Dienstag, 30. Juni 2015

Stylisches Outfit

Goldglänzender Rosenkäfer auf einer Pastinakenblüte in unserem Garten.
Wow, in so einem metallisch grün schillerndem Kleid wäre ich auf jeder Party ein echter Hingucker. Im Gegensatz zu uns Frauen muss der Goldglänzende Rosenkäfer (Cetonia aurata) für sein stylisches Outfit nicht einen einzigen Euro ausgeben. Wer so gut aussieht, hat natürlich gute Voraussetzungen, zum Germany's next topmodel gekürt zu werden, und tatsächlich durfte sich der Goldglänzende Rosenkäfer mit dem Titel "Insekt des Jahres 2000" schmücken.
Trotz seines Namens ist der Rosenkäfer übrigens nicht auf Rosen abonniert. Er ist auch häufig auf Blüten von Obstgehölzen, Holunder, Weißdorn oder Doldenblütern anzutreffen. Zu letzteren gehört auch die blühende Pastinakenpflanze in unserem Garten.

Montag, 29. Juni 2015

Viele leckere Beeren

Die roten Johannisbeeren sind schon reif, die schwarzen brauchen noch ein paar Tage Sonne.
Zurzeit fühle ich mich ein bisschen wie im Schlaraffenland. Jeden zweiten Tag ernte ich in unserem Garten eine große Schale Erdbeeren, und jetzt sind auch noch die Johannisbeeren reif. Wenn die geerntet sind, kann ich mich noch auf viele weitere leckere Beeren freuen: Stachelbeeren, Brombeeren, Blaubeeren, Boysenbeere. Nur Maulbeeren werden wir in diesem Sommer noch nicht ernten können, denn der Baum ist noch zu jung, entwickelt sich aber gut.

Sonntag, 28. Juni 2015

An der Lachte ...

Auf der Lachte-Brücke am Kainer Weg in Lüsche.
... ist es immer wieder wunderschön. Zurzeit kann man dort viele, blau schillernde Prachtlibellen beobachten. Wir haben heute auf unserer Sonntags-Radtour den kleinen Zwischenstopp auf der Lachte-Brücke in Lüsche genossen. Stundenlang hätten wir dort stehen und aufs Wasser hinabschauen können.

Die Brücke vom Ufer aus betrachtet.

Samstag, 27. Juni 2015

Siebenschläfertag

Die Riesenpfützen, die uns der Starkregen heute beschert hat, wirken im Licht der Abendsonne wie kleine Seen.
Vor dem Unwetter, das heute in Süddeutschland wütete, blieben wir hier im Norden der Republik zum Glück verschont. Das Gewitter war harmlos, aber zweimal hatten wir am Nachmittag richtig heftigen Starkregen. Am Abend waren die Wolken bereits verschwunden, und die Sonne spiegelte sich in den riesigen Wasserlachen, die sich überall gebildet hatten. 

Wir sind ganz froh, dass der Garten, bevor es nächste Woche sommerlich warm wird, noch einmal gut bewässert worden ist. Und obwohl heute Siebenschläfertag ist, machen wir uns auch gar keine Sorgen um das Sommerwetter. Denn wir wissen, dass nicht nur das Wetter an diesem einzelnen Tag darüber entscheidet, wie der Sommer wird, sondern dass dafür der Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli ausschlaggebend ist. Und für die kommende Woche sind die Aussichten ja alles andere als schlecht.

Freitag, 26. Juni 2015

Lieber Grün als Gift in der Gosse

Hier ist erfreulicherweise einmal nicht die 
allseits beliebte Glyphosat-Giftspritze 
zum Einsatz gekommen.
Heute meldeten die Medien, dass Wissenschaftler in Proben von Muttermilch bedenklich hohe Konzentrationen des höchstwahrscheinlich Krebs erregenden Pflanzenschutzmittels Glyphosat nachgewiesen haben. Das vor allem unter dem Markennamen "Roundup" bekannte Gift findet nicht nur in der Landwirtschaft Verwendung, sondern erfreut sich auch bei Hobbygärtnern und Hausbesitzern nach wie vor großer Beliebtheit. Auch bei uns in der Nachbarschaft sind die Giftspritzen regelmäßig zum Einsatz. Viele Menschen können es einfach nicht ertragen, wenn in der Gosse auch nur ein Grashalm sprießt und versprühen deshalb großzügig Glyphosat. Dass das Zeug ins Grundwasser und von dort in unsere Nahrungskette gelangt, ist ihnen offenbar egal. Hauptsache Gehweg und Gosse sind sauber.
Wir freuen uns immer, wenn wir giftfreie Gossen entdecken. Zu erkennen sind sie an den kleinen, zarten Pflänzchen, die aus den Fugen wachsen. Grauer Beton ohne jegliches Grün ist nämlich immer verdächtig, denn es deutet darauf hin, dass hier Gift gespritzt wurde, denn kaum jemand macht sie die Mühe, die Fugen in Gosse und Gehweg in Handarbeit vom verhassten "Unkraut" zu befreien.
Wie schön war es doch, heute Abend auf dem Hundespaziergang eine blühenden Mohnblume in einer  Gosse im Dorf zu entdecken. Ein schönes Symbol des Lebens und des Widerstands gegen den allgemeinen Ordnungswahn.

Donnerstag, 25. Juni 2015

Ein Küsschen zur Begrüßung

Zum Frühstück und Abendessen sitzen sie im Innenhof zusammen, aber sonst gehen sie ihre eigenen Wege, unsere drei Katzengeschwister. Das soll nicht heißen, dass sie sich aus dem Weg gehen, aber jede Katze hat so ihre eigenen Interessen und Vorlieben. Wenn sie sich im Laufe des Tages auf begegnen, begrüßen sie sich herzlich mit Küsschen – so wie heute Abend der schwarzweiße Kater und seine grau getigerte Schwester oben an der Pferdeweide:


Mittwoch, 24. Juni 2015

Keine Vorbehalte gegen weiße Blüten

Weiß blühende Hortensien gelten immer noch als Friedhofsblumen. Mir ist das egal, ich habe sie gerne im Garten.
Mein Glück, dass immer noch viele Leute Vorbehalte gegenüber weiß blühenden Blumen haben. So kann ich immer wieder einmal ein schönes Schnäppchen machen. Auch diese Hortensie habe ich fast geschenkt bekommen. Die mit blauen und roten Blüten waren bereits alle ausverkauft, aber die weißen "Friedhofsblumen" wollte niemand haben.
Ich teile nicht die offenbar nach wie vor weit verbreitete Auffassung, dass weiß blühende Blumen nur etwas fürs Grab sind. Im Gegenteil: Ich liebe weiße Blumen, und ich würde es auch nicht als Beleidigung oder böses Omen auffassen, wenn mir jemand weiße Blumen schenken würde. Ich erfreue mich lieber an ihnen, solange ich lebendig bin. Wenn ich tot bin, kann ich das nicht mehr.

Dienstag, 23. Juni 2015

Die Regel, nicht die Ausnahme

 Sommerliches Stillleben mit Rosen und Erdbeeren aus unserem Garten.
Da freut man sich, dass es endlich mal wieder regnet und die Pflanzen, die schon kurz vor dem Verdursten waren, halbwegs wieder zu Kräften kommen, da geht auch schon das Gejammere los. Wie schrecklich das Wetter sei, höre ich im Radio – das sei doch kein Sommer. So ein Blödsinn! Auch wenn die Gute-Laune-Moderatoren sich offenbar verpflichtet fühlen, als Sonnenanbeter aufzutreten, beginnt dieser Sommer kaum anders als die meisten anderen. Eine überwiegend kühle und regnerische zweite Junihälfte ist die Regel und nicht die Ausnahme. Es gibt keinen Grund, jetzt schon einen Abgesang auf diesen Sommer anzustimmen.

Montag, 22. Juni 2015

Endlich der ersehnte Regen!

Ein Ahornblatt mit Regentropfen, darunter die reinste Steppe, wo einst
Rasen war.
Einige Schauer hatten wir auch in der vergangenen Woche schon, aber gebracht haben sie so gut wie nichts. Bohrte man den Finger in den Sand, musste man leider feststellen: alles nach wie vor staubtrocken. Das Wasser hatte gerade einmal gereicht, um den Garten oberflächlich zu benetzen. Aber heute gab es endlich den ersehnten Regen. Zweimal schüttete es wie aus Eimern, und das nicht nur drei, sondern jeweils etwa 30 Minuten lang. Für die Pflanzen war das sicherlich eine Wohltat, für viele von ihnen kommt sie allerdings zu spät. Auch die wegen der Trockenheit abgeworfenen Äpfel werden natürlich nicht mehr nachwachsen, und bis der verbrannte Rasen, der wie eine Steppe aussieht, sich erholt hat, wird es Wochen dauern.
Da das Wetter die ganze Woche lang so bleiben soll wie heute, wird es hoffentlich noch einige weitere ergiebige Regenfälle geben, damit sich die Pflanzen soweit erholen können, dass sie die Sommermonate gut überstehen.

Sonntag, 21. Juni 2015

Bäume gucken

Das Schild am Stamm weist diese dicke, alte Eiche am 
östlichen Ortsrand von Diesdorf als Naturdenkmal aus
Heute haben wir nach längerer Zeit endlich wieder einmal einen kleinen Ausflug in die benachbarte Altmark gemacht, vor allem weil wir Bäume gucken wollten. Ich glaube, nirgendwo sonst gibt es so viele uralte, dicke Eichen wie in Diesdorf und Umgebung.  Einige davon sind als Naturdenkmäler geschützt, was durch ein entsprechendes Schild kenntlich gemacht ist.
 Noch vergleichsweise jung und klein, aber nicht weniger interessant ist die Allee der Bäume des Jahres. Seit 1989 wird dort jeweils der Baum des Jahres gepflanzt. Auch der diesjährige, der Feldahorn, hat schon seinen Platz in der Baumreihe gefunden. Die Bäume des Jahres stehen direkt an einem Abschnitt des Altmark-Rundkurses, einem 500 Kilometer langen Radwanderweg durch die unterschiedlichen Naturlandschaften der Altmark. Für die Radwanderer gibt es an einer Wegkreuzung eine Schutzhütte, die wir für eine kurze "Hundekuchenpause" nutzten.
In Diesdorf besuchten wir zum Abschluss unserer Waldwanderung noch den  kleinen, aber sehr schön angelegten Klostergarten.
Von dem Kloster ist nur noch die Ende des 12. Jahrhunderts errichtete Klosterkirche und das Back- und Brauhaus erhalten, das im 19. Jahrhundert zum Trocknen von Kiefernzapfen genutzt wurde und seither als Darre bezeichnet wird. Außerdem sind noch große Teile der mächtigen Backsteinmauer erhalten, die einst das riesige Klosterareal umschloss.

An vielen der Buchen und Eichen im Wald rankt Efeu empor.

Allee der Bäume des Jahres. Der erste Baum wurde 1989 gepflanzt. Seitdem kommt in jedem
Jahr ein weiterer hinzu. In diesem Jahr war es der Feldahorn.





Samstag, 20. Juni 2015

So schön lange hell!

Um 22:14 Uhr, als ich dieses Foto machte, war es, wie man sieht, immer noch schön hell.
Zwar ist erst morgen der längste Tag des Jahres, aber auch heute war es natürlich abends schon fast genauso lange hell wie morgen. Der Unterschied von Tag zu Tag beträgt ja lediglich eine Minute.
Offiziell ging die Sonne heute um 21:45 Uhr unter. Aber obwohl die Sonne schon seit einer halben Stunde hinter dem Horizont verschwunden war, hatten wir gegen 22:15 Uhr noch so viel Licht, dass wir ohne unsere Augen anzustrengen draußen ein Buch hätten lesen können. Wir haben den langen Abend wieder für einen ausgedehnten Hundespaziergang genutzt.

Freitag, 19. Juni 2015

Ach, war das schön warm heute!

Kein altes Foto aus dem Winter, sondern 
ein aktuelles vonheute Abend. Fussel 
liegt vor dem herrlich warmen Ofen.
Schön warm? Wie bitte? Waren wir im falschen Film? Nein, keineswegs, es war tatsächlich heute angenehm warm bei uns, so spät abends noch. Allerdings nicht, weil der Sommer im Anmarsch ist – sein offizielles Erscheinen ist ja, zumindest laut Kalender, für Sonntag angekündigt –, sondern weil ich tatsächlich am 19. Juni ein ordentliches Feuer im Ofen entfacht habe und es endlich so warm war, wie man es zu dieser Jahreszeit erwartet.
Ich musste zur Post, ein Paket wegbringen, und das habe ich selbstverständlich mit dem Fahrrad erledigt. Aber genau in dem Moment, als ich das Fahrrad nach draußen schiebe, fängt es an zu regnen, und zwar richtig kräftig. Warten, bis es aufhört? Nein, dann geht das Paket heute nicht mehr weg, und das wäre nicht so gut, zumal man ja wegen des Poststreiks ja sowieso nicht weiß, wie lange es unterwegs sein wird. Also hole ich eine große Plastiktüte, verpacke das Paket regensicher und mache mich auf den Weg. Die Jacke lässt keinen Tropfen hindurch, aber meine Baumwoll-Leggings sind sofort klitschnass. Als ich bei der Postfiliale ankomme, steht der LKW schon abfahrbereit, die Pakete sind schon eingeladen. Ob er nicht noch kurz warten könne, bis ich das Paket habe einscannen lassen, frage ich den LKW-Fahrer. Das Paket müsse unbedingt noch mit. Na gut, sagt er, und ich gehe schnell hinein in die Postfiliale, wo zum Glück nur ein einsamer Briefmarkenkäufer vor mir am Schalter steht. Aber dann halte ich meinen Einlieferungsbeleg in der Hand und reiche dem freundlichen Postmenschen das Paket hinauf auf den LKW. Hinter mir kommt der Briefmarkenkäufer und ruft: "Können Sie meinen Brief auch noch mitnehmen?" "Geben Sie her", sagt der Mann mit dem LKW.
Ich fahre weiter zum Einkaufszentrum. Zum Glück hat es inzwischen aufgehört zu regnen, und meine  Leggings sind schon wieder halbwegs trocken. Trotzdem friere ich auf dem Rückweg so, dass ich zu Hause gleich den Ofen anfeuere. Auch die Hunde freuen sich über die Wärmequelle.

Mittwoch, 17. Juni 2015

Die ersten Erdbeeren in diesem Jahr

Unsere erste erste Erdbeerernte des 2015er Jahrgangs. Genug zum Naschen für zwei Personen.
Sie sind immer etwas Besonderes: die ersten Erdbeeren des Jahres, geerntet im eigenen Garten. Heute war es soweit. Bevor die Schnecken sie holen, haben wir sie lieber gepflückt und sie uns inzwischen auch schon schmecken lassen. Sehr lecker!
Einen Riesenertrag können wir nicht erwarten, dafür ist die Anbaufläche zu klein, und Schnecken und Pilzbefall lauern, um Pflanzen und Früchten zuzusetzen, trotzdem lohnt es sich, Erdbeeren selbst anzubauen, ihr Geschmack ist unvergleichbar mit allem, was es im Handel gibt, auch wenn es gar nicht so einfach ist, ohne Spritzen gesunde Früchte hervorzubringen.

Dienstag, 16. Juni 2015

Mauerpfeffer

Wenn keine Mauer in der Nähe ist, wächst der Mauerpfeffer auch am Boden.
In der Kurve mitten im Dorf und am Radweg zum Nachbardorf: Überall habe ich heute, als ich mit dem Fahrrad unterwegs war, gelbe Flecke auf dem Boden gesehen. Die muss ich mir mal näher angucken, sagte ich mir, bremste und hielt an. Ich ging in die Hocke und bewunderte die dickfleischigen, schuppenartig angeordneten Blätter und die sternenförmigen Blüten. Die Pflanze zu bestimmen, war ziemlich einfach, denn sie kommt ziemlich häufig vor, ist aber außerhalb der Blütezeit ziemlich unauffällig, und wächst als sogenannte Pionierpflanze überall dort, wo der Boden für die meisten anderen Pflanzen zu trocken, zu sandig und zu nährstoffarm ist. Es handelt sich um den Scharfen Mauerpfeffer (Sedum acre). Er heißt so, weil die Blätter nach einigem Kauen einen dem Pfeffer ähnlichen scharfen Geschmack entwickeln und die Pflanze besonders gerne Mauern besiedelt. Botanisch gehört der Mauerpfeffer zur Gattung der Fetthennen. Es gibt in ihn auch als Zuchtform in verschiedenen Farben (Rot, Weiß, Gelb, Bunt) zu kaufen. Er ist der perfekte Bodendecker für Steingärten. in vielen verschiedenen Zuchtformen für den Garten zu kaufen.

Froschkonzert

Auf unserem allabendlichen Hundespaziergang kamen wir auch heute wieder am Dorfteich vorbei und konnten dort dem Froschkonzert lauschen. Hier ein kurzer Konzertmitschnitt:


video


Der Dorfteich ist übrigens ein Quellteich. Die Quelle, in ihm entspringt, speist einen Bach, der knapp einen Kilometer weiter südlich auch über unser Hofgrundstück fließt unterhalb unseres Dorfes in einem Auwald verschwindet, der mitsamt dem Bach unter Naturschutz steht.

Samstag, 13. Juni 2015

Die Apfelernte liegt am Boden

Die Apfelbäume leiden unter Trockenstress und werfen die Äpfel ab.
Unser Celler Dickstiel, der uns im vergangenen Jahr zum ersten Mal mit einer reichen Ernte voller lecker schmeckender Äpfel bedachte, sieht noch immer wunderbar gesund aus, aber die Trockenheit hinterlässt ihre Spuren: Für all die kleinen Äpfel, die unter seiner Krone im braunen Gras liegen, wäre auch der für heute angekündigte Regen zu spät gekommen. Der Baum schmeißt ab, was unter diesen Bedingungen nicht groß zu ziehen ist.
Das Gewitter fiel bei uns aus. Schwül war es, lauter dunkle Wolken zogen vorbei, einen einzigen nennenswerten Guss gab es, aber auch dessen Tropfen reichten nicht einmal unter die Kronenbereiche der großen Bäume, jetzt ist der Himmel schon wieder klar. Um wenigstens die letzten Äpfel zu retten, habe ich heute Abend noch einmal ausgiebig gesprengt, aber eine Lösung ist das nicht.
Die Landwirte bei uns im Dorf kann ich gar nicht mehr verstehen. Mehrfach fuhren sie mit ihren Spritzentanks am Haus vorbei, der Ackerrand war heute Abend gelb, wo das Unkrautvernichtungsmitteln schon sein zerstörerisches Werk vollbracht hat. Wären die Bauern mit Ladungen voller Wasser vorbeigekommen, um ihre Ackerfrüchte zu retten, das hätte für mich Sinn gemacht. Stattdessen wird auf das trockene Zeug jetzt noch Gift gegossen. Völlig verrückt.

Freitag, 12. Juni 2015

Sogar der Giersch macht schlapp

In der Vase halten sich Giersch und Hahnenfuß zur-
zeit  länger als draußen. 
Die Korbstühle haben wir heute Abend lieber hereingeholt, falls Gewitter und Regen uns schon in der Nacht erreichen. Auch der kleine Strauß von der Kaffeetafel kam mit, wurde kurz in der Küche zwischengeparkt, wo das Bild entstand. Die weißen Dolden stammen von einem Kraut, das Gärtner unter Normalbedingungen schier zur Verzweifelung treiben kann, das aber in der Vase, besonders in solchen trockenen Tagen wie jetzt, länger hält als draußen: vom Giersch.
Jetzt muss man mit ihm fast schon Mitleid haben. "Bei uns im Garten ist der Giersch auch schon am Vertrocknen", wurde uns erst am Vormittag erzählt. Da mussten wir an unseren Strauß denken, der immerhin schon ein paar Tage hält und das sicher noch ein paar weitere Tage tun wird. Wir pflücken die Blüten jedes Jahr für die Vase, sie sind durchaus dankbar, bringen ein bisschen "Wiesenflair" ins Wohnzimmer.
Der Giersch steht bei uns in Bachnähe, im Schatten einiger Sträucher, im Garten haben wir ihn – zum Glück – nicht. Dafür vertrocknen bei uns die Akeleien und Lupinen. Die Pferdeweide ist zur Steppe geworden, der Rasen braun und nicht grün. Es ist unmöglich, den gesamten Garten zu bewässern. Wir können jetzt nur warten und hoffen, dass der Regen kommt. Auch auf die Gefahr hin, dass dann der Giersch wieder munter weiterwuchert ...

Donnerstag, 11. Juni 2015

Zucchinizeit

Im Panini-Grill sind die Zucchinischeiben ratzfatz zubereitet.
Unsere eigenen im Garten sind leider noch nicht erntereif, aber im Laden gibt es sie jetzt endlich wieder in Bio-Qualität und zu akzeptablen Preisen: Zucchini sind nicht nur kalorienarm, vitaminreich und leicht verdaulich, sondern sie lassen sich auch vielseitig zubereiten. Man kann sie braten, backen, kochen, grillen, pürieren oder auch roh essen. Bei uns gab es heute Abend Grillgemüse, und da sind Zucchini ein unverzichtbarer Bestandteil. Am liebsten bereite ich sie im Panini-Grill zu. Das geht schnell und ohne viel Fett. Ich pinsele die Zucchinischeiben lediglich mit etwas Öl ein, lege sie auf die untere Grillplatte des Panini-Grills, klappe die obere Grillplatte herunter und drücke sie mit dem Griff fest an, sodass die Zucchinischeiben innerhalb von ein bis zwei Minuten beidseitig schön gebräunt sind und die typiscen Grillstreifen aufweisen.
Ebenso verfahre ich mit anderem Gemüse. Leider hatte ich keine Paprika mehr im Haus und keine Lust, nur wegen Paprika einkaufen zu fahren, aber dafür hatte ich noch ein Aubergine, eine Süßkartoffel und ein paar Cocktailtomaten. All das kam nacheinander in den Grill. Mit knusprigen Steinofenbrotstangen und etwas Extra-Hot-Ketchup ergab das ein schnell und einfach zubereitetes, leckeres Abendessen.

Grillgemüse und knuspriges Brot dazu – ein einfach und schnell zubereitetes und 
sehr leckeres Essen für so sommerlich warme Abende wie heute.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Der Hüter der Hausgeister ist noch immer gut gelaunt

Der Holunder an unserer Scheune blüht und verströmt 
seinen süßlichen Duft.
Die Wolken schwer und mit dunklen Regenbäuchen halten nicht, was sie versprechen, ziehen vorbei, lassen die Hoffnung auf Regen einfach ins Leere laufen. Aber einem Gartengesellen scheint das gar nichts auszumachen. Der Hüter der Hausgeister blüht Trockenheit und Wind gutgelaunt entgegen, scheint nicht einmal gute Miene zum bösen Spiel zu machen, sondern sieht noch immer zufrieden aus – der Holunder. Die tellerförmigen Blütenstände öffnen sich, verströmen ihren süßlichen Duft, das dunkle Laub strotzt vor Gesundheit, daran nagt nicht einmal Ziege Paulinchen.
Der treue Begleiter des Menschen hat sich auch bei uns klug seinen Standort gewählt. Das Regenwasser sammelt sich zu seinen Füßen, welkes Laub ebenso, doch die Strahlen der Sonne dringen kaum dorthin davor, erreichen aber seine grüne Krone. Am Rand des Pferdeauslaufs ist die Erde sicher nährstoffreich. Besser geht es kaum. Seitdem er so fleißig blüht, wächst an den merkwürdigsten Standorten sein Nachwuchs: unterm Scheunendach, am Holzstapel, mitten auf der Wiese. Bislang sehen alle Holundersprößlinge gut aus, trotz der Trockenheit. Und wenn eines Tages auch ihnen das Wasser fehlt, würden wir Gießkannen voll damit heranschleppen  – damit auch unsere Hausgeister bei guter Laune bleiben ...

Dienstag, 9. Juni 2015

Hummeln haben es zurzeit schwer

Eine Hummel nähert sich heute Abend einer Fingerhutblüte.

Nachdem der Tisch in den vergangenen Wochen reich gedeckt war – Löwenzahn, Obstbäume, Beerensträucher und die Kastanien blühten–, ist das Nahrungsangebot für die Hummeln inzwischen ziemlich karg. Lediglich die Erdbeeren und Akeleien lockten noch Insekten. Es fehlt nicht nur an Blühpflanzen, die Trockenheit tut ein Übriges, das Sommerblumen nicht recht in Gang kommen, und das, was blüht, viel zu schnell wieder vergeht. Immerhin hat jetzt der Fingerhut zu blühen begonnen, sodass sich die Hummeln wenigstens an ihm bedienen können.

Montag, 8. Juni 2015

Weitgehend unbekannte Schönheit

Zweifellos ein Hingucker im Gemüsebeet: Rote Melde.
"Jetzt muss ich doch mal fragen: Was ist das Rote da in Ihrem Beet?" Die Frau mit den kurzen, grauen Haaren kommt regelmäßig an unserem Haus vorbei. "Das ist die Rote Melde, eine alte, historische Sorte", antworte ich ihr. "Aha", sagt sie, wünscht mir einen guten Tag und geht ihres Weges.
Melde, die kennt sie wohl eher als Unkraut, auch wir haben die Pflanzen mit den wie bemehlt aussehenden Blättern im Garten. Wo sie stören, lassen sie sich leicht herausreißen, im Ackerbau können sie wegen der hohen Zahl ihrer Samen zum Problem werden.
Die Rote Melde mit dem Namen "Rubinrot" wurde von einer Saatgutinitiative in Österreich erhalten, war eine Lokalsorte im österreichischen Burgenland. Angeblich aber war die Gartenmelde der Spinat unserer Vorfahren und wurde von diesem ab dem späten Mittelalter verdrängt. Zartere Blätter hat sie als Spinat, soll milder schmecken als dieser. Wir haben bislang noch kein Blatt geerntet, sondern begeistern uns jeden Tag aufs Neue an ihrer leuchtenden Erscheinung.
Auf jeden Fall werde ich wieder Samen ernten, vielleicht bekommt sie keine eigene Reihe im Gartenbeet, aber dafür einfach ihren Platz zwischen den Blumen, da passt sie schön zwischen.

Sonntag, 7. Juni 2015

Lange, helle Abende

Kleine Rast auf der abendlichen Radtour durch die grünen Wiesen.
Die langen, hellen Abende sind das, was ich am Juni am meisten mag. Ich nutze sie, wenn möglich, für einen späten Spaziergang mit Hund oder, so wie heute, für eine kleine Zehn-Kilometer-Radtour. Abends zwischen 20 und 22 Uhr ist es nicht mehr so heiß, die tief stehende Sonne taucht die Landschaft in ein warmes Licht, und die saftig grünen Wiesen und die Kornfelder leuchten noch mehr als im grellen Tageslicht. Außerdem sind bei uns auf dem Land um diese Zeit außer einigen Bauern kaum noch Leute unterwegs, und so genieße ich die Ruhe und den Frieden, der über der Landschaft liegt. Herrlich! So könnte jeder Tag des Jahres ausklingen.

Samstag, 6. Juni 2015

Aus der Erde statt aus dem Himmel

Ohne Wasser keine Ernte.
Da das für heute Morgen angekündigte Gewitter ausgeblieben ist und es wider Erwarten nicht ein bisschen geregnet hat, mussten wir heute Abend den Schlauch ausrollen, die Gartenpumpe in Betrieb nehmen, die Gießkanne füllen und unseren Küchengarten bewässern. Ein kräftiger Regenschauer wäre natürlich Zeit und Energie sparender gewesen, als das Wasser aus der Erde zu holen, aber das Wetter ist ja kein Wünsch-Dir-Was-Programm. Aber während die meisten Leute auf einen heißen, trockenen Sommer hoffen, wären wir nicht traurig, wenn uns Hitze und Trockenheit erspart blieben. Wenn man auf dem Land lebt, Obst und Gemüse anbaut und Tiere hat, die frisches, grünes Gras bevorzugen, hat man eine etwas andere Einstellung zum Wetter als die meisten Stadtmenschen.

Freitag, 5. Juni 2015

Nur die Ziegen lieben solche Hitze

Alle anderen Tieren suchten sich heute lieber ein schattiges Plätzchen, 
nur Paulinchen blieb den ganzen Tag in der prallen Sonne – und 
schien es sogar zu genießen.
Um 23 Uhr noch 26 Grad – das hatten wir in diesem Jahr noch nicht. Gerade bin ich von einem Abendspaziergang mit Hund zurückgekommen. Jetzt ist es richtig angenehm draußen. Tagsüber war es mir allerdings bei mehr als 30 Grad viel zu heiß, und ich bin froh, dass es sich morgen nach dem Gewitter wieder etwas abkühlen wird. Unsere Tiere mögen die Hitze übrigens genauso wenig wie ich. Die Pferde bleiben lieber tagsüber in der dunklen und vergleichsweise kühlen Scheune und gehen erst abends auf die Weide. Schafe und Hühner suchen sich schattige Plätzchen unter Bäumen, und die Hunde und Mini-Schweine (die sich sonst gerne sonnen) hatten keine Lust auf ausgiebige Sonnenbäder und zogen es vor, den hochsommerlichen Frühlingstag lieber drinnen zu verbingen. Lediglich den Ziegen macht die Hitze überhaupt nichts aus. Im Gegenteil, sie scheinen sie sogar zu genießen. Kein Wunder, waren ihre wilden Vorfahren doch in Steppen und warmen und trocknen Bergregionen zu Hause.
Paulinchen kann den ganzen Tag lang in der Sonne liegen – am liebsten in ihrer Sandkuhle neben dem Paddock der Pferde. Regen mag sie allerdings überhaupt nicht. Dann verzieht  sie sich angewidert in die Scheune und kommt erst wieder heraus, wenn es draußen wieder halbwegs trocken ist.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Wiesenkerbel

Wenn der Wiesenkerbel blüht, ist der Smmer nicht mehr weit.
Morgen bekommen wir einen Vorgeschmack auf den Sommer. Für unsere Region sind eine Höchsttemperatur von 31 Grad und 16 Stunden Sonne vorhergesagt. Aber auch heute war es gefühlt schon Sommer. Als ich mit dem Fahrrad zu einem Termin in der nahe gelegenen Kleinstadt fuhr, sah ich an den Wegrändern den Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) blühen. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie bringe ich die weißen Blüten des Wiesenkerbels immer mit dem Sommer in Verbindung, obwohl er ja bereits im Frühling blüht. Es gibt Leute, die beim Stichwort Sommer an Erdbeeren oder denken – ich denke an Wiesenkerbel.

Mittwoch, 3. Juni 2015

Dezente Schönheit

Blickfang in Zartrosa: Orientalischer Mohn in unserem Garten.
Ist er nicht wunderschön?
Es gibt ihn auch in Klatschmohnrot, aber mir gefällt die zartrosa Variante des Orientalischen Mohns (Papaver orientale) viel besser, wahrscheinlich weil sie im Farbton dezenter und dadurch edler wirkt. Während der Klatschmohn (Papver rhoeas) am besten in der Masse wirkt – zum ersten Mal hatten wir ein üppig blühendes Mohnfeld auf einer Provence-Reise gesehen –, kommt der Orientalische Mohn, der auch Türkischer Mohn genannt wird, am besten als Solitärpflanze im Garten zur Geltung. Kein anderer Mohn hat so riesige Blüten und ist in einer solchen Farbenvielfalt erhältlich. Die langlebige Staude entwickelt auf 60 bis 120 Zentimeter hohen Stängeln Blüten, die so groß wie eine Milchkaffeetasse werden können.

Dienstag, 2. Juni 2015

Ins Nest geblickt

Vier kleine Amseln sitzen im Nest unter der Traufe des Scheunendachs.
Lautstark betteln die Jungvögel um Futter.
"Ist was kaputt?" ruft mein Nachbar über den Zaun herüber. Er sieht mich oben auf der Leiter stehen, die an der Scheunenwand lehnt, den Kopf unter der Traufe des Scheunendachs.
"Nein, zum Glück nicht", antworte ich, "ich mache hier oben nur ein paar Fotos."
"Von was denn?"
"Hier ist ein Nest mit Jungvögeln – Amseln."
"Aha!"
Als die kleinen Piepmätze meine Stimme hören, sperren sie ihre Schnäbel so weit auf, dass ich ihnen fast bis in den Magen gucken kann, und krakeelen mächtig. Sorry, ich habe leider nichts für euch zu fressen. Ich bin auch gleich wieder verschwunden.
Schnell steige ich die Leiter hinunter und verschwinde, denn die Amselmutter sitzt schon auf dem Zaunpfahl und beobachtet mich argwöhnisch. Sie hat genug damit zu tun, ihre hungrigen Kinder satt zu bekommen, da will ich sie nicht noch zusätzlich unter Stress setzen.
Nistkästen mag ich nicht öffnen, um Jungvögel zu fotografieren, aber wenn ein Vogelnest so frei einsehbar ist wie das unter der Traufe des Scheunendachs, riskiere ich schon einmal einen Blick ...