Montag, 30. November 2015

Zeit der Verwandlung

Aus einem Baumstumpf wächst ein 
neuer Baum.
Der letzte Tag im November, aber gerade der ist so "novemberig", wie man es sich nur denken kann: mit Sturm, Regen und Hagel in der Nacht, mit grauem Himmel, starkem Wind und neuerlichen Schauern am Tag. Trostlos sieht es draußen aus, auch wenn hier und da noch eine zerzauste Rosenblüte am Strauch ausgeharrt hat.
Um sich aufzumuntern, sind jetzt ein schönes Kaminofenfeuer, ein gutes Buch, eine Tasse Tee und viele Kerzen ein gutes Rezept. Oder einfach allen Mut zusammennehmen, die dicke Regenjacke anziehen und hinausgehen. Dieser Monat, in dem alles so tot und leblos wirkt, ist doch nur eine Pause, ein Schlaf. Überall sind die Zeichen des Lebens auszumachen, nicht nur, weil vorwitzige Krokusse wegen der vorangegangenen warmen Wochen hier und da aus der Erde schauen.
Wie in einem Blumentopf.
Im Wald zeigt das Geißblatt grüne Knospen, neues Grün lugt zwischen braunem Eichenlaub hervor. Und dann entdecke ich direkt am Wegesrand ein Sinnbild, wie dicht Leben und Tod zusammenliegen, sich gegenseitig gar bedingen: Aus einem morschen Baumstumpf wächst wie aus einem Blumentopf ein kleines Bäumchen hervor. Ein sogenannter Faulbaum (Rhamnus frangula), dessen unscheinbare weiße Blüten im Mai und Juni und manchmal auch noch danach eine wunderbare Nektarquelle für (Wild-)Bienen sind und dessen schwarze Beeren gern von Vögeln gefressen werden. Der kleine Baum findet in dem Baumstumpf wohl alles, was er zum Wachsen braucht – genügend Feuchtigkeit und nahrhafte Humuserde. In der Natur kommt nichts um, denke ich so bei mir, es nimmt nur eine neue Gestalt an.

Sonntag, 29. November 2015

Kleine Stechpalmenkolonie

Entdeckung zwischen Gras und wilden Himbeeren: eine kleine 
Stechpalme auf unserem Grundstück.
Ein Nachtrag von Calluna-Autorin Marion Korth zu meinem gestrigen Beitrag:
Stechpalmen müssen wir nicht pflanzen, sie haben sich selbst gepflanzt, ganz unbemerkt und ohne unser Zutun. Schon eine ganze Weile habe ich eine etwas abgelegene Ecke unseres Grundstücks genauer im Blick. Seitdem Stürme dort etliche Fichten (die standen schon dort, als wir einzogen) umgeknickt haben, fällt auf ein Stückchen Wiese nahe des Waldes wieder mehr Licht. Und mit dem Licht kam vielfältiges Leben.
Dornenlose Brombeeren wucherten dort plötzlich, dazwischen hat sich Cotoneaster mit seinen roten Beeren ausgesamt und außerdem Stechpalmen. Drei kleine Büsche, nicht einmal kniehoch, habe ich heute gezählt. Auch eine Himalaja-Springblume hat auf diesem kleinen Stück in diesem Jahr geblüht. Das nächste mir bekannte Springblumenvorkommen liegt bestimmt 250 Meter entfernt, noch dazu mit einer Straße dazwischen. Wie die Samen zu uns kamen, wissen vielleicht die Vögel, so weit schleudert jedenfalls kein Springkraut seine Samen. Auch die Stechpalmen sind wohl auf das Werk von Vögeln zurückzuführen, überall im Wald stehen welche.  Außerdem hat eine kleine Buche den Weg zu uns gefunden.
Und noch eine weitere 
kleine Stechpalme.
Es grenzt schon an ein kleines Wunder, wie Pflanzen sich neues Terrain erobern, beachtliche Strecken überwinden und ein kleines Stück Land von ganz allein sein Gesicht verändert. Würde man sich  akribischer auf die Suche machen, so fänden sich sicher noch viel mehr Pflanzen (und Tiere). Der Umweltbiologe David G. Haskell hat sich diese Mühe gemacht und über ein Jahr lang mit Lupe, Notizbuch und wachen Sinnen einen Quadratmeter alten Wald beobachtet. Das Buch, das daraus entstanden ist ("Das verborgene Leben des Waldes"), habe ich noch nicht gelesen, aber die Faszination, die von der Dynamik der Natur ausgeht, die kann ich gut nachvollziehen.

Samstag, 28. November 2015

Weihnachtsdeko für den Vorgarten, die keine Arbeit macht

Neulich hörte ich Radio, dass die Deutschen bei der Weihnachtsdeko etwas schwächeln, zumindest im Outdoorbereich. Und tatsächlich: Wenn ich mich bei uns so umgucke, kann ich diesen Eindruck nur bestätigen. Im Vergleich zu den Vorjahren fällt die Befunzelung der Gärten deutlich sparsamer aus. An den gestiegenen Energiekosten kann das eigentlich nicht liegen, denn die heutzutage gebräuchlichen LED-Funzeln verbrauchen erheblich weniger Strom als die Lichterketten mit herkömmlichen Glühlampen. Nein, ich denke, es liegt einfach daran, dass es viel Arbeit macht, sein Haus in weihnachtlichem Lichterglanz erstrahlen zu lassen. Und jeder, der schon einmal eine Lichterkette an einer pieksenden Tanne angebracht hat, weiß, dass das alles andere als ein Vergnügen ist.
Vor einigen Jahren gab es einen regelrechten Hype in Sachen Weihnachtsbeleuchtung. Da wurden die Häuser bis unter die Dachrinnen geschmückt und beleuchtet, und Nachbarn versuchten sich dabei gegenseitig zu übertrumpfen. Wer besonders viel Geld und Arbeit in die Weihnachtsdeko investierte, durfte auf ein Foto seines Hauses im örtlichen Lokalblatt hoffen. Ob die Weihnachtsillumination schön und geschmackvoll war, spielte dabei keine Rolle. Masse statt Klasse, lautete die Devise. Oder anders ausgedrückt: Klotzen statt kleckern.
Ich persönlich bin ganz froh, dass sich die Leute offenbar etwas zurückhaltender geworden sind. Gegen ein paar elektrische Kerzen auf der Vorgartenfichte oder einen beleuchteten Herrnhuter Stern im Hauseingang ist ja überhaupt nichts einzuwenden, aber wenn die Weihnachtsdeko überhand nimmt und zum Kitsch mutiert, grenzt das schon an optische Belästigung. Wenn dann zu allem Überfluss im Fenster etwas blinkt, handelt es sich ganz klar um einen schweren Fall vorsätzlicher Lichtverschmutzung, die allerdings leider nicht strafbar ist.
Wie schön, dass in immer mehr Vorgärten die Bequemlichkeit siegt und auf allzu üppige Weihnachtsdeko verzichtet wird.
Alle, die zwar nicht auf Weihnachtsdeko im Vorgarten verzichten möchten, aber die Arbeit scheuen, sollten in diesem Winter Stechpalmen pflanzen. Die immergrünen Sträucher mit dem botanischen Namen Ilex aquifolium, die mit zunehmenden Alter zu kleinen Bäumen heranwachsen können, sind mit ihren immergrünen, sattgrünen, glänzenden Blättern und den roten Beeren, die sich im Spätherbst zeigen, die perfekte, pflegeleichte Weihnachtsdeko. Da die Beeren irgendwann im Winter von allein herunterfallen, sofern sie nicht vorher schon von Vögeln geholt worden sind, entfällt praktischerweise das Abschmücken nach den Festtagen.
Leider hat diese natürliche Weihnachtsdeko einen kleinen Nachteil: Blätter und Beeren sind giftig. Wer also Kleinkinder im Haus hat, sollte vielleicht doch lieber auf das vielfältige Angebot der Weihnachtsdeko-Industrie zurückgreifen.

Stechpalmen sorgen mit ihren sattgrünen Blättern und leuchtend roten Beeren für weihnachtliches Flair im Vorgarten.

Freitag, 27. November 2015

Friedliche Enten, angriffslustige Gänse

Die überschwemmte Dammaschwiese am Allerufer wird im Winter zur Eislauffläche. Im Hintergrund das Herrenhaus in Thaers Garten. 
Der schönste Weg in die Celler Innenstadt führt auf der von alten Platanen gesäumten Allee entlang der – jetzt im Herbst überschwemmten und im Winter als Eislauffläche genutzten – Dammaschwiese, vorbei am 1786 erbauten Herrenhaus in Thaers Garten, dem Heilpflanzengarten und einigen srattlichen Villen. Auf der Fußgängern und Radfahrern vorbehaltenen Pfennigbrücke geht es über die Aller und von dort direkt in das Fachwerkhausensemble der Altstadt – ein 1,5 Kilometer langer Fußmarsch. Wir könnten das Auto auch zentraler parken, aber dann würden wir uns um das Vergnügen dieses Spaziergangs bringen, und das wäre doch schade, besonders weil wir dann nicht die auf der Aller schwimmenden Enten und Schwäne begrüßen könnten. Neben der Pfennigbrücke gibt es am Ufer eine gepflasterte Bootsrampe, die perfekt ist, um von dort aus die Enten zu füttern, und das tun hier ganz viele andere Leute jeden Alters. Entsprechend groß ist der Andrang auf dem Wasser vor der Rampe. Auch die jungen Patienten der benachbarten Kinderklinik des Krankenhauses kommen mit ihren Eltern gerne hierher und werfen Brotbröckchen in die Aller.
Besuch bei den Enten und Schwänen an der Pfennigbrücke.
Blick von der Pfennigbrücke auf die Villen am Allerufer.
Da so schönes Wetter war, gingen wir auch noch in den Schlosspark und kamen dort gerade rechtzeitig, um mitzuerleben, wie ein junges Pärchen von drei fauchenden Gänsen in die Flucht geschlagen wurde. Offenbar waren die Gänse etwas auf Krawall gebürstet, wahrscheinlich weil niemand etwas zum Fressen für sie dabei hatte. Nach der Attacke auf das Pärchen watschelte das Gänsetrio triumphierend ins Wasser und nahm sofort Kurs auf das andere Ufer des Schlossgrabens, wo die Fotografin hockte. Vorsichtshalber trat ich den Rückzug – und tatsächlich: Die Gänse hüpften aus dem Wasser und verfolgten mich. Ich eilte von der Wiese zurück auf den Weg, und die Gänse verloren zum Glück die Lust an der Verfolgungsjagd und kehrten um.

Im Schlosspark: Drei Gänse haben gerade ein junges Pärchen in die Flucht geschlagen und bewachen jetzt die 
Parkbank.
Die Gans guckt etwas grimmig und kommt mir gefährlich nahe.

Donnerstag, 26. November 2015

Sonne getankt

So schöne Sonnentage wie heute sind im November naturgemäß selten. Man sollte sie deshalb nutzen – zum Beispiel für
eine Tour mit Hund(en).
Eigentlich wollten wir die Wanderung schon am vergangenen Wochenende machen. Aber dann ist uns dummerweise eine Flexi-Hundeleine gerissen, und wir bekamen nicht so schnell Ersatz beschafft.   Da die Wandertour auch durch einen Ort führen sollte, war klar, dass wir Fyffes und Foxy nicht die ganze Tour lang frei laufen lassen würden können. Klar, wir hätten die kurzen Leinen nehmen können, aber das wäre sowohl für die Hunde als auch für uns ziemlich anstrengend gewesen, denn an kurzen Leinen ziehen die kleinen Russell-Terrier wie die Schlittenhunde.
Kurz vor 16 Uhr war die Sonne schon hin-
term Horizont verschwunden, es wurde 
langsam dunkel und kühl.
Jetzt haben wir wieder zwei Flexi-Leinen, und konnten uns also auf den Weg machen. Nein, wir mussten uns sogar heute auf den Weg machen, da laut Wettervorhersage heute der sonnigste Tag der Woche sein sollte. Zum Wochenende werden die Aussichten wieder schlechter. Ein paar schöne Sonnenfotos können nicht schaden, wenn man die Wandertour nicht nur zum Privatvergnügen macht, sondern auch für die Leserinnen und Leser der nächsten Ausgabe unseres Vier-Jahreszeiten-Magazins für die südliche Lüneburger Heide.
Wir hatten den Verlauf der Tour, die wir mit GPS aufzeichneten, so gewählt, dass die erste Etappe durch freies Feld führte und wir die Sonne genießen und die Hunde ohne Leinen laufen und sich richtig austoben konnten. Nachdem wir den Ot durchquert und einen See umrundet hatten, tauchten wir in einen von Bächen durchzogenen Buchenwald ein und stellten erschreckt fest, dass es schon wieder dunkel werden wollte. Wir hätten vielleicht doch nicht erst um 14 Uhr, sondern schon am Vormittag aufbrechen sollen. Als wir gegen 16:30 Uhr wieder am Auto ankamen, war die Sonne schon untergegangen, und es wurde merklich kälter. Gut, dass zu Hause im Küchenofen noch genug Glut war, um schnell wieder ein wärmendes Feuer zu entfachen.

Mittwoch, 25. November 2015

Glücksgriff

Anstatt im neuen Glücksatlas lese ich lieber in diesem
"Glücksbuch".
Heute ist der Glücksatlas 2015 vorgestellt worden, aber davon wusste ich zunächst nichts. Es war Zufall, dass mir am Nachmittag das Büchlein "Jeder Tag ein Weg zum Glück" aus meinem reichen Fundus in die Hände gefallen war, und ich darin blätterte. Der kleine Band versammelt Gedanken und Lebensweisheiten des deutschen Benediktinerpaters Anselm Grün. Für ihn bedeutet Glück auch die Nähe zu Gott, aber nicht nur. Es geht um den Einklang mit sich selbst, den Ort der Ruhe und Kraft in sich zu suchen und vor allem zu finden. Ruhe statt Gehetze, Aufmerksamkeit statt Abgestumpftheit, Neugier statt Überdruss.
"Viele warten auf das große Glück. Sie sind enttäuscht, dass es nicht kommt. Bei ihrer Suche nach dem großen Glück übersehen sie die kleinen Freuden, die auf dem Weg ihres Lebens bereit liegen", schreibt Anselm Grün. Daran sollte man sich öfter einmal erinnern, wenn einen der Alltagsärger gerade wieder überwältigen will und und den Blick auf den perfekten Augenblick trübt.
In der Glücksstudie schneidet Niedersachsen (der Norden) gar nicht so schlecht ab im bundesdeutschen Vergleich, liegt auf Platz drei hinter Baden und Sieger Schleswig-Holstein. An die Küste müsste man also ziehen, um dem großen Glück näher zu kommen – oder noch ein bisschen bei Anselm Grün nachlesen, denn das Glück, so sagt er, liegt in uns. Wir müssen es nicht suchen, es ist schon da.

Dienstag, 24. November 2015

Hochwasser und Hitzewellen

Mehr Stürme, mehr Starkregen: In einer Studie wurde jetzt die Verwund-
barkeit Deutschlands durch den Klimawandel untersucht.
Leider ist das Thema Klimawandel aufgrund der aktuellen Ereignisse (Flüchtlinge, Terror usw.) etwas in den Hintergrund geraten. Wenngleich der Klimawandel hierzulande offenbar nicht als akute Bedrohung wahrgenommen wird, werden seine Folgen doch auch bei uns viel weitreichender sein, als wir es uns zurzeit vorstellen können. Und das ist keine Schwarzmalerei einiger Umweltaktivisten, sondern Konsens zweier Bundesbehörden: Heute haben das Umweltbundesamt (UBA) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) gemeinsam die Ergebnisse der sogenannten Vulnaribilitätsanalyse – einer umfassenden, bundesweiten Studie zur Verwundbarkeit Deutschlands durch den Klimawandel – vorgestellt. Sie sollten uns zu denken geben.
Die Zusammenfassung der Ergebnisse ist, wie man es von staatlichen Institutionen auch nicht anders erwartet, sachlich-nüchtern: "Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts wird die Gefahr von Hochwassern oder Hitzewellen zunehmen. Damit wird das Schadenspotenzial des Klimawandels für Natur, Gesellschaft und Wirtschaft steigen." Doch es gibt auch konkrete Aussagen: "Deutschlands Regionen werden unterschiedlich stark vom Klimawandel betroffen sein. So sind beispielsweise Ballungsgebiete in Ostdeutschland und dem Rheintal durch Hitzewellen besonders gefährdet. Hier kann bis zur Mitte des Jahrhunderts die Anzahl der heißen Tage pro Jahr auf 15 bis 25 Tage ansteigen. Heute gibt es 8 bis 12 solcher Tage mit einem Tagesmaximum der Lufttemperatur von mindestens 30 Grad Celsius. Im norddeutschen Tiefland könnte die Anzahl der Überschwemmungen durch Flusshochwasser zunehmen, Süddeutschland ist dagegen durch Überschwemmungen infolge von Starkregen besonders bedroht."
Außer uns Menschen werden natürlich auch Tiere und Pflanzen betroffen sein. Dazu heißt es in der gemeinsamen Erklärung von UBA und DWD: "Durch eine Veränderung der Artenzusammensetzung wird sich der Klimawandel auch auf solche Pflanzen und Tiere auswirken, die sich wenig an die neuen Wetterverhältnisse anpassen können, zum Beispiel Insekten in höheren Berglagen wie die Alpen-Smaragdlibelle. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wird es voraussichtlich häufiger zu Frühjahrs- und Sommertrockenheit kommen. Dies wird die Auswahl der Nutzpflanzen und die
Erträge in der Land- und Forstwirtschaft beeinflussen. Gleichzeitig kann die deutsche Landwirtschaft durch eine längere Vegetationsperiode durchaus auch vom Klimawandel profitieren, beispielsweise durch den Anbau von wärmeliebenden Kulturpflanzen wie die Sojabohne oder die Sorghum-Hirse."
Naja, immerhin eine gute Nachricht für uns Veganer(innen). Demnächst können wir also unseren Sojabedarf aus einheimischer Produktion decken.
Wer sich für Details interessiert, kann sich den Abschlussbericht der Studie hier anschauen.
Einen guten Überblick über die Folgen den Klimawandels in den einzelnen Regionen gibt eine Infografik, die sich hier abrufen lässt. Eine animierte Infografik gibt es bei Youtube.

Montag, 23. November 2015

Wer später kommt ...

Zaunpfahl mit Schnee-
haube.
... bleibt länger. Auch wenn diese Erkenntnis wahrscheinlich keine Allgemeingültigkeit hat, gilt sie doch zumindest für den ersten Schnee dieses Herbstes. Der kam bei uns, wie schon gestern berichtet, mit reichlich Verspätung an.
Während in einigen Kilometern Entfernung schon alles weiß war, warteten wir am Sonntag bis Sonnenuntergang vergeblich auf den Schnee. Angekündigt war er für den Morgen. Tatsächlich kam er erst am Abend. Heute Nachmittag war der Schnee fast überall in der Umgebung schon wieder weggetaut. Nur bei uns im Dorf hält er sich hartnäckig. Und wenn es nicht morgen oder übermorgen regnet, wird er vermutlich auch noch einige Tage liegenbleiben. Sehr seltsam, aber irgendwie auch lustig.
Tiefgekühlt hält sich der Mangold draußen länger.

Sonntag, 22. November 2015

Warten auf den ersten Schnee

Angekündigt war er schon für 8 Uhr, und als ich heute Morgen aufstand, war ich, ehrlich gesagt, ein wenig enttäuscht, dass es draußen noch kein bisschen weiß war. Ich schaute noch einmal bei wetteronline nach, ob sich die Vorhersage kurzfristig geändert hat. Aber nein, es sollte fast den ganzen Tag lang kräftig schneien. Prima, dachte ich, dann kann ich wenigstens von unserer sonntäglichen Hundetour einige schöne Schneefotos mitbringen.
Doch der Schnee blieb aus. Der Tag verabschiedete sich so, wie er begonnen hatte: im typischen Novembergrau. 25 Kilometer weiter südlich hatte es dafür umso mehr geschneit. Was soll's, tröstete ich mich, dann bleibt mir wenigstens das Schneeräumen erspart.
Aber dann, es war gegen 17 Uhr und natürlich längst dunkel, begann es doch noch zu schneien, und ich konnte endlich mein Schneefoto machen – leider nur mit Blitz. Hier ist es:

Rosenblüten mit Schneehauben an unserem Gartenzaun.

Samstag, 21. November 2015

Je mehr Wind, desto öfter Stillstand

Blick von unserer Pferdeweide auf den Windpark.
Von unserer Pferdeweide aus sehe ich jeden Abend die Sonne über dem Windpark untergehen – und wundere mich. An windarmen Tagen drehen sich die Windräder ohne Pause, aber wenn mehrere Tage hintereinander stürmt, stehen die Rotoren still. Das liegt, wie ich jetzt gelesen habe, ganz einfach daran, dass das Stromleitungsnetz überlastet ist, wenn zu viel Windenergie eingespeist wird. Im Süden der Republik könnte man den hier im Norden produzierten Strom zwar gut gebrauchen, aber dummerweise reichen die bestehenden Leitungen nicht aus, um den Strom von Nord nach Süd zu transportieren. Den Windparkbetreibern kann das egal sein. Sie müssen nämlich von den Netzbetreibern entschädigt werden, wenn ihre Anlagen zwangsweise abgeschaltet werden. Die Entschädigungszahlungen fließen in die Netzkosten ein, die auf uns alle umgelegt werden. Trotz fallender Einkaufspreise an der Strombörse werden deshalb die meisten Stromanbieter zum Jahreswechsel ihre Preise erhöhen. Das hat jetzt eine Auswertung des unabhängigen Verbraucherportals Verivox ergeben. Teurer wird es auch deshalb, weil zusätzlich die EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien um 0,184 Cent auf 6,354 Cent je Kilowattstunde steigt. Dass die EEG-Umlage erhöht wird, ist ja noch halbwegs nachvollziehbar, aber dafür, dass es mit dem Netzausbau nicht vorangeht, fehlt mir jegliches Verständnis. Es gab ja sogar schon Fälle, dass Offshore-Windparks nicht ans Netz gehen konnten, weil die Stromleitungen fehlten. Ich meine, der Staat sollte den Netzausbau nicht irgendwelchen privaten Netzbetreibern überlassen, die aus Kostengründen kein gesteigertes Interesse habe, neue Leitungen zu verlegen, sondern es selbst in die Hand nehmen. Wenn der Staat es als seine Aufgabe betrachtet, Autobahnen zu bauen, dann ist er erst recht gefordert, wenn es darum geht, funktionierende Strom- und Datenleitungsnetze zu schaffen. Diese gehören doch schließlich zur Grundversorgung. Und wenn der Staat die Leitungen verlegen würde, wäre es auch einfacher, durchzusetzen, dass diese alle unterirdisch verlegt werden und nicht als kostengünstige, an Gittermasten hängende Freileitungen.

Freitag, 20. November 2015

Es wird kälter ...

Holzbriketts halten die Glut im Ofen auch über Nacht.
So, das war es jetzt wohl mit der ungewöhnlichen Novemberwärme. Ab morgen wird es, wenn die Wettervorhersage stimmt, ungemütlich kalt, und am Sonntag soll es sogar etwas schneien. Dann wird hoffentlich auch das Feuer im Ofen besser brennen, denn wenn es draußen wärmer ist als drinnen, zieht der Schornstein schlecht, und den Ofen auf Betriebstemperatur zu bringen, ist eine ziemlich mühselige Angelegenheit. Immer wieder geht das Feuer aus, und dann müssen wir es neu entfachen, was stets mit einiger Flucherei einhergeht. Aber je kälter es draußen wird, umso einfacher wird das Heizen.
Bevor der Nachtfrost kommt, haben wir heute Abend vorsichtshalber alle kälteempfindlichen Kübelpflanzen aus dem Garten ins Haus geschleppt und dieses, wie in jedem Winter, in einen kleinen, grünen Dschungel verwandelt. Zwar ist unser Haus ziemlich groß, und wir hätten eigentlich genug Platz für Hunderte von Kübelpflanzenm aber da wir mangels Zentralheizung nur einige wenige Räume beheizen, können die Pflanzen nicht überall im Haus überwintern, sondern müssen dort hinein, wo keine Frostgefahr besteht.

Donnerstag, 19. November 2015

Beschaffungsprobleme

Aufgrund von Beschaffungsproblemen trocknet die Wäsche vorerst weiterhin
auf der teilweise schon vergrauten und mehrfach geflickten Sisalleine.
Bei dem Sturm draußen trocknet die Wäsche zwar superschnell, aber es besteht auch die Gefahr, dass schon wieder die Wäscheleine reißt, weil die Wäsche zu stark im Wind flattert. Die Leine ist nämlich nicht mehr die beste und schon mehrfach geflickt. Eigentlich hätte ich sie längst durch eine neue ersetzen müssen. Doch leider gibt es hier bei uns auf dem Land keine vernünftigen Wäscheleinen mehr zu kaufen, nur noch die schrecklichen, steifen und hässlichen Plastikschnüre. Ich war bereits in etlichen Supermärkten und in den Filialen der großen Drogerieketten. Wäscheleinen aus Sisal? Fehlanzeige! Es wird mir nichts Anderes übrig bleiben, als eine solche Wäscheleine online zu bestellen und sie uns liefern zu lassen. Transport und Verpackung versauen natürlich die Ökobilanz, mal ganz abgesehen vom Preis: Einschließlich der Versandkosten würde so eine Wäscheleine aus Naturmaterial fast das Fünffache einer Plastikwäscheleine kosten. Aber es geht ja nicht nur um den Preis und die Nachhaltigkeit. Ich mag einfach keine Plastikwäscheleinen – sowohl in optischer als auch haptischer Hinsicht. Sisalwäscheleinen sind einfach schöner anzusehen und anzufassen, und außerdem halten die Wäscheklammern besser. Die sollten natürlich auch aus Holz und nicht aus Plastik sein – sonst wäre das ja ein Stilbruch. Holzklammern sind warm und angenehm in der Hand, und das Aufhängen der Wäsche macht mir damit einfach mehr Spaß. Außerdem kann man alte Klammern immer noch im Ofen verheizen oder, ebenso wie Sisalwäscheleinen, kompostieren.
Neulich erst wurde ich mit einem ähnlichen Beschaffungsproblem konfrontiert: Ich wollte für den Gasherd einen Piezo-Gasanzünder kaufen. Die funktionieren jahrelang ohne jeglichen Treibstoff. Im Inneren des Anzünders werden beim Betätigen des Antünders durch Reibung von Metall auf Stein Funken erzeugt, mit denen sich wunderbar das Gas entzünden lässt. Aber nirgendwo gab es einen solchen Anzünder zu kaufen. Stattdessen überall schäbige Gasanzünder-Feuerzeuge. Die sind angeblich nachfüllbar, aber das Nachfüllen mit Feuerzeuggas funktioniert so gut wie nie. Die den Gasdosen beiliegenden Plastikadapter passen meistens nicht, und so verflüchtigt sich das meiste Gas beim Versuch, das Feuerzeug zu befüllen, in der Luft. Wahrscheinlich werden die meisten wiederbefüllbaren Feuerzeuge sowieso nicht nachgefüllt, sondern weggeworfen.
Statt des Plastikmülls wollte ich lieber Streichhölzer kaufen. In mehreren Supermärkten wurde ich nicht fündig und fragte danach. Die Antwort war stets dieselbe: "Streichhölzer? Nein, so etwas haben wir nicht!" Ich kam mir vor, als hätte ich gerade fettfreies Frittierfett verlangt. Mir wurde der Kauf von Feuerzeugen empfohlen. Ich lehnte dankend ab.
Endlich entdeckte ich sie in einem gut sortierten Supermarkt, im untersten Regalfach bei den Haushaltswaren: zehn Schachteln Streichhölzer im Gebinde für 25 Cent – deutlich billiger als das Dreierpack angeblich nachfüllbarer (Einweg-)Feuerzeuge, und obendrein auch noch umweltfreundlicher und unkomplizierter in der Handhabung.
Noch einmal zurück zur Sisalwäscheleine: Bis vor einigen Jahren wurden die Heuballen für unsere Pferde von Sisalschnüren zusammengehalten. Wenn man die Ballen aufgeschnitten hatte, konnte man die Schnur wunderbar für Weihnachtspakete verwenden. Inzwischen sind nur noch hässliche, blaue Kunststoffbänder im Umlauf, die beim Schleppen der Ballen unschön in die Hände schneiden. Als rustikales Geschenkband eignen sich diese Bände nicht. Wir sammeln sie trotzdem, aber nur, um sie in den Gelben Sack zu werfen, damit sie hoffentlich recycelt werden.

Mittwoch, 18. November 2015

Der mildeste November seit 134 Jahren

Sonniger Lichtblick nach dem Sturm – und alle Bäume stehen noch.
Grandioser Lichtblick nach Stunden mit grauen Wolken, heftigem Wind und ebensolchen Regenschauern. Sturmtief Heini zeigte den Herbst von seiner ungemütlichen, aber eigentlich natürlichen Seite, denn bislang kam dieser Monat eher frühlingshaft daher.
Schon war zu lesen, dass die Pflanzen gerade nicht mehr wissen, in welchem Abschnitt des Jahres sie sich befinden. Nur die Tageslänge gibt noch eine grobe Richtung vor, dass es erst auf Weihnachten und nicht schon auf Ostern zugeht. Stress ist die Folge solcher Wetterkapriolen mit viel zu warmen Temperaturen, den mildesten seit 134 Jahren nach den Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes.
Tatsächlich blühen auch in unserem Garten schon Sträucher, wie der Winterschneeball Virbunum bodnantese, der sonst erst im Januar oder Februar seine Knospen öffnet. Nach Zeiten der langen Trockenheit im September und Oktober ist die augenblickliche Wärmephase der pure Stress für die Pflanzen. Botaniker und Naturfreunde hoffen darauf, dass es nun endlich kalt wird. Der Wetterbericht, der tatsächlich einen Temperaturrückgang ankündigt, sollte uns also nicht traurig machen. Die Pflanzen brauchen jetzt ihren Winterschlaf ...

Dienstag, 17. November 2015

Symbole der Sanftmut

Die Angst vor dem Terror auch hierzulande wächst, und die Absage des Freundschaftsspiels der deutschen Nationalelf gegen die der Niederlande trägt natürlich mit dazu bei. In solchen unruhigen Zeiten sehnt man sich doch geradezu nach Bildern, die Ruhe und Geborgenheit vermitteln, und deshalb zeigen wir heute an dieser Stelle ein aktuelles Foto von unseren friedlich auf der Weide grasenden Schafen. Bitteschön:


Das Schaf gilt als das erste, von Menschen gezähmte Wildtier und ist seit jeher ein Sinnbild der Unschuld, der Geduld, der Reinheit und der Sanftmut. Und tatsächlich sind die Schafe die ruhigsten und friedlichsten Bewohner unserer kleinen Hofes.
Die christliche Symbolik bedient sich immer wieder des Bildes vom "Lamm Gottes", das vom "guten Hirten" geleitet wird. Nicht verschwiegen werden darf allerdings, dass das Schaf auch das beliebteste Opfertier in der Geschichte der Menschheit ist.
Nicht erst in den Romanen "Glennkill" und "Garou" von Leonie Swann, sondern auch schon in dem 2005 kurz vor "Glennkill" bei uns im Calluna-Verlag erschienenen, mit traumhaften Bildern illustrierten Buch "Wir Heidschnucken vom Sothriethof" wird die Welt aus der Schafperspektive entdeckt. Spätestens seit diesen Büchern wissen wir, dass Schafe nicht dumm sind, wie früher oft behauptet wurde, sondern ruhig uns besonnen agieren, was von uns hektischen Menschen zuweilen als begriffsstutzig fehlinterpretiert wird.
Leider ist inzwischen wissenschaftlich bewiesen worden, dass Schäfchen zählen nicht wirklich gegen stressbedingte Schlafstörungen hilft, aber vielleicht kann das Betrachten des Bildes von den Schafen auf der Weide immerhin dazu beitragen, etwas zur Ruhe zur kommen und sich von den aktuellen Ereignissen nicht zu sehr gefangen nehmen zu lassen.

Montag, 16. November 2015

Noch keine Lust auf Winterschlaf

Zugegeben, ganz frisch sehen sie nicht mehr aus. Aber immerhin blühen sie noch! Mitten im November. Das ist schön ziemlich ungewöhnlich, zumindest für unsere Gegend hier. Normalerweise hätte der Frost den Gartenblumen längst den Garaus gemacht. Aber bei der Wärme draußen – selbst nachts sinken die Temperaturen zurzeit kaum unter die Zehn-Grad-Marke – und ausreichend Feuchtigkeit sehen die Blumen gar keinen Grund, sich schon in den Winterschlaf zu begeben. Und gerade wenn sich, wie jetzt, der Herbst von seiner grauen, trüben Seite zeigt, freut man sich doch besonders, wenn man im Garten noch die eine oder andere Blüte entdeckt.

Verrückt: Mitte November blühen noch Rosen im Garten.
An blühenden Ringelblumen herrscht im Garten zurzeit kein Mangel.
Und auch die Kosmeen haben noch keine Lust auf Winterschlaf.

Sonntag, 15. November 2015

Statt eines Regenbildes ...

Was für ein Wetter! Dauerregen den ganzen Tag! Wenn das Bild nicht inzwischen so abgegriffen wäre, würde ich sagen: Der Himmel hat fürchterlich geweint – darüber, dass die Menschen auf dieser Welt anscheinend nicht in Frieden leben können, sondern sich ständig irgendwo gegenseitig umbringen. Immer noch ganz geschockt von den abscheulichen Terroranschlägen in Paris, fiel uns heute, ehrlich gesagt, nichts Schönes zum Bloggen ein. Deshalb zeige ich heute nur das Stillleben mit Rosen und der rosa Laterne in unserem Wohnzimmer. Die Kerze in der Laterne brennt in diesen Tagen im Gedenken an die Opfer in Paris. Und schöner als ein Foto vom grauen, trüben November draußen ist dieses Arrangement doch allemal.

Trost spendendes Stillleben mit Rosen und rosa Laterne.

Samstag, 14. November 2015

Der Baum der Freiheit

Was soll man an so einem Tag posten? Am Tag 1 nach den schrecklichen Terroranschlägen in Paris. Lieber gar nichts? Nein, den Kopf in den Sand zu stecken, das ist keine Lösung. Wie aber können wir unsere Trauer, unser tiefes Mitgefühl und unsere Solidarität mit unseren lieben Nachbarn in Frankreich zum Ausdruck bringen? Vielleicht am besten, indem wir ein Zeichen der Hoffnung setzen und einen Baum pflanzen. Heute Abend ist das leider nicht mehr möglich, da wir gerade keinen Baum zur Hand haben, den wir pflanzen könnten. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Stattdessen posten wir heute an dieser Stelle ein Bild von Jean-Baptiste Lesueur (1749-1826), einem Zeitzeugen der Französischen Revolution. Es zeigt Revolutionäre beim Pflanzen eines "Baumes der Freiheit".

Ein "Baum der Freiheit" wird gepflanzt – ein schönes Bild aus der Zeit der Französischen Revolution, das auch heute noch eine starke Symbolkraft hat.
Schon Martin Luther soll ja seinerzeit empfohlen haben, in Anbetracht des Weltuntergangs ein Apfelbäumchen zu pflanzen. Der erste "Baum der Freiheit" war allerdings kein Apfelbaum, sondern eine Ulme. Sie stand in Boston und wurde zum Erkennungssymbol der "Sons of Liberty", einer Gruppe amerikanischer Kolonisten, die sich gegen das englische Mutterland auflehnte.
Angeblich war es der Marquis de La Fayette, der den Brauch, Bäume als Symbole der Freiheit zu pflanzen und sie mit Bändern und Fahnen zu schmücken, nach Frankreich brachte. Auf dem Höhepunkt der Französischen Revolution errichteten die Jakobiner 1790 in Paris den ersten "l'arbe de la liberté, krönten ihn mit einer Freiheitsmütze und tanzten, Revolutionslieder singend, um ihn herum. Zwei Jahre später sollen schon in rund 60.000 Orten der Republik "Bäume der Freiheit" gestanden haben, und auch in Deutschland kam es bald in Mode, Freiheitsbäume zu pflanzen.
Viele von uns kennen den "arbre de la liberté" von den französischen Euro-Münzen in Verbindung mit der Parole "Liberté, Egalité, Fraternité". Lange, bevor die Euro-Münzen in den Umlauf kamen, haben wir auf einer unserer zahlreichen Frankreich-Reisen Ende der 1980er Jahre Bekanntschaft mit diesem Symbol gemacht: Irgendwo in der französischen Provinz kauften wir in einer kleiner Manufaktur, in der handgeschöpftes Papier hergestellt wurde, einen Druck, der Menschen zeigt, die um einen mit Bändern in den französischen Nationalfarben geschmückten, frisch gepflanzten Freiheitsbaum Baum herum tanzten. Ein fröhliches, hoffnungsvolles Bild. Es begleitete uns Jahrzehnte lang, hing bei uns gerahmt an der Wand, zog mehrfach mit uns um. Leider wurde es eines Tages infolge eines Wasserschadens wellig und verfärbte sich gelb. Als es sich in seine Bestandteile aufzulösen drohte, warfen wir es schließlich schweren Herzens weg.
In Anbetracht der schrecklichen Ereignisse in Paris, die ein barbarischer Angriff auf die Freiheit nicht nur in Frankreich, sondern auch in ganz Europa waren, kam es uns heute wieder in den Sinn. Der "arbre de la liberté" als Symbol der Freiheit und der Hoffnung auf eine bessere Welt ist heute nicht weniger aktuell als vor 225 Jahren. Möge er den Franzosen Trost spenden und Kraft geben für den Kampf gegen den Terror!

Freitag, 13. November 2015

Gelbe Gründüngung

Im letzten Tageslicht mit dem iPhone fotografiert und deshalb leider etwas verrauscht, aber trotzdem schön: gelb blühende
Lupinen auf einem Acker am Wegesrand.
Gestern Nachmittag kurz vor Sonnenuntergang bin ich mit dem Fahrrad an einem gelben Blumenmeer vorbeigekommen – und das mitten im November. Nein, diesmal handelte es sich nicht um blühenden Senf, sondern um eine andere Gründüngung: Lupinen.
Die Wildform der Gelben Lupine (Lupinus luteus) ist im Mittelmeermeerraum heimisch. Seit dem 16. Jahrhundert wird sie als Tier- und Arzneipflanze in Gärten kultiviert. Ihr Anbau als Zwischenfrucht vornehmlich auf leichten Sandböden wie bei uns in der Lüneburger Heide begann Ende des 19. Jahrhunderts. Vielfach diente die Gelbe Lupine nicht nur als Bodenverbesserer, sondern auch als Grünfutter.
Senf, Phacelia und Gelbe Lupine – im Spätherbst herrscht dank der Gründündungen eine größere Blütenvielfalt auf den Äckern als im Frühling und im Sommer.

Donnerstag, 12. November 2015

Der untergehenden Sonne entgegen

Da es so früh dunkel wird, währte die Freude über die Sonne nur kurz. Das Foto entstand drei Minuten vor 16 Uhr auf dem Weg von zwischen Lingwedel und Groß Oesingen.  
Heute ließ sich endlich mal wieder die Sonne blicken. Leider erst am Nachmittag. Da es so früh dunkel wird, hatten wir nicht lange etwas davon, aber immerhin konnte ich auf dem Weg zu einem Tierarzttermin in Groß Oesingen einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen. Da traf es sich gut, dass ich in südwestliche Richtung fahren musste, denn so hatte ich das Himmelsschauspiel direkt im Blick. Für morgen und fürs Wochenende sind die Aussichten leider nicht so gut, aber was will man vom November auch erwarten?

Mittwoch, 11. November 2015

Entlaubte Eichen

Der stürmische Westwind hat ganze Arbeit geleistet. Sogar die Eichen sind jetzt schon weitgehend entlaubt.
Eichen werden erst spät im Frühjahr grün, wenn die meisten anderen Bäume schon ihre neuen Blätter haben, aber dafür bleibt das welke Eichenlaub auch am längsten an den Bäumen hängen, meistens den ganzen Winter über, und so muss man im März noch einmal stattliche Laubmengen zusammenharken.
In diesem Jahr allerdings sind die Eichen schon jetzt fast kahl – zumindest bei uns. Nachdem es gestern und vorgestern so stürmisch war, musste ich heute Morgen durch ein Blättermeer zu unseren lieben Tieren draußen stapfen. Am Zaun, der den Hundeauslaufbereich von dem Teil unseres Hofes trennt, der den Pferden, Schafen und Ziegen vorbehalten ist, liegt das Laub fast kniehoch.

Dienstag, 10. November 2015

Fast wie im Frühling

Gegen 23 Uhr heute Abend: 13 Grad
Lufttemperatur, und die Luftfeuchtig-
keit liegt bei 90 Prozent.
"Heißester November seit 1761" titelte ein Wetterportal in diesen Tagen. Gefühlt möchte man den Wetterexperten Recht geben. Zwar war es bei heftigem Westwind und Nieselregen heute ziemlich ungemütlich, aber wirklich kalt war es nicht. Das ist besonders heute Abend zu spüren: fast 13 Grad zeigt unser Außenthermometer, die Temperatur wird im Laufe der Nacht nicht weiter fallen, sagt der Wetterbericht. Das ist schon außergewöhnlich an einem Tag fast in der Mitte des Novembers. Waren September und Oktober im Mittel eher zu kalt, scheint nun der November zu warm zu werden. Es ist jedenfalls merkwürdig, um diese Zeit Motten abends fliegen zu sehen. In den Gärten sind schon Krokussse und Tulpen zu sehen, die ihre Blätter aus der Erde strecken. Das kann nicht gut gehen, früher oder eben später wird der Frost kommen, da kann man nur hoffen, dass die Natur auf solche Kapriolen vorbereitet ist, denn auch wenn diese Tage anderes verheißen: Das "richtige" Frühjahr ist noch weit.

Montag, 9. November 2015

Rote Beeren

Leuchtend rote Beeren im November.
Pflückreife Johannisbeeren im November? Warum nicht? Bei den aktuellen frühlingshaften Temperaturen, die nur knapp unter der 20-Grad-Marke bleiben, könnte ja so einiges durcheinander geraten. Aber nein, es handelt sich in diesem Fall um die Beeren des Gewöhnlichen Schneeballs (Viburnum opulus), aber die sind streng genommen gar keine Beeren, sondern Steinfrüchte, denn im Gegensatz zu den Johannisbeeren enthalten sie nicht viele kleine Samen, sondern einen einzigen, größeren Steinkern – so wie Kirschen und Pflaumen.
Jetzt, im November, fallen die leuchtend roten Früchte des Schneeballs besonders auf, weil die Sträucher ihre Blätter bereits abgeworfen haben.
Bei uns in der Gegend sieht man den Gewöhnlichen Schneeball vor allem als Bestandteil von Wildgehölzhecken an Wirtschaftswegen.
Zum Essen sind die Früchte übrigens nicht geeignet. Wenn sie zerquetscht werden, verströmen sie einen ziemlich widerlichen Geruch.

Sonntag, 8. November 2015

Hallo, jemand zu Hause?

Spannende Entdeckung auf der heutigen Sonntagstour mit den Hunden: Fyffes inspiziert einen Höhleneingang.
Interessiert steht Fyffes vor dem Eingang und starrt ins Dunkel der Höhle. Wer wohl darin wohnt? Ein Fuchs? Dafür ist das Loch eigentlich viel zu groß. Es ist so groß, dass sogar wir problemlos dort hineinrobben könnten. Also vielleicht ein Dachs? Fyffes beschließt, das näher zu untersuchen. Doch bevor er in dem Eingang verschwindet, pfeifen wir ihn zurück. "Nein, du gehst da nicht hinein!" Wir möchten schließlich nicht, dass Fyffes Bekanntschaft mit dem Höhlenbewohner macht, denn der wäre über den unangemeldeten Besuch wahrscheinlich nicht sehr erfreut und würde auf die Störung womöglich etwas gereizt regieren. Fyffes ist offenbar auch gar nicht enttäuscht darüber, dass wir die Untersuchung der Höhle abgeblasen haben. So ein großes, dunkles Loch ist ja auch tatsächlich etwas unheimlich.

Samstag, 7. November 2015

Ein roter Teppich ...

... ist es zwar nicht, auf dem Rainbow den Hang hinab geht, aber dafür viel schöner. Allerdings nutzt er sich schneller ab. In wenigen Wochen schon wird der bunte Laubteppich leider welk und braun sein.
Rainbow auf dem bunten Teppich.

Freitag, 6. November 2015

Eichhörnchen auf dem Hühnerstall

Vor zwei Wochen waren die Eichhörnchen, die bei uns im Innenhof im Nussbaum herumturnten und Nüsse für den Wintervorrat sammelten, noch ziemlich kamerascheu. Inzwischen haben sich sich offenbar an unsere Gegenwart gewöhnt und lassen sich fotografieren, ohne gleich die Flucht zu ergreifen.
Auf dem Nussbaum sind inzwischen keine Nüsse mehr, aber unten auf dem Boden liegen noch genug, um damit eine Eichhörnchen-Großfamilie den ganzen Winter lang durchzufüttern. Auch Haselnüsse und Bucheckern finden die kleinen Nager reichlich. Ihr aktueller Lieblingsplatz ist auf dem Dach des Hühnerstalls. Von dort oben haben sie alles gut im Blick und können in Ruhe fressen.

Ist es nicht niedlich, das Eichhörnchen, dass ich heute Nachmittag auf dem Dach unseres Hühnerstalls fotografiert habe?

Donnerstag, 5. November 2015

Ganz schön gefräßig, die gefiederten Freunde

Futtervorrat für die gefiederten Freunde.
Die Liebe zu den Leichtgewichten unter unseren Gartenbewohnern (gemeint sind die vielen kleinen Vögel) hat schwerwiegende Folgen. Wie glücklich waren wir, als wir in einem Drogeriemarkt Sonnenblumenkerne für 95 Cent das Kilo entdeckte. Das ist wirklich günstig, liegt die Preisspanne doch sonst zwischen 1,30 und 1,70 Euro je Kilo. Wir packten also gleich immer fünf Beutel ein, um einen kleinen Vorrat anzulegen, bis diese Sonnenblumenkernquelle so plötzlich versiegte, wie sie zu sprudeln begann. Dabei hat der Winter noch nicht einmal begonnen.
Sonnenblumenkerne? Ausverkauft! Wer jedoch einmal angefangen hat, zu füttern, der darf diese Verpflichtung nicht auf die leichte Schulter nehmen, schließlich fanden sich nun jeden Morgen scharenweise Meisen ein, außerdem Kleiber, Buchfinken und Spatzen, deren Erwartungserhaltung nicht zu übersehen war.  Ein Kilo Vogelfutter geht bei uns am Tag mit Leichtigkeit weg, wahrscheinlich könnten wir auch noch mehr verfüttern. Damit die Wintergäste uns nicht buchstäblich die Haare vom Kopf fressen, blieb jetzt nur das XXL-Paket zu einem vergleichbaren Preis: 25 Kilo schwer und reichlich unhandlich, aber Hauptsache die Vögel sind zufrieden, dass sie sich nach einer langen und kalten Nacht auf ihr Frühstück verlassen können.
Und wir freuen uns jeden Tag auf die kleine Invasion, denn fast jeden Tag kommt auch aus dem benachbarten Wäldchen irgendein neuer gefiederter Gast, den wir sonst das ganze Jahr über nicht sehen. Ganz nebenbei haben die Meisen noch eine andere natürliche Futterquelle in unserem Garten aufgetan und machen sich mit Eifer über die Samenhülsen der verblühten Nachtkerzen her.

Mittwoch, 4. November 2015

Ein vergessener Liegestuhl

Oje, da habe ich doch glatt vergessen, die Outdoor-Saison auf der Terrasse unserer Gästewohnung zu beenden und die Gartenmöbel wegzuräumen. Naja, es gibt Schlimmeres. Außerdem befindet sich der Terrasse auf der Rückseite des Hauses außerhalb unserer Sichtweite. Und irgendwie bin ich auch ganz froh, dass ich den Liegestuhl vergessen habe, denn sonst wäre mir ein schönes, symbolhaftes, herbstliches Fotomotiv entgangen:

Ob der Liegestuhl auf der Terrasse unserer Gästewohnung, wenn ich ihn nicht be-
merkt hätte, wohl bis zum Winter ganz unter einer Laubdecke verschwunden wäre?

Dienstag, 3. November 2015

Rainfarn im Netz und Nebel

Trotz des Weichzeichnereffekts, den der Nebel auf die Landschaft hat, schärft er die Konturen. Es ist wie beim Fotografieren: Je weiter geöffnet die Blende ist, desto unschärfer wird der Hintergrund. Durch Reduzierung der sogenannten Tiefenschärfe lässt sich ein Objekt im Vordergrund gewissermaßen freistellen oder, anders ausgedrückt, vom Hintergrund isolieren. Auf diese Weise wird es plastischer. Im Nebel kann ich mit bloßem Auge den Effekt der geringer Tiefenschärfe nachvollziehen, und das finde ich ziemlich faszinierend. Nur dank des dichten Nebels ist mir überhaupt aufgefallen, dass die späten Rainfarnblüten in einem Spinnennetz gefangen sind.

Von einem Spinnennetz umhüllt: Rainfarnblüten im Nebel.

Montag, 2. November 2015

Novembernebel

Die Eichenreihe zwischen unseren beiden Pferdeweiden im Nebel.
Bei uns im Dorf schönstes Herbstwetter mit blauem Himmel uns Sonne satt. Doch als wir auf dem Weg zum Landhandel, wo wir Tierfutter besorgen wollten, am Ortsausgang bergauf fuhren, sahen wir oben schon die ersten Nebelschwaden über der Straße wabern. Auf der Hügelkuppe waren wir dann von einer Sekunde auf die andere von so dichtem Nebel umhüllt, dass wir kaum über den Straßenrand hinaus sehen konnten. Wir fuhren weiter durch die Nebellandschaft – und staunten über die schlagartige Wetteränderung.
Auf dem Rückweg gab es dann das gleiche Schauspiel – nur umgekehrt: Im dichten Nebel rollten wir den Hügel herab, und unten im Dorf schien wieder die Sonne, und wir blickten in einen wunderschönen, blauen Himmel.
Am späten Nachmittag kam der Nebel dann aber doch noch zu uns ins Dorf hinab gekrochen, und plötzlich sah draußen alles aus wie mit dem Weichzeichner-Werkzeug im Photoshop bearbeitet. Feuchtigkeit hing in der Luft, und im Gegenlicht konnte man die sogar die einzelnen Wassertropfen erkennen. 
Ehrlich gesagt, mag ich das diffuse Licht und die märchenhafte, mystische Stimmung, die der Nebel zaubert. Und ohnehin: Was wäre der November ohne Nebel?

Unsere Schafe, vom Nebel weich gezeichnet.

Sonntag, 1. November 2015

Herbstlicher Farbenrausch

Blauer Himmel, weiße Hunde und buntes Laub.
Die Meteorologen von wetteronline haben es auf den Punkt gebracht: "Schöner kann der Herbst nicht sein", lautete ihre Bilanz des heutigen Tages. Und der ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Wir haben den Tag jedenfalls in vollen Zügen genossen, waren mit den Hunden draußen im Wald, haben eine schöne Tour und viele Fotos fürs Archiv gemacht und uns an den Farben des Herbstes berauscht.

Am kräftigsten leuchtete heute das Laub der Buchen.
Unterwegs im Herbstwald.