr Sonnenhut

Hummeln lieben Sonnenhüte. Wie bitte? Hummel mit Sonnenhüten? Hat die Autorin etwa einen Sonnenstich? Nein, keine Angst, hat sie zum Glück nicht, und natürlich tragen Hummeln keine Sonnenhüte, aber sie fliegen buchstäblich auf sie. Und nicht nur Hummeln, sondern auch andere Insekten, wie das Foto unten zeigt, das ich heute Nachmittag bei uns im Garten gemacht habe. Bei dem kleinen grünen Tierchen auf der Blüte dieser hübschen Blume namens Sonnenhut (Echinacea purpurea) handelt es sich, wenn ich mich nicht irre, um die Nymphe (Larve) einer Grünen Stinkwanze, die auch als Gemeine Stinkwanze oder Gemeiner Grünling (Palomena prasina) bezeichnet wird. Trotz des wenig schmeichelhaften Namens finde ich die Nymphe durchaus schön, und der Sonnenhut steht ihr doch sehr gut, oder? Apropos Sonnenhut: Seit einigen Jahren ist er, vor allem im Winter, in aller Munde, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Echinacea-Präparate werden nämlich gerne in der nasskalten Jahreszeit verabreicht, um das Immunsystem zu stärken und Erkältungen vorzubeugen. Ob sich auch die kleine Nymphe schon auf diese Weise für den Winter wappnen will?

Der Sonnenhut ist der Nymphe offensichtlich ein paar Nummern zu groß.

Freitag, 9. August 2013

Große, goldgelbe Rollen

Durchaus dekorativ: goldgelbe Strohrollen vor blauem Himmel. Diese hier habe ich heute Abend zwischen Luttern und Beedenbostel im Landkreis Celle fotografiert.
Wer heute durch die Südheide fuhr, sah auf den Stoppelfeldern ganz viele große, goldgelbe Rollen herumliegen. Auf mich wirken sie immer ein wenig so, als hätte ein Riesenkind vergessen, nach dem Spielen seine Bauklötze einzusammeln, bevor es abends müde nach Hause gegangen ist. Eine Freundin von mir meinte dagegen, auf sie wirken die scheinbar nach dem Zufallsprinzip auf den Stoppelfeldern verteilten Strohrollen wie eine Kunst-Installation. Leider sind die dekorativen Strohballen-Arrangements nach ein paar Tagen wieder verschwunden, sobald die Bauern sie in ihre Scheunen geholt haben.

Kultur-Wochenende


 

Ausnahmsweise gibt es die Ausflugstipps zum Wochenende diesmal erst am Freitag:

Historische Kulturdenkmäler
Dr. Henning Tribian am Water-
loodenkmal, einer der zahlreichen
Stationen auf der Entdeckertour.

Entdeckertour

Außer dem Kloster Isenhagen, der Kirche St. Pankratius in Hankensbüttel, der Kapelle in Bokel und der Dammburg bei Wentorf gibt es noch viele weitere interessante, aber größtenteils versteckt gelegene Kulturdenkmäler im Raum Hankensbüttel. Auf einer Entdeckertour werden sie am Sonnabend, 10. August, erkundet. Die vom Autor des zur Entdeckertour im Calluna-Verlag erschienenen Exkursionsführers, Dr. Henning Tribian, geführte Radtour, die spannend wie eine Schatzsuche zu werden verspricht, beginnt um 13 Uhr in Hankensbüttel. Treffpunkt ist der Brunnen an der Hindenburgstraße vor der Kirche St. Pankratius. Die Tour ist rund 40 Kilometer lang. Unterwegs wird im Heidecafé Bokel eine Kaffeepause eingelegt. Gegen 18:30 Uhr wird die Radlergruppe wieder in Hankensbüttel eintreffen. Die Teilnahme an der Entdeckertour kostet vier Euro pro Person (Kaffee und Kuchen sind nicht im Preis enthalten). 

Orlando 

Barbara Kratz
Barbara Kratz in ihrer One-
Woman-Show.
Im Lesesommer des Schulmuseums Steinhorst präsentiert Barbara Kratz am Sonnabend, 10. August, von 20 Uhr an ihre One-Woman-Show frei nach Virginia Woolfs weltberühmtem Roman Orlando.
"Orlando" gilt als eine der kuriosesten Liebesgeschichten der Weltliteratur. Der junge englische Adlige Orlando durchwandert die enorme Zeitspanne von 350 Jahren, jedoch mit einem kleinen Zwischenfall: Nach der Hälfte des Lebens wechselt er plötzlich sein Geschlecht und lebt fortan als Lady Orlando. Barbara Kratz versucht das abenteuerliche Kunststück, dieses höchst außergewöhnliche Leben mit Hilfe von Zeitzeugen Orlandos zu ergründen. Dafür schlüpft sie blitzschnell in immer neue Rollen und betreibt dafür auf der Bühne ein rasantes Kleidchen-wechsel-dich-Spiel. Eintritt frei, um eine angemessene Spende wird gebeten. Platzreservierungen nimmt die  Südheide Gifhorn GmbH, Telefon 05832/7066, E-Mail hkb@suedheide-gifhorn.de.

Bücherflohmarkt

Bücherflohmarkt
Viele Menschen und noch mehr
Bücher beim Bücherflohmarkt.
Eine Lesesommer im Schulmuseum Steinhorst ohne Bücherflohmarkt – undenkbar! Jahr für Jahr wechseln hier Tausende von Büchern ihre Besitzer.  Der Bücherflohmarkt beginnt offiziell um 11 Uhr, aber erfahrungegemäß kommen viele Besucher schon ein bis zwei Stunden vorher.




 

Donnerstag, 8. August 2013

Die Heide beginnt zu blühen

Vereinzelt blüht sie schon, die struppige Besenheide. Hier ein aktuelles Foto von heute Abend, aufgenommen am Rand der
Bokeler Heide.
Heute auf dem Rückweg aus Uelzen habe ich kurz an der Bokeler Heide angehalten, um mal zu schauen, wie es sich mit der Heideblüte verhält. Ich sah schon viele kleine lila Farbtupfer in der überwiegend noch grünen Heidefläche. Die Blütezeit der Besenheide (Calluna vulgaris) hat also begonnen. Spätestens in einer Woche dürften sich zusammenhängende lila Teppiche gebildet haben.
Wer sich über den jeweils aktuellen Stand der Heideblüte auf dem Laufenden halten möchte, klickt auf der Website der Lüneburger Heide das Heideblüten-Barometer an. Zurzeit steht es bei etwa 23. Das bedeutet, dass bereits 23 Prozent der Heide erblüht ist, und täglich wird es mehr. Illustriert wird das Heideblüten-Barometer mit laufend aktualierten Heidebildern aus allen Regionen der Lüneburger Heide.

Mittwoch, 7. August 2013

Parkbank vorübergehend geparkt

Beim Zusammenschrauben der neuen Parkbank.
Ich habe ein Problem: Da haben wir uns neulich im (inoffiziellen) Sommerschlussverkauf eine wunderschöne, qualitativ sehr hochwertige weiße Parkbank aus FSC-zertifiziertem Arkazienholz zum absoluten Schnäppchenpreis gekauft, und jetzt zermartere ich mir seit Tagen den Kopf, wohin ich sie stellen soll. An Platz mangelt es uns nicht – weder draußen im Garten noch drinnen in unserem großen, alten Fachwerkhaus, aber trotzdem will sich kein passendes Plätzchen finden lassen. Außerdem haben wir ja schon mehrere Gartenbänke. Allerdings hatten wir bislang noch keine weiße, und so eine wollte ich immer schon haben. Außerdem erfolgte die Anschaffung der Bank geradezu zwangsläufig, denn vor ein paar Wochen hatten wir bereits, ebenfalls zum Super-Schnäppchenpreis, ein sehr hübsches, dickes Bankpolster gekauft, das bislang nutzlos herumlag. Wenn wir es jetzt nicht kaufen, würden wir uns irgendwann bestimmt deswegen ärgern, prophezeite ich. Als ich jetzt zufällig die Bank für 59,- Euro entdeckte – ursprünglich sollte sie genau 100 Euro mehr kosten –, hatte ich natürlich sofort ein gutes Argument: "Wir haben doch noch die schöne Auflage herumliegen, auf die Bank würde sie doch perfekt passen..."
So, jetzt haben wir eine schöne Bank mit schönem Polster, und bislang steht sie nur im Weg herum. Am liebsten würde ich sie ja bei uns ins Wohnzimmer stellen, aber ich weiß jetzt schon, dass ich dort nicht lange Freude daran hätte. Immerhin haben die Hunde schon drei Sofas auf dem (nicht vorhandenen) Gewissen. Jetzt habe ich die Bank vorübergehend im Esszimmer geparkt, es ist ja schließlich auch eine Parkbank, aber auf Dauer ist das keine Lösung.
Bevor mir jetzt jemand mit dem Vorschlag kommt: "Ich wüsste jemanden, der so eine Bank gut gebrauchen könnte..." – ich werde schon noch einen guten Platz für die Bank finden, und wenn ich dafür das ganze Haus umräumen muss. Heute habe ich mich schon dabei ertappt, wie ich die Wände in unserer kleinen Frühstücksküche musterte: "Hm, wenn ich die in Farben der Auflage, Rosa und Lila, streichen würden, könnte ich die Bank doch hier aufstellen. Allerdings müssten dann die Deckenpaneele weiß gestrichen werden."
Irgendwie macht es ja auch Spaß, gedanklich mit der Parkbank von Zimmer zu Zimmer durchs Haus zu reisen und sich allerlei Einrichtungsszenarien auszumalen.

Dienstag, 6. August 2013

Die erste Sonnenblume...

Die Sonnenblume hat einen Falter angelockt.
...blüht in unserem Garten, und sogleich hat sie einen merkwürdigen Falter angelockt. Mit der Bestimmung habe ich mich etwas schwer getan. Zunächst vermutete ich, dass da ein Ligusterschwärmer (Sphinx ligustri) auf der Blüte sitzt, jetzt bin aber eher der Meinung, dass es sich um eine Braune Tageule (Euclidia glyphica) handelt. Das ist ein tagaktiver Falter aus der Familie der Eulenfalter. Vielleicht kennt sich ja jemand von unseren Leserinnen und Lesern besser mit Schmetterlingen aus als ich und kann mir sagen, ob ich mit meiner Vermutung richtig oder falsch liege...
Nachtrag: So, der Falter ist bestimmt. Unser lieber Freund und Kollege Franz Zäpernick, ein Schmetterlingskenner und Meister der Makrofotografie, hat den Falter als Gammaeule (Autographa gamma L.) identifiziert. Zu erkennen ist der Falter an dem Gamma-Zeichen auf dem Hinterflügel, das an ein Y erinnert.

Montag, 5. August 2013

Am Dorfteich

Blick über den Dorfteich nach Süden auf die Christophe-
rus-Kirche.
"Wo ist Ihr Büro? In Oerrel? Kenn' ich nicht!" Das höre ich oft, wenn ich Fremden erklären muss, wo ich wohne und arbeite. Früher habe ich immer gesagt: "Das ist ein Nachbarort von Hankensbüttel." Ich dachte, Hankensbüttel müsste doch fast jeder kennen, wegen des Otter-Zentrums und des Klosters Isenhagen. Nein, da hatte ich mich wohl getäuscht. Für die meisten, mit denen ich sprach, war Hankensbüttel genauso unbekannt wie Oerrel. Jetzt sage ich, wenn es um eine Lagebeschreibung geht: "Oerrel liegt in der Nähe von Sprakensehl." Ja, diesen Ort kennt anscheinend fast jeder zwischen Braunschweig und Lüneburg – allerdings nur vom Durchfahren. Klar, schließlich führt die Bundesstraße 4 direkt durch den Ort. Und weil das auf der waldreichen Strecke zwischen Groß Oesingen und Uelzen der einzige "richtige" Ort ist, bleibt der Name den meisten Autofahrern im Gedächtnis haften.
Wie schön Sprakensehl ist, wurde mir heute wieder bewusst. Ich hatte einen Termin im alten Ortskern westlich der B4. Von der Hauptstraße führt die kleine Straße "Am Dorfteich" zum schönsten Platz im Ort. Im Wasser des Dorfteichs spiegelt sich die Christopherus-Kirche, und am Ufer laden Bänke zum Verweilen und Träumen ein. Noch komfortabler als auf einer der Holzbänke sitzt man im Garten des Bauerncafés Rölings Hof am Westufer. Obwohl die B4 so nah ist, nimmt man erstaunlicherweise den Verkehrslärm gar nicht wahr.
Wer es sich zeitlich erlauben kann, auf dem Weg von Nord nach Süd oder umgekehrt für eine Viertelstunde Pause zu machen, sollte in Sprakensehl den Dorfteich ansteuern, die malerische Szenerie auf sich wirken lassen und dann mit den schönen Bildern im Kopf die Weiterfahrt antreten. Es lohnt sich.
Sprakensehl ist übrigens von der Fläche her die größte Gemeinde im Landkreis Gifhorn, aber auch die am dünnsten besiedelte.

Der Blumengarten von Rölings Hof am Westufer des Dorfteichs.

Sonntag, 4. August 2013

Kürbisse sind im Kommen

Eine weibliche Kürbisblüte mit dem Fruchtknoten, aus dem die Kürbisfrucht wächst.
Kürbisse sind faszinierende Pflanzen. Nicht nur, weil sie so riesige Früchte bilden, sondern auch, weil die Pflanze selbst so üppig wuchert, dass man ihr fast dabei zusehen kann. Auch unsere Kürbispflanze, die wir aus einem Samen direkt im Freiland gezogen haben, hat inzwischen wie ein Krake ihre Tentakeln ausgestreckt und sich im Gemüsegarten breit gemacht. Ein Tentakel ist sogar schon durch den Maschendrahtzaun aus dem Gemüsegarten hinaus gekrochen und nähert sich jetzt dem Autostellplatz.
Kürbistentakel mit männlichen Blüten.
In diesen Tagen entscheidet sich, wieviel Früchte die Pfanze bilden wird. Jetzt blühen die Kürbisblüten. Kürbisse sind einhäusige Pflanzen, sie haben sowohl weibliche als auch männliche Blüten. Die weiblichen Blüten sind leicht an der Verdickung unterhalb des Blütenansatzes zu erkennen. Aus dieser Verdickung entsteht die Kürbisfrucht, allerdings nur, wenn es mit der Bestäubung geklappt hat. Dafür sorgen normalerweise die Hummeln, aber man kann der Natur durchaus auch ein wenig auf die Sprünge helfen und so den Ernteertrag steigern. Wir nehmen dazu einen kleinen Schminkpinsel, tupfen damit zuerst in eine männliche und dann in eine weibliche Blüte.
Der erste Kürbis ist schon so groß wie eine Tomate.
Das geht aber nur tagsüber, denn abends schließen sich die Blüten wieder. Das geht zuweilen so schnell, dass zuweilen Hummeln in einer Blüte eingeschlossen werden. Erst gestertn Abend mussten wir wieder eine befreien.
Hat die Bestäubung geklappt, welken die Blütenund fallen ab. Zurück bleibt die kleine Kürbisfrucht, die jetzt von Tag zu Tag an Umfang zulegt. Ein spannendes Schauspiel, das wir von unserer grünen Gartenbank gewissermaßen aus der ersten Reihe verfolgen können.

Samstag, 3. August 2013

Farbtupfer und schwarzer Rauch

Viel blüht nicht mehr im Garten. Nur die Rosen und Stockrosen sorgen noch für Farbtupfer.
Schon wie im Herbst, dachte ich, als unser Hof gegen Abend in goldenes Licht getaucht wurde. Obwohl ich dieses Licht liebe, war ich ein bisschen traurig, denn mir wurde schlagartig bewusst, dass die Zeit des Wachsens und des Blühens fast vorbei und die Natur gewissermaßen auf dem Rückzug ist. Die meisten Blumen sind schon verblüht, nur die Rosen und die Stockrosen setzen noch bunte Farbtupfer in Garten. Zwar kommt noch die Zeit der Astern und Dahlien und der anderen Herbstblüher, aber die meisten Blumen und auch die Bäume haben ihre Blütezeit längst hinter sich. Statt saftigem Grün dominiert jetzt welkes Gelb.
Gelb sind auch die Getreidefelder. Nur der Mais steht wie eine grüne Wand vor dem blauen Himmel. An diesem entdeckte ich heute Nachmittag eine bedrohlich wirkende, schwarze Rauchwolke. Feuer? Waldbrand? Aber warum hört man keine Sirenen? Ich wollte der Sache auf den Grund gehen und lief deshalb den Hang hinauf. Oben schirmte ich meine Augen mit den Händen vor der Sonne ab und suchte die Äcker und Felder ab. Da sah ich auch schon den vermeintlichen Brandherd: Ein Kartoffelroder zog eine gewaltige Staubwolke hinter sich her. Aus der Ferne hatte der aufgewirbelte Heidesand wie Rauchschwaden ausgesehen.

Freitag, 2. August 2013

Großer grüner Gartengast

Eine Heuschrecke erklimmt heute Abend die höl-
zerne Brüstung unserer Gartenhaus-Terrasse.
Beim Abendessen draußen auf der Terrasse unseres Gartenhauses hat uns heute eine Heuschrecke besucht, und das war schon etwas Besonderes. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich auf unserem Hof schon jemals zuvor eine Heuschrecke gesehen habe. Wir haben durchaus eine große Artenvielfalt (schon allein durch die vielen Haustiere) – aber keine Heuschrecken. Umso mehr habe ich mich heute über den Besuch des großen, grünen Insekts gefreut.
Wenn von Heuschrecken die Rede ist, dann sind ja heutzutage meistens leider nicht tierischen, sondern die menschlichen Vertreter dieser Art gemeint. Geprägt wurde der abwertend gemeinte Begriff "Heuschrecke" übrigens 2004 vom damaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering, der damit auf extreme Auswüchse des Kapitalismus hinwies. Er bezeichnete als "Heuschrecken" anonyme Investoren, die Unternehmen zum Zwecke kurzfristiger Gewinnmaximierung zerschlagen, ohne sich für die langfristigen sozialen Kosten zu interessieren.
Tipp: Wer mehr über die "echten" Heuschrecken erfahren möchte, sollte den NABU-Artikel "Sommerzeit ist Heuschreckenzeit" lesen.