Donnerstag, 31. Oktober 2013

Kunsthandwerk und Kostümführung

Hier, wie jeden Donnerstag, die Veranstaltungstipps zum Wochenende:


Hobby- und Kunstausstellung


Sonnabend und Sonntag, 2. und 3. November, IGS Sassenburg, Westerbeck

Sie ist gewissermaßen die Mutter aller Kunsthandwerksausstellungen in der Region Gifhorn: Die Sassenburger Hobby- und Kunstausstellung in Westerbeck ist nicht nur einer der ältesten Ausstellungen dieser Art – sie findet bereits zum 28. Mal statt –, sondern mit insgesamt 75 Ständen auch eine der größten weit und breit. Ausgerichtet wird sie vom Förderverein der IGS Sassenburg. Zugelassen sind auch diesmal wieder ausschließlich private Aussteller. Das DRK Dannenbüttel bietet Kaffee und Kuchen an.
Die Ausstellung in der IGS Sassenburg in Westerbeck, Hauptstraße 110, ist am Sonnabend von 14:00 bis 18:00 Uhr und am Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Eintritt: 1,- Euro, Kinder frei.


Celle hat wieder eine Herzogin!


Sonnabend, 2. November, 14:30 Uhr, Residenzmuseum im Schloss Celle

Kostümführung im Rahmen der Reihe "Zwischen Mittag und Kaffee". Kosten: 9,- Euro.
Dauer: ca. 1 Stunde. Anmeldung unter Tel. 05141/12 373 (Di bis So 10–16 Uhr).
Treffpunkt: Information im Celler Schloss. Info: residenzmuseum.de

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Kürbisse im Keller

Wegen Wassermangel im Sommer diesmal bei uns etwas kleiner geraten, aber trotzdem lecker und schön anzuschauen sowieso: die Speisekürbisse der Sorte Uchiki Kuri mit essbarer Schale.
Gut, dass unsere Kürbisse der Sorte Uchiki Kuri so klein sind. So kann man sie nicht für Halloween mit grinsenden Gesichtern, die in ihre dicke Schale geschnitten werden, verunstalten. Dennoch habe ich unsere kleine Kürbisernte vorsorglich rechtzeitig in Sicherheit, also in den Keller, gebracht, aber nicht wegen Halloween, sondern weil es jetzt nachts ziemlich kühl wird und die Temperatur laut Wettervorhersage bis auf zwei Grad fallen sollen. Ich möchte ja nicht, dass die knubbligen Kugeln Frost bekommen und dann zu faulen beginnen.

Dienstag, 29. Oktober 2013

Rohkost ist Frohkost

In der zum modernen Seminarzentrum umgebauten historischen Wassermühle gab es heute exklusiv für Calluna-Leser eine
Einführung in die (F)Rohkost.
Die Woltersburger Mühle zeichnet sich durch ein wunderschö-
nes Ambiente aus.
Im wunderschönen Ambiente der Woltersburger Mühle am Stadtrand von Uelzen lernten Calluna-Leserinnen und -Leser (leider war nur ein einziger Mann dabei) heute Abend, dass Rohkost Frohkost ist. Verena Dierks, die sich mit ihrer Familie seit drei Jahren nur aus frischen und ungekochten Zutaten zubereiteten Speisen ernährt (ausführliche Geschichte in der Calluna-Herbstausgabe), zeigte, wie sich ohne großen Aufwand und ohne Herd und Backofen allerlei süße und herzhafte Leckereien zaubern lassen. Gleich zum Beginn des kurzweiligen Seminars gab es Bananeneis mit Müslicrackern. Anschließend servierte Verena Mandelmilch und einen grünen Smoothie und stellte innerhalb weniger Minuten verschiedene Käsesorten auf der Basis von Nüssen und Mandeln her. Der Käse war ebenso wie die ebenfalls vor den Augen der Seminarteilnehmer zubereiteten Zucchinispaghetti mit verschiedenen Saucen , die Kohlrabispirelli mit Basilikumpesto, die Paprikacracker und die vielen weitere kleinen Köstlichkeiten fürs Büffet bestimmt, dass zum Abschluss des Seminars eröffnet wurden und innerhalb kürzester Zeit weitgehend leergeräumt war. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich der rohköstliche Schokopudding und die Schokoladentorte mit Kirschen.
Verena stellt die typischen Zutaten für einen grünen Smoothie vor.
Verena am Mixer.
Während sie die Speisen zubereitete, plauderte Verena über die die gesundheitlichen Vorteile der Rohkost-Ernährung und beantwortete zahlreiche Fragen aus dem Kreis der Seminatteilnehmerinnen, die aus dem gesamten Verbreitungsgebiet des Südheide-Magazins angereist waren. Am Ende waren sich alle einig: Die Teilnahme am Rohkost-Einsteiger-Seminar hat sich auf jeden Fall gelohnt. Auch wenn sicher die wenigsten ihre Ernährung komplett auf Rohkost umstellen werden, bot ihnen das Seminar doch gute Anregungen und Ideen für mehr gesunde (F)Rohkost auf dem Speiseplan.
Reiche Auswahl am (F)Rohkost-Büffet.

Montag, 28. Oktober 2013

Gut durchgepustet

War das ein Sturm heute!? Schlimmer war es nur im Januar 2007, als Kyrill über uns hinwegfegte. Damals kippte bei uns auf dem Hof eine ausgewachsene Kiefer um, und unsere Schubkarre wurde im hohen Bogen durch die Luft geschleudert. Gegen Kyrill war das heutige Orkantief namens Christian vergleichsweise harmlos, aber leider sind auch diesmal einige Menschen getötet und schwer verletzt worden, von den vielen entwurzelten Bäumen ganz zu schweigen.
In der Abenddämmerung bin ich bei uns hinterm Hof den Hügel hoch zu unseren Pferdeweiden gegangen – die Pferde blieben derweil lieber in der Scheune – und habe mich ordentlich durchpusten lassen, während ich auf der großen Himmelsleinwand den Sonnenuntergangsfilm anschaute, der heute besonders dramatisch und actionreich war. Kurios fand ich, dass zwischen den über mich hinwegziehenden schwarzen Wolken immer wieder blauer Himmel aufblitzte.

Blauer Himmel zwischen schwarzen Wolken, aufgenommen heute um 17:46 Uhr. Die roten Punkte links unten im Bild sind die Positionslichter des Windparks Langwedel.

Sonntag, 27. Oktober 2013

Regenbogen

Ein Regenbogen hinter unserer seit heute unbelaubten Kastanie.
Nur einer von vielen Laubhaufen, die
ich heute zusammengeharkt habe.
.
Pünktlich zum Beginn der Winterzeit gab es heute einen kleinen Vorgeschmack auf das typische Novemberwetter. Sonne und Regen im ständigen Wechsel, einmal auch beides gleichzeitig, sodass wir einen schönen Regenbogen am Himmel bewundern konnen,  und zwischendurch Windböen, die das letzte Laub von den Bäumen pusteten. Ich weiß nicht, wieviele Säcke Laub ich heute zusammengeharkt habe. Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen. Trotzdem bin ich damit noch nicht durch. Allein unsere große, alte Kastanie hat so viel welke Blätter abgeworfen, dass sich damit ein ganzer Swimmingpool füllen ließe. Und dann ist da noch der Nussbaum im Innenhof...



Samstag, 26. Oktober 2013

Laub auf der Leine

Nein, ich habe die Blätter nach dem Regen nicht einzeln zum Trocknen auf die Leine gehängt, auch wenn es so aussieht.
Das Motiv "Laub auf der Leine" entdeckte ich heute zufällig, als ich den herbstlich bunten Essigbaum in Nachbars Garten bewunderte.

Freitag, 25. Oktober 2013

Püddelchen und ihre Schweine

Jetzt stehen sie im Herbstlaub, die Schweinehirtin und ihre kleine Herde in Hankensbüttel.
Denkmäler mag ich eigentlich nicht so sehr. Die meisten finde ich entweder zu monströs, zu heroisch, zu deutschtümelnd oder zu einfach nur kitschig. Doch es gibt ein Denkmal, in das ich so verliebt bin, dass ich es am liebsten heimlich abbauen und bei uns auf dem Hof wieder aufstellen würde: Die Bronzeskulpturen einer kleinen Schweineherde samt Schweinehirtin in Hankensbüttel. Die Schweine sehen sooo süß aus, und ich bin doch ganz vernarrt in Schweine. Sie sind so intelligent und uns Menschen so ähnlich. Deshalb darf man sie auch nicht in dunkle Ställe sperren, mästen, töten und essen!
Mit dem "Schweinedenkmal" hat es folgende Bewandtnis: Es erinnert an die Bewahrung der Ortschaft im Dreißigjährigen Krieg. Einer lokalen Sage nach soll die zwölf Jahre alte Schweinehirtin Juliane Amalie Hinrichsen, genannt „Püddelchen“, durch die Unruhe ihrer Herde nachts geweckt worden sein. Dadurch konnte sie die Einwohner des Ortes rechtzeitig vor einem Angriff der feindlichen Truppen warnen. Nicht zuletzt deshalb, weil das Denkmal ausnahmsweise keinem König oder Feldherrn huldigt, sondern einem einfachen Mädchen aus dem Volk gewidmet ist, finde ich es so sympathisch.

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Hütehunde, Handgemachtes und heißes Wachs

Auch heute wieder, wie jeden Donnerstag, die Ausflugstipps zum Wochenende:

Meißendorfer Schnuckenderby

Ein Border Collie nähert sich einer Gruppe von
Heidschnucken.
In Meißendorf bei Winsen können an diesem Wochenende (26. und 27. Oktober) Border Collies beim Hüten von Heidschnucken beobachtet werden. Das Meißendorfer Schnuckenderby der Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland e.V. (ABCD e.V.) bietet den Zuschauern faszinierende Einblicke in die anspruchsvolle Arbeit der gelehrigen Hunde.

Im „Trial“ oder Hütewettbewerb ist Teamarbeit gefragt: Eine Gruppe Schnucken wird über einen Parcours mit Slalom und Toren dirigiert oder zum Stillstand gebracht, eingepfercht oder in zwei Gruppen getrennt. In den Leistungsklassen 1 und 2 starten unerfahrene Zweibeiner oder Junghunde. Hier kann der Parcours den Gegebenheiten vor Ort angepasst werden und ist nicht so an Normen gebunden. Bei Klasse 3 am 26. und 27. Oktober gibt es erhöhte Anforderungen an die Entfernung, auf die der Hund arbeitet, und man kann sich für europaweite Prüfungen qualifizieren.
Das blitzschnelle instinktive Reagieren des Border Collie auf das Verhalten der Schafe in der Kombination mit seiner Bereitschaft und Fähigkeit, die Anweisungen seines menschlichen Hütepartners selbst auf Entfernung präzise zu befolgen, ist faszinierend! Der Arbeitseifer der Hunde ist beeindruckend und ein Besuch des Schnuckenderby lohnt darum selbst dann, wenn es herbstliches Wetter geben sollte – doch für heißen Kaffee und Suppe ist gesorgt!
Start ist an beiden Tagen jeweils um 10 Uhr. Der Richter kann einen Lauf mit Erklärungen einfügen, sodass auch die Zuschauer wissen, worum es geht. Bei einer Tombola zugunsten Border-Collie in Not e.V. gibt es hübsche Preise zu gewinnen.
Die ABCD ist ein deutschlandweiter Verein, der die besonderen Hüteeigenschaften des Border Collie fördert, z.B. Ausbildung und Einsatz bei der Hütearbeit. 



Lichte stippen und altes Handwerk

Geduld üben: Zwischen den einzelnen Tauchgängen im
heißen Wachs müssen die Lichte immer wieder abkühlen.
Bevor im Museumsdorf Hösseringen Ende Oktober für mehrere Monate die Lichter ausgehen (die Winterpause beginnt!), soll es zum Saisnabschluss noch einmal richtig hell werden: Am Sonnabend, 26. Oktober, und am Sonntag, 27. Oktober, lädt das Museumsteam Kinder und Erwachsene zum Lichtestippen im Kötnerhaus aus Bahnsen ein. Diese traditionelle Form der Kerzenherstellung können Kinder gegen eine geringe Kostenerstattung  selber bewerkstelligen. Größere Stipplichte können erworben werden.
Am Sonntag, dem 27. Oktober wird außerdem in der Schmiedewerkstatt, der Weberei und an der Gattersäge gearbeitet.
Die beiden Ausstellungen: „Geschenkt – neu in der Museumssammlung“ und „Kuh – Milch – Geschichten“ sind noch bis zum 31. Oktober geöffnet.
Trotz der Winterruhe gibt es bis zum Saisonstart am Freitag, dem 15. März 2014 wieder viel vorzubereiten. Und so ganz ohne Gäste wird auch dieser Winter nicht verlaufen: Angemeldete Besuchergruppen werden gerne weiterhin durch das Museum geführt, dafür ist allerdings eine Anmeldung unter 05826/1774 erbeten.

Handgemacht

Bald ist wieder Weihnachten, und das bedeutet, dass rechtzeitig Geschenke besorgt werden. Die schönsten Geschenke sind die, die nicht "von der Stange" kommen. Der dritte "Handgemacht-Markt", der am Sonnabend, 26. Oktober, von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag, 27. Oktober, von 11 bis 18 Uhr , in der Stadthalle Gifhorn stattfindet, bietet eine große Vielfalt an individuell und liebevoll gefertigten Unikaten, die bestimmt auch all diejenigen erfreuen werden, die eigentlich schon alles haben und für die einem partout kein Geschenk einfallen will. Selbstverständlich muss nicht alles, was auf dem Markt gekauft wird, auch verschenkt werden. Man darf mit dem einen oder anderen Stück gerne auch sich selbst eine Freude machen.
An dem Markt beteiligen sich 50 ausgesuchte Aussteller. Ihr Angebot reicht von jahreszeitlicher Deko bis hin zum hochwertigen Kunsthandwerk. Es gibt Schmuck, modisches Textildesign, Taschen, Gürtel, vielfältigste Accessoires wie Stulpen und Tücher, Fotografien, Bilder-, Holz- und Töpferarbeiten, Marmeladen, handgesiedete Seifen, Liköre und vieles mehr.
Eintritt: 2,00 Euro (Kinder frei). INFO 05371/59470

Rotweiß gestreift vor Blau

Am liebsten hätte ich heute an dieser Stelle schon wieder buntes Herbstlaub gezeigt, aber das könnte vielleicht manche Leute langweilen, denn wahrscheinlich sind ja nicht alle so von den Farben des Herbstes fasziniert wie ich, die sich nicht daran satt sehen kann und bei dem traumhaften Wetter am liebsten den ganzen Tag lang durch die Landschaft radeln oder wandern würde, um den Farbenrausch ausgiebig zu genießen, bevor mit dem November die überwiegend triste, graue Winterzeit beginnt. Dummerweise muss ich tagsüber arbeiten, sodass ich nur gegen Abend rauskomme, mich dann aufs Rad schwinge und schnell zum Einkaufen fahre, bevor es dunkel wird.
Um die Strecke etwas zu verlängern, bin ich heute einen kleinen Umweg gefahren, der dann aber doch größer wurde, und am Ende hatte ich doch tatsächlich fast 30 Kilometer zurückgelegt. Mit kam es viel weniger vor, denn ich war durch die schönen Bilder, die sich mir unterwegs boten, so beflügelt, dass ich auch noch weitere 20 Kilometer gefahren wäre, wenn die hereinbrechende Dunkelheit dem Vergnügen nicht ein Ende gesetzt hätte.
Unterwegs kam ich am Erdölwerk bei Emmen vorbei und entdeckte oben auf der Anlage einen rotweiß gestreiften Windsack und machte dieses Foto, das sicherlich kein typisches Herbstfoto ist und eher Assoziationen an den Sommer und ans Meer weckt, aber irgendwie gut zu meiner wetterbedingt heiteren Stimmung passte.

Statt bunter Blätter heute mal ein rotweißer Windsack vor blauem Himmel.



Mittwoch, 23. Oktober 2013

Herbst-Sound

Eine Espe heute vor dramatischer Himmelskulisse im Leu zwischen Schönewörde und Oerrel.
Wenn man für jede Jahreszeit einen eigenen Soundtrack zusammenstellen würde, dann dürfte in meinem persönlichen Herbst-Soundtrack auf keinen Fall das Rauschen der Espen im Wind fehlen. Für mich ist es eines der typischen Herbst-Geräusche. Dank der Windböen, die ein paar dunkle Regenwolken vor sich her trieben, ließ es sich heute besonders intensiv wahrnehmen. Auf dem Rückweg vom Bahnhof – ich war heute umweltfreundlich mit Bahn und Faltrad zu einem Termin unterwegs – kam ich auf dem Weg am Waldrand an vielen rauschenden Espen vorbei.  
Populus tremula ist der botanische Name dieses Baumes, der vor allem durch seinen geraden Stamm mit der hellen, glatten Rinde auffällt. Auf Deutsch bedeutet Populus tremula Zitterpappel. Viele Menschen kennen die Espe auch nur unter dieser Bezeichnung.
Von der Laubfärbung her ist die Espe leider wenig attraktiv, allerdings offenbar nur hierzulande. Als ich in der vergangenen Woche in Schweden war, fiel mir auf, dass dort die die Blätter der Espen viel intensiver gefärbt sind als bei uns. Das Farbspektrum der Herbstfärbung reichte von Gelb bis Rot, wohlgemerkt an einem Baum.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Schon wieder Frühling?

Wer denkt bei diesem Foto noch an Herbst? Das ist doch eindeutig ein Frühlingsbild, oder etwa nicht?
Ja, ist denn schon wieder Frühling?! Haben wir den eigentlich uns noch bevorstehenden Winter diesmal einfach übersprungen? Von der Temperatur her hat es zumindest den Anschein. Sogar jetzt abends ist es draußen noch wärmer als drinnen, und für morgen sind 19 Grad angesagt. Nachdem wir  am Sonnabend in Schweden schon Nachtfrost  hatten, kommt es mir hier jetzt fast so vor, als wäre ich aus dem Winter geradewegs in den Sommer zurückgekehrt.
Als ich heute am späten Nachmittag mit dem Fahrrad zum Einkaufen nach Hankensbüttel fuhr, hätte ich meine Jacke eigentlich auch zu Hause lassen können. Und als ich dann unterwegs noch ein leuchtend gelb blühendes Rapsfeld sah, war die Frühlingsillusion nahezu perfekt.
Moment mal, blühender Raps? Jetzt im Oktober? Das kann ja wohl kaum sein. Richtig! Was aus der Ferne tatsächlich aussieht wie Raps, stellt sich bei näherer Betrachtung als blühender Senf heraus. Dieser wird nach der Ernte als so genannte Gründüngung ausgesät und dient dazu, den Boden zu verbessern. Und obendrein wird mit ihm der ohenin schon bunte Herbst noch farbenfroher.

Montag, 21. Oktober 2013

It's Soul

Anna Jander (rechts) und die künstlerische Leiterin des Kunstvereins Spring-
hornhof, Bettina von Dziembowski.                                     Foto: Christine Kohnke
Der Kunstpreis des Lüneburgischen Landschaftsverbands ging in diesem Jahr, wie wir schon in der Sommerausgabe unseres Südheide-Magazins berichtet haben, an die Illustratorin des mittlerweile bereits in zweiter Auflage bei uns im Verlag erschienenen Kinderbuchs "Wir Heidschnucken vom Sothriethof", Anna Jander. Unter dem Titel „It’s Soul“ wurde am Sonnabend die Ausstellung der Preisträgerin in den Räumen des Kunstvereins Springhornhof im Heidekreis eröffnet.
Meine Kollegin Christine Kohnke war für uns dabei. Hier ist ihr Bericht:
Zu sehen sind in der Ausstellung Werke aus Anna Janders Amerika-Reihen „Detroit Häuser“, „Los Angeles“ „Wasteland“ sowie weitere Arbeiten. Im Rahmen der sehr gut besuchten Ausstellungseröffnung, der sich intensive Gespräche in den Ausstellungsräumen anschlossen, wurde auch der zugehörige Katalog präsentiert.
Die Künstlerin aus Niederohe im Landkreis Celle zeigt auf zwei Ebenen Werke, die sich mit den urbanen Verwerfungen städtischen Lebens beschäftigen. Gerade ihre raumgreifenden Formate brauchen klare Räume, wie sie der Springhornhof bietet. Dank der großzügigen Präsentation ist es gelungen, Kunstwerke und Ausstellungsort zu einer eindrucksvollen Einheit zu verschmelzen. „Dies ist ein Ort, der gut zu Anna Jander passt. Er vereint die ländliche Umgebung seines Standortes mit Künstlerinnen und Künstlern aus vielen Ländern zu spannenden Ausstellungen, Projekten und Konzepten. So wie Anna Jander in ihrem Schaffen Pole zusammenbringt, die unterschiedlicher nicht sein könnten“, fasste es die Geschäftsführerin des Lüneburgischen Landschaftsverbandes, Anne Denecke, zusammen.
„Janders Arbeiten sind das Ergebnis eines sehr kontinuierlichen Prozesses“, so die künstlerische Leiterin des Kunstvereins Springhornhof, Bettina von Dziembowski. „Sie thematisiert beide Seiten städtischen Lebens, das Dynamische, die Moderne und auf der anderen Seite die erbarmungslose soziale Wirklichkeit eines extrem verdichteten Lebensraumes.“
Gerade diese Spannungsbögen sind es, denen Jander nachspürt, in großen Formaten ebenso wie in kleineren Werkreihen. Fließende, dünn aufgetragene Farben lassen das Vergängliche , das Flüchtige und Verblassende menschlichen Tuns erahnen.
Die Ausstellung „It’s Soul“ ist bis zum 15. Dezember dienstags bis sonntags in der Zeit von 14 bis 18 Uhr zu sehen.
Der Begleitkatalog ist im Rahmen der Ausstellung für 18 Euro und im Buchhandel für 30 Euro erhältlich.

Ein interessierter Ausstelungsbesucher vor einem der großformatigen Bilder der Künstlerin Anna Jander.   Foto: Christine Kohnke




Dienstag, 15. Oktober 2013

Still ruht der See


Mit diesem Foto, aufgenommen heute Morgen an einem kleinen See in der Nähe unseres Hauses, grüße ich alle Leserinnen und Leser dieses Blogs aus unseren Herbsturlaub in Schweden. Wir genießen die Landschaft, die Stille und schöpfen auf langen Wandertouren neue Kraft für den hektischen Arbeitsalltag zu Hause in der Südheide.

Samstag, 12. Oktober 2013

Urlaub

Foxy und Fyffes im Fenster unserer Kabine
auf dem Fährschiff nach Schweden.
Da ich seit heute für ein paar Tage in Schweden bin, wo wir unseren alljährlichen Herbsturlauh in unsrem kleinem Haus in Småland verbringen, gibt es leider bis Ende nächster Woche hier keine neuen Beiträge aus der Südheide. Ab 21. Oktober geht es dann hier wieder täglich weiter.

Freitag, 11. Oktober 2013

Bunt gegen Grau

Eine bunte Gemüsepfanne als Kontrastprogramm zum grauen Herbstwetter.
Nach so einem verregeneten Herbtstag wie dem, den wir heute hatten, freut man sich doch ganz besonders auf ein warmes Abendessen. Und je grauer das Wetter ist, umso bunter darf das Essen sein. Das Kontrastprogramm zum Wetter draußen macht nicht nur satt, sondern heitert ganz nebenbei auch noch auf. Als Zutaten für diese Gemüsepfanne habe ich Zucchini, Auberginen und Paprika gewählt. Zur Gemüsepfanne gab es Rosmarin-Kartoffelspalten vom Backblech. Sehr lecker!

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Tipps für den Sonntagsausflug

Auch heute wieder, wie jeden Donnerstag, die Ausflugs- und Veranstaltungstipps zum Wochenende:

Apfel- und Naturschutzfest

Sonntag, 13. Oktober, 13:00 - 17:30 Uhr, Museumsdorf Hösseringen
Auch die Saftpresse kommt zum Einsatz.
Ein Fest für Jung und Alt, mit Spielen, Quiz, Kaffee und Apfelkuchen, Most und Informationen zum Thema Apfel und Naturschutz. Fachleute beantworten die Fragen der Besucherinnen und Besuchern: Wie schneide ich meinen Obstbaum richtig? Welche Obstsorten gedeihen in meinem Garten am besten? Kinder können mitgebrachte Äpfel zerkleinern und auspressen. Für sie gibt es außerdem Spiele und Basteleien „rund um die Natur“. Der Pomologe (Apfelkundler) Reinhard Heller bestimmt ab 14.00 Uhr von den Besucherinnen und Besuchern mitgebrachten Äpfel (mind. 3 Stück einer Sorte) und gibt wichtige Tipps zur Pflege und Lagerung des Obstes.
Eine Veranstaltung der BUND-Kreisgruppe Uelzen im Museumsdorf Hösseringen.
INFO www.museumsdorf-hoesseringen.de

Einst Ritterburg, dann Schloss

Sonntag, 13. Oktober, 14:30 - 16:00 Uhr, Schloss Celle
Ein unterhaltsamer Rundgang für die ganze Familie durch die Celler Schlossgeschichte. Auf unterhaltsame Weise wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieser Führung auch die höfische Etikette, die Verhaltensregeln im Schloss vermittelt.
Kosten: 9,- Euro EUR
Anmeldung unter Tel. 05141/12 373 (Di bis So 10–16 Uhr)
Treffpunkt: Information im Celler Schloss
INFO residenzmuseum.celle.de

25 Jahre Burg Bodenteich

Sonntag, 13. Oktober, 11:00 - 18:00 Uhr, Burg Bodenteich
Die Burg Bodenteich
Die Burg ist natürlich sehr viel älter. Gefeiert wird der 25. Jahrestag der Wiedereröffnung der Burg nach der Sanierung.
Das Jahr 1988 und besonders der 14. und 15. Oktober waren für die Burg Bodenteich und auch den Marktflecken Bodenteich -damals noch ohne „Bad“ -von großer Bedeutung. Nach fünfjähriger Bauzeit und Investitionen von mehr als drei Millionen Mark wurde die restaurierte Burg in Bodenteich wiedereröffnet.
Der Förderkreis Burg Bodenteich e.V. feiert das Jubiläum mit einigen Angeboten und Aktionen. Rittersaal, Burgmuseum, Braukeller und Backhaus sind für die Besucherinnen und Besucher geöffnet. Es werden u. a. ofenfrischer Butter- und Streuselkuchen, Quarkhörnchen und Kürbisbrot sowie Heiß- und Kaltgetränke angeboten. Auf dem Burggelände wird mittelalterliches Lagerleben von Mitgliedern des Rittergefolges “von Rabenfels“ mit  Bogenschießen und der Herstellung eines Kettenhemdes zelebriert. Außerdem werden um 14:00 und 15:00 Uhr Führungen im sonst nicht zugänglichen Rest des Feldsteinturms unter dem Amtshaus aus den Anfängen der Burg um etwa 1200 stattfinden. Um 16:00 Uhr beginnt im Rittersaal ein mit Bildern und Karten illustrierter Vortrag zum Thema  „Oswald von Bodendieck“ – Leben und Wirken des letzten männlichen Bodendieckers.
INFO Telefon 05824/3539 (Kurverwaltung)



Mittwoch, 9. Oktober 2013

Rot mit Rost

Abgesehen von den unschönen Rostflecken ist die Herbstfärbung unserer kleinen Felsenbirne schon recht eindrucksvoll.
Noch ist sie, zumindest bei uns, nicht so richtig in Gang gekommen, aber das ist auch kein Wunder, denn es ist nachts zu warm. Erst wenn die Nachttemperatur gen Null tendiert, wird sich die Laubfärbung erfahrungsgemäß ganz schnell einstellen. Aber immerhin: Unsere kleine Felsenbirne im Vorgarten zeigt sich schon in ihrem leuchtend rotem Herbstkleid. Leider hat das Rot diesmal einige Rostflecken. Verantwortlich dafür ist ein Pilz namens Gymnosporangium fuscu, der auch unter dem einfacher auszusprechendem Namen Birnengitterrost bekannt ist. Für ältere Bäume sind die Pilzsporen ungefährlich, junge Bäume können sie allerdings ernsthaft schädigen. Wir wollen hoffen, dass die Felsenbirne schon kräftig genug ist, um dem Pilzbefall Widerstand zu leisten, denn das Spritzen mit Fungiziden kommt für uns nicht in Frage.
Felsenbirnen sind neben Essigbäumen und der amerikanischen Roteiche die Gehölze mit der wahrscheinlich intensivsten Laubfärbumg. Auch der Ahorn zeigt sich im Herbst meist in einem schönen bunten Gewand, aber leider ist bei ihm auf die Laubfärbung kein Verlass, und in manchen Jahren gbt es nur einen Übergang von Grün zu Braun ohne farbenprächtiges Intermezzo.

Dienstag, 8. Oktober 2013

Meine kleine Sonne

Keine echte Sonne, aber auch kein schlechter Ersatz an trüben Herbsttagen.
"Kaum Chancen für die Sonne" lautet heute bei WetterOnline die Schlagzeile in der Rubrik 14-Tage-Wetter. Und etwas kleiner darunter steht: "Teils schon ungemütlich kalt". Na, das sind ja trübe Aussichten!
Bei Sonnenschein macht der Herbst richtig Spaß, dann wird er zur schönsten Jahreszeit von allen. Aber ohne Sonne? Ne, wer will denn so ein Brrr-Wetter haben? Wenn es doch wenigstens nicht schon so früh dunkel werden würde! Laut Kalender verschwindet die Sonne zurzeit um 18:35 Uhr hinterm Horizont, gefühlt jedoch schon zwei Stunden früher. Und bald endet auch noch die Sommerzeit. Ich darf gar nicht daran denken...
Meine kleine Sonne spendet mir wenig Licht, aber viel Trost.
Solange sich die Sonne am Himmel nicht zeigt, tröste ich mich mit meiner Sonne im  Bürofenster. Diese Lichttherapie gönne ich mir den lieben, langen Arbeitstag. Meine Sonne hat zwar nur sieben Watt, aber dank des sonnengelben Glasschirms ist die Illusion ziemlich perfekt. Mir kommt es tatsächlich so vor, als würde die echte Sonne durchs Fenster scheinen.
Auch wenn man es  reine Energieverschwendung ist, kann ich es gut verstehen, dass die Schweden in der dunklen Jahreszeit in sämtliche Fenstern ihrer Häuser Lampen stellen und das Licht rund um die Uhr eingeschaltet lassen. Die Häuser bekommen dadurch so etwas Freundliches, Einladendes. Sie strahlen Wärme und Gemütlichkeit aus, und man möchte am liebsten gleich hineinspazieren und sich zu den Bewohnern an den Ofen setzen.
Mit meiner kleinen Sonne auf dem Fensterbrett folge ich übrigens dem Rat des weisen Konfizius: "Es ist besser, ein einziges, kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."

Montag, 7. Oktober 2013

Alles für die Katz (und den Hund)

Weggegangen – Platz vergangen! Foxy findet Hundekörbchen
doof, liegt viel lieber auf einem unserer Sessel oder Stühle.
Eigentlich sollte ich den pfundschweren Stapel Prospekte, der uns jeden Sonntag mit dem Anzeigenblatt ins Haus geliefert wird, unbesehen in die Grüne Tonne werfen. Ich bin zwar keineswegs Konsumverweigerin, aber ich gehöre nun einmal nicht zur typischen Zielgruppe der Wochenangebote, mit denen die Handelsketten in ihre Läden locken. Doch man ist ja neugierig, und so blättere ich auch heute wieder auf dem Weg zur Grünen Tonne noch schnell einige der Prospekte aus dem Sonntagsstapel durch, um sie dann mit dem guten Gefühl zu entsorgen, dass die Werbung wieder einmal an mir vorbeigegangen ist und ich viel Geld gespart habe, weil ich nichts von dem kaufen werde, was da so alles angepriesen wird.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich beinahe schwach geworden wäre, denn gleich in zwei Prospekte erwischten mich an meinem "wunden Punkt": Heimtierbedarf, wie es so schön im Branchenjargon heißt.
Für unsere lieben Tiere geben wir Deutschen, und da mache ich keine Ausnahme, Unsummen aus, genauer gesagt insgesamt fast vier Milliarden Euro im Jahr – Tendenz steigend. Tierfutter, Tierbedarfsartikel und Dienstleistungen fürs Tier sind ein lukrativer Wachstumsmarkt, und so wundert es nicht, dass der Handel ständig neue Produkte auf den Markt schmeißt: Alles für die Katz (und den Hund).
Bekomme ich jetzt endlich auch 'was zu
essen?
Ich bin immer ganz verzückt, wenn ich in einem Prospekt hübsch verzierte Halsbänder für die Hunde, lustiges Spielzeug für die Katzen und kuschelige Decken, Kissen und Wohnhöhlen für beide entdecke. Dann würde ich am liebsten gleich losfahren und die beworbenen Artikel kaufen. Aber zum Glück sind sonntags die Geschäfte meistens geschlossen, und bis Montag siegt zum Glück die Vernunft. Ich begreife, dass es gar nicht darum geht, den Tieren irgendetwas Schönes zu kaufen, sondern mir eine Freude zu machen. Die Tiere (unsere zumindest) interessieren sich überhaupt nicht für die bunte Produktwelt der Heimtierbedarfsindustrie. Wenn zum Beispiel Fyffes und Foxy zwischen einer Packung Hundekuchen und und einer neuen, superflauschigen Kuscheldecke wählen könnten, würden sie sich garantiert immer für die Hundekuchen entscheiden. Sie wollen nämlich gar keine Futternäpfe mit stilisierten Knochen oder Strasssteinchen oder andere speziell für sie entworfenen Produkte, sondern lieber die Gegenstände nutzen, die wir auch nutzen. Als ich einmal für Fyffes und Foxy zwei schöne Hundekörbchen gekauft hatte, haben sie das, glaube ich, als Beleidigung aufgefasst. So nach dem Motto: Jetzt sind wir wohl auf dem Sofa unerwünscht.
Und so liegen sie weiterhin lieber auf Sofas, Sesseln und Stühlen, die eigentlich für Menschen und nicht für Tiere bestimmt sind. Am liebsten würden sie auch noch mit uns zusammen am Esstisch sitzen, aber da die sie, im Gegensatz zu uns, Fleischfresser sind, wäre uns das dann doch etwas zu unappetitlich.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Zaunbau als Zeitvertreib

Not amused: Aladin (zweiter von links) zwischen den drei zickigen Mädchen im Paddock.
Unser Haflinger Aladin hat es nicht leicht. Er muss sich den Paddock mit drei Mädchen teilen, und das ist für ihn kein Vergnügen. Wenn die Mädchen mal wieder 'rumzicken, bekommt er das schmerzhaft zu spüren. Entweder wird er vom Heuhafen weggebissen oder er kassiert einen Huftritt.  Deshalb lassen wir ihn tagsüber meistens frei auf dem Hof herumlaufen. Aber statt sich uns gegenüber dafür dankbar zu erweisen, das wir ihn aus dem "Zickenstall" befreit haben, macht er nur Blödsinn. Entweder steigt er in die Scheune ein und bedient sich selbst beim Heu, oder er bricht in den Obstgarten ein und lässt sich unsere schönen roten Äpfel schmecken. Sein neuster Streich: Er klettert über den Zaun auf die Schafweide. Friedlich grasend steht er da, während sich die Schafe fürchterlich beschweren, dass ihnen ein Pferd ihr Gras wegfrisst.
Nachdem ich Aladin heute innerhalb einer Stunde drei Mal von der Schafweide holen musste, hat es mir gereicht – vor allem deshalb, weil er den Wildzaun von den Zaunpfählen abgerissen und niedergetrampelt hat. Das bedeutete, dass unsere Sonnntagstour mit den Hunden heute ausfallen musste und wir stundenlang fluchend den Zaun reparierten. Und abends waren wir dann alle depromiert: Aladin, weil er nun nicht mehr auf die Schafweide kommt, die Hunde, weil sie auf ihren Spaziergang verzichten mussten, und wir, weil Zaunbau als Zeitvertreib nicht unbedingt auf Platz eins unserer liebsten Sonntagsbeschäftigungen steht.
Ja, mit den lieben Tieren hat man so seinen Spaß...

Samstag, 5. Oktober 2013

Quittenmarmelade

Ein Korb mit Quitten aus dem Garten meiner Eltern.
Mit dem Pürierstab werden die gekochten Fruchtstücke zer-
kleinert
Seit jeher gilt sie als Symbol für Liebe, Glück, Fruchtbarkeit, Klugheit, Schönheit, Beständigkeit und Unvergänglichkeit. Die Quitte ist eines der faszinierendsten Mitglieder der Familie der Rosengewächse, und mit den Rosen hat sie gemeinsam, dass sie wunderbar duftet. Ein paar Quitten reichen, um ein ganzes Zimmer in einen betörenden Duft zu tauchen. Und Quittenmarmelade und das Quittenbrot – das ist ein fruchtiges, nur schwach süßes Konfekt – sind sehr lecker. Dennoch wird die Quitte ganz bestimmt nicht mein Lieblingsobst werden, denn sie hat einen entscheidenden Nachteil: Die Früchte sind dermaßen hart, dass ihre Verarbeitung richtig anstrengend ist.
Fertig: Die Quittenmarmelade ist in Gläser (und ein Schälchen
fürs Frühstück morgen) abgefüllt.
Heute habe ich einen ganzen Wassereimer voll – die Früchte stammen aus dem Garten meiner Eltern – geschält, entkernt und in Stücke geschnitten, sodass mir jetzt die Hände weh tun. Aber dafür ist das Ergebnis meiner Arbeit jetzt im Glas. Die knapp drei Kilo Fruchtfleisch reichten für insgesamt zehn (verschieden große) Gläser und ein kleines Schälchen, das ich gleich morgen auf den Frühstückstisch stellen werde. Da ja bald die Weihnachtszeit beginnt, habe ich die Marmelade mit Zimt und in Rum eingelegten Rosinen verfeinert.
Das Vorbereiten der Quitten hat länger als eine Stunde gedauert. Dagegen ging das Kochen vergleichsweise fix. In etwas Wasser habe ich die Quittenstücke zehn Minuten weich gekocht und sie dann mit dem Pürierstab zerkleinert. Dann habe ich jeweils ein Kilo von dem Mus mit 500 g Gelierzucker 1:2 aufgekocht,  die Rumrosinen dazugegeben, das Ganze mit Zimt gewürzt und die Marmelade in die vorbereiteten, mit kochendem Wasser sterilisierten Gläser abgefüllt. Da ich drei Kilo Fruchtfleisch hatte, musste ich diese Prozedur noch zweimal wiederholen.

Freitag, 4. Oktober 2013

Ein Schloss im Wald und verwundete Bäume

Blick auf das im Wald versteckte Schloss
Neumühle.
Heute war ich mal wieder wandern, aber nicht zu meinem Vergnügen, sondern weil ich noch schöne Herbstfotos für den Wanderführer für die östliche Südheide und die westliche Altmark brauchte, der im nächsten Jahr in unseren Verlag erscheinen soll. Ausgangspunkt der heutigen Tour mit dem Autor des Wanderführers war der einige Kilometer nordöstlich von Brome gelegene Ort Mellin. Wir wanderten in einer hügeligen Landschaft durch Lärchen- und Buchenwälder, erreichten auf einem schmalen, schon halb zugewachsenen Pfad die Quelle des Tangelnschen Baches, der einst Rostock mit Wasser versorgte (nein, gemeint ist nicht die Hafenstadt in Mecklenburg-Vorpommern, sondern ein kleines Dorf gleichen Namens in Sachsen-Anhalt), und umrundeten das im Wald versteckte Schloss Neumühle, das eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Wolfsburger Schloss hat. Diese Ähnlichkeit ist beabsichtigt: 1938 wurde die Stadt des KdF-Wagens – das heutige Wolfsburg – von den nationalsozialistischen Machthabern gegründet. Graf Günther von der Schulenburg verlor ddurch nicht nur einen Teil seiner Ländereien, sondern auch sein Schloss.  Immerhin erhielt er eine Abfindung in Höhe von 560.000 Reichsmark. Davon baute er sich ab 1938 ein neues Schloss auf einem ihm gehörenden Waldgrundstück in der Altmark, rund 35 Kilometer vom Schloss Wolfsburg entfernt. Es wurde nach Plänen des Architekten Paul Bonatz in moderner Bauweise aus Stahlbeton errichtet. Äußerlich wurde das Schloss auf alt getrimmt, erhielt eine Fassade im Stil der Weser-Renaissance, 1942 wurde das Bauwerk fertiggestellt und bezogen. Doch die Freude über das neue gräfliche Domizil währte nur nur drei Jahre. Kurz nach Kriegsende, vor der Einrichtung der sowjetischen Besatzungszone, flohen die von der Schulenburgs zurück nach Wolfsburg. Dabei ließen sie den Großteil ihrer Habe zurück. Das Schloss wurde von Soldaten der Roten Armee geplündert. Der gut versteckte Familienschatz blieb dabei allerdings verschont. Er wurde erst 2001 gefunden.
Unterhalb der in die Rinde der Kiefer gerisse-
nen Wunde waren Gefäße am Stamm befestigt,
in denen das Baumharz aufgefangen wurde.
Die von der Schulenburgs wurden erneut enteignet. Nach dem Krieg waren dort Flüchtlinge untergebracht, anschließend wurde das Schloss in ein Sanatorium für Lungentuberkulosekranke umgewandelt. Von 1965 bis 1991 wurde das Schloss als Pflegeheim für geistig Behinderte genutzt. Bis etwa zur Jahrtausendwende diente es als Wohnheim für geistig und seelisch behinderte Senioren.
Seit März 2000 gehört das Schloss einem Hamburger Immobilienkaufmann und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Zurzeit wird die Umzäunung des Schlossgeländes erweitert, sodass man nur durch die hohen Buchen hindurch einen Blick auf das Gebäude werfen kann.
In einem Bereich des Waldes, wo weder Buchen noch Lärchen, sondern ausschließlich Kiefern standen. entdeckte ich am Wegesrand eine große Wunde im Stamm einer Kiefer mit einem nach unten hin spitz zulaufenden Rillenmuster. Sehr rätselhaft! Ich untersuchte die Wunde, ging um den Baum herum, und da sah ich, dass alle Bäume die gleichen Wunden hatten. Unser Buchautor lächelte wissend. "In diesem Wald wurde bis zur Wende im großen Stil Harz gewonnen", erläuterte er. Das Harz war ein wichtiger Rohstoff für das in der Farben- und Lackindustrie bemötigte Terpentinöl.

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Erntedank, Hengstparade und Satire

Auch heute wieder, wie jeden Donnerstag, meine Ausflugstipps zum Wochenende:

Gifhorner Erntedankfest

Auf dem Gifhorner Marktplatz können am Sonnabend, 5. Oktober, viele liebevoll geschmückte Erntewagen bewundert werden. Außerdem wird den Besuchern einbuntes Programm geboten:

9:00 - 15:00 Uhr      Erntedankfest-Markt mit Ausstellung der Erntewagen
9:30 - 9:45 Uhr        Die Jagdhornbläser des Hegerings Gifhorn spielen
9:45 Uhr                   Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich eröffnet das Erntedankfest

bis 11:00 Uhr           Buntes Programm auf der Bühne am Rathaus (Musik, Tänze und Lieder)
11:00 - 11:50 Uhr    Ökumenischer Gottesdienst
12:00 Uhr                Einbringen der Erntekrone ins Rathaus - Übergabe an den Bürgermeister - Tänze
                                der USK-Trachtentanzgruppe unter der Erntekrone
ab 12:00 Uhr           Mittagessen auf dem Marktplatz (Eintopf aus der Feldküche der Freiwilligen
                                Feuerwehr Gifhorn, Pellkartoffeln und Quark, Kartoffelpuffer sowie
                                Kaffee und Kuchen)
12:00 - 14:30 Uhr    Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Gifhorn spielt zünftige Blas- und
                                Unterhaltungsmusik
14:45 - 15:00 Uhr    Einbringen der Erntegaben der Vereine in die St. Nicolai-Kirche

Celler Hengstparade


Die letzte der diesjährigen Celler Hengstparaden findet am Sonnabend, 5. Oktober, on 13 Uhr an auf dem Gelände des Landgestüts statt.
Prächtig herausgebrachte Hengste, funkelnde Geschirre und historische Uniformen machen die Celler Hengstparaden seit über hundert Jahren zu einem besonderen Erlebnis für Jung und Alt. In einem etwa vierstündigen Programm zeigen die Hengste, was sie in ihrer Ausbildung im Landgestüt gelernt haben, wobei die Freiheitsdressur, die Ungarische Post und die Römerwagen seit jeher Favoriten des Publikums sind. Anspruchsvolle Fahrschaubilder gehören ebenso zum Programm wie Dressur- und Springdarbietungen.
Tickets für die Hengstparaden sind hier erhältlich.


Lerne lachen, ohne zu weinen


Bernhard Weber
Mit dem Programm "Lerne lachen, ohne zu weinen" gastiert der Hamburger Sänger und Schauspieler Bernhard Weber am Sonnabend, 5. Oktober, von 20 Uhr an im Neuen Schauspielhaus in Uelzen. In seinem Repertoire hat er Texte von Tucholsky über Brecht bis hin zu Kästner und schließlich Ringelnatz. Dessen alter Ego Kuddel Daddeldu ist eine von Webers Paraderollen. So manchem Zuhörer wird das Lachen im Hals stecken bleiben, muß er doch erkennen, daß das gehörte auch heute noch der Realität entspricht. Neben den ironisch-amüsanten Geschichten wird den Gästen auch viel Zeitgeschichte vermittelt.
Karten für die Veranstaltung sind an der Abendkasse erhältlich oder können unter der Telefonnummer 0581/76535 (ab 16 Uhr) reserviert werden.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Tod eines Baumes

Gefällte Buche im Schooten bei Hösseringen.
Wenn ich dieses Foto betrachte, das ich im Schooten bei Hösseringen aufgenommen habe, kommt mir sogleich das altbekannte Gedicht von Eugen Roth (1895-1976) in den Sinn:
"Zu fällen einen schönen Baum
braucht's eine halbe Stunde kaum.
Zu wachsen, bis man ihn bewundert,
braucht er, bedenk es, ein Jahrhundert."

Diese Buche hat wahrscheinlich sogar noch mehr als ein Jahrhundert gebraucht, bis sie diesen stattlichem Stammdurchmesser erreicht hat. Nun liegt sie da und ist schon von Pilzen besiedelt. Warum wird das Holz nicht verwertet, damit der von Menschenhand herbeigeführte Tod des Baumes wenigstens nicht ganz sinnlos war?
Leider vergessen wir nur allzu leicht, dass Bäume Lebewesen sind wie wir. Nur weil sie anders aussehen, weil sie kein Gesicht haben, nehmen wir sie nicht als gleichberechtigte Lebewesen war.
Wer das wunderschöne Buch "Die Bäume meines Waldes" des deutschstämmigen amerikanischen Biologieprofessors Bernd Heinrich gelesen hat, weiß, dass Bäume auf ihre Art genauso intelligent sind wie wir. Sie können Schmerzen empfinden und sogar untereinander kommunizieren und gemeinsam Strategien entwickeln, um sich zum Beispiel gegen Schädlinge zu wehren.
Der libanesisch-amerikanische Dichter und Philosoph Khalil Gibran (1883-1931) hat einmal geschrieben: "Bäume sind Gedichte, die die Erde an den Himmel schreibt. Wir fällen sie nieder und verwandeln sie in Papier, um unsere Leere zu dokumentieren."
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Dienstag, 1. Oktober 2013

Kirschgroße Beeren

2013 ist offenbar ein gutes Vogelbeerjahr.
Es gibt gute und schlechte Apfeljahre, und auch Kirschen und Pflaumen und die meisten anderen Obstgehölze tragen in einem Jahr mehr, im anderen Jahr weniger Früchte. Das hängt vor allem mit dem Wetter zusammen. Ist es zur Blütezeit im Frühling zum Beispiel zu nass oder zu kalt, sind nur wenige Bienen unterwegs, und viele Blüten bleiben unbestäubt.
Für die Vogelbeere oder Ebersche (Sorbus aucuparia) scheint im Frühling diesmal offenbar alles gut gelaufen zu sein. So große Beeren habe ich jedenfalls noch nie an den Bäumen gesehen. Sie sind tatsächlich so groß wie Kirschen, und somit ist es kein Wunder, dass sich die Zweige unter der Last der Früchte so stark biegen, dass man befürchten muss, sie würden abbrechen.
Hierzulande werden Vogelbeeren als anspruchslose Kleinbäume zwar häufig als Feldrandgehölze gepflanzt, aber ihre Früchte bleiben meisten ungenutzt und somit den Vögeln vorbehalten.
Dabei lässt sich aus den orangen Beeren leckere Marmelade kochen. Durch das Kochen reduziert sich allerdings der hohe Vitamin-C-Gehalt (bis zu 100 mg pro 100 g Beeren)  um ein Drittel .
Früher wurde aus den Beeren der Zuckerersatz Sorbit gewonnen. Inzwischen ist man in der Lage, diesen Süßstoff industriell herzustellen.
In Süddeutschland und der Alpenregion werden auch heute noch Weine, Schnäpse und Liköre auf Vogelbeerbasis hergestellt, und in der Naturheilkunde finden Blätter und Blüten der Vogelbeere, getrocknet und zu Tees verarbeitet,  gegen Husten, Bronchitis und Magenverstimmungen Verwendung.
Roh sollte man die Beeren allerdings nicht essen, denn sie enthalten Parasorbinsäure, die zu Magenproblemen führen kann. Durch Kochen wird die Parasorbinsäure zu Sorbinsäure abgebaut, die gut verträglich ist.