Samstag, 27. Mai 2017

Familienglück

Die Amsel auf ihrem Nest in der Kletterhortensie an der Wand unseres Gartenschuppens.
Seitdem eine Amselfamilie im Schutz der Kletterhortensie, gleich bei der Regenwasserwanne, ihr Nest auf einem bisher nutzlosen alten Ochsenjoch, das seit Jahren zugewuchert an der Wand hing, bezogen hat, nehmen wir Anteil an ihrem Leben.
Wir bangten mit den Amseln, als das Gewitter vor mehr als einer Woche niederging und das Wasser über ihren Köpfen hinweg über das Dach auf den Hof schoss. Aber sie haben ihren Nistplatz gut gewählt, das Nest und die Kleinen blieben trocken. Vor knapp einer Woche sind die Amselküken geschlüpft. Vier Eier lagen bei meiner letzten Kontrolle, als gerade einmal "sturmfreie" Bude war und beide Elterntiere kurz unterwegs waren, im Nest. Jetzt sind wir am Rätseln, wie viele kleine Amseln dort nun eigentlich heranwachsen. Drei habe ich schon gesehen, Inka meint, es könnten auch fünf sein. Egal, es ist hinreißend mitzuerleben, wie sehr sich die Eltern für sie abrackern. Das Männchen brachte ständig Würmer für das noch brütende Weibchen herbei, bewachte das Nest aus der Ferne, bereit, jeden Eindringling im Revier hinfortzujagen. Sobald die Abendsonne herumkommt und heiß aufs Nest brennt, stellt sich das Weibchen mit aufgefächertem Flügel darüber und bietet den benötigten Sonnenschutz. Ich mag Regenwürmer sehr, dennoch bin ich immer froh, wenn ich die beiden Amseln mit vollem Schnabel von oben auf der Wiese oder von vorn unter den Apfelbäumen am Haus zum Nest zurückfliegen sehen.
Als ich gestern ausgiebig neu gepflanzte Blümchen und Bäume in unserem Vorgarten goss, wartete das Amselmännchen schon etwas abseits auf einem Zweig, kaum räumte ich mit der nun leeren Gießkanne das Feld, flog es herbei und suchte in der feuchten, warmen Erde nach Beute.
Ein Nest so direkt in unserem Umfeld und dabei noch fast auf Augenhöhe hatten wir noch nie, ich hoffe, dass dieser Plätz nun noch öfter gewählt wird und alles klappt mit dieser Amselbrut. Allgemein hatten es die Vögel so schwer in diesem Jahr mit diesem so eisekalten April und Maibeginn. Erst jetzt fliegt mehr kleines Getier herum. Zum Glück haben wir keinen Mangel an Regenwürmern, diesbezüglich haben es die Amseln einfacher als beispielsweise die Meisen.

Die hungrigen Jungvögel warten darauf, dass Mutter und Vater ihnen die Schnäbel stopfen.

Samstag, 20. Mai 2017

Pusteblumen

Die gelbe Blütenpracht ist schon wieder passé, und die blühende Löwenzahnwiese hat sich – simsalabim – über Nacht in eine Pusteblumenwiese verwandelt. Aber auch die ist flüchtig. In wenigen Tagen werden die mit haarigen Flugschirmen ausgestatteten Früchte vom Winde verweht sein. Ja, der Frühlings ist eine ebenso intensive wie vergängliche Jahreszeit.

Tausende von kleinen Flugschirmen warten darauf, vom Winde verweht zu werden.

Mittwoch, 17. Mai 2017

Endlich warm genug, um bis zum Sonnenuntergang draußen zu sitzen

Vor dem Abendessen noch ein schnelles Smartphone-Selfie – und dabei in die Abendsonne blinzeln.
Wow, war das heute ein schöner Frühlingsabend! Und endlich einmal warm genug, um bis zum Sonnenuntergang draußen zu sitzen. Zu essen gibt es bei uns an solchen Abenden traditionell mit zuckersüßen Datteltomaten und Tofu Rosso, unserer veganen Mozzarella-Alternative, gefüllten Baguettebrötchen. Dazu reichlich Basilikum, eine Prise Salz und einen kräftigen Schuss Olivenöl – superlecker! Und zur Feier des Tages gönnten wir uns ein friesisch-herbes alkoholfreies Bier.
Zum Tagesausklang machten wir dann noch unseren obligatorischen Spaziergang mit den Hunden.
Es wäre doch jammerschade gewesen, wenn wir diesen Tag nicht bis zum letzten Sonnenstrahl draußen ausgenutzt hätten, zumal es morgen zum Abendessen blitzen und donnern soll.

Neben unserem Sitzplatz auf dem Hof leuchtet ein Ahornblatt im warmen Licht kurz vor Sonnen-
untergang.

Freitag, 12. Mai 2017

Baum frisst Schild

Zuweilen lassen sich recht kuriose Dinge am Wegesrand entdecken. Gestern habe ich zum Beispiel dort, wie der Weg von Groß Oesingen nach Spechtshorn die kleine Straße von Ummern zum Segelflugplatz bei Texas kreuzt, einen Baum fotografiert, der doch tatsächlich gerade einen Wegweiser aus Metall zu verspeisen scheint.
Fachleute nennen das "überwalmen". Auf diese Weise können Bäume Wunden, die ihnen zugefügt worden sind – und nichts anderes war das Anbringen des Schildes –, schließen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, sondern dauert einige Jahre.

Das Metallschild dürfte für die Eiche schwer verdaulich sein.

Sonntag, 7. Mai 2017

Klein, aber oho!

Nach dem Umtopfen bekommt jede der kleinen Tomatenpflänzchen noch einen kräftigen Schluck Wasser.
VON CALLUNA-AUTORIN MARION KORTH
Luft wie mit Weichspüler gewaschen, nicht der kleinste Wind geht. Ein idealer Tag, um unsere kleine Tomatenzucht in größere Töpfchen zu verpflanzen. Klein sind die Pflänzchen noch, aber besser als am Fenster halbmeterlange bleiche Kriechgewächse heranzuziehen, die später Wochen brauchen, um sich draußen einzuleben. Bisher haben es unsere kleinen Mickerlinge noch immer gemacht.
Einen Rückschlag haben aber auch sie schon hinter sich, da hat doch tatsächlich eine Maus an ihren Blättern gefressen! Ganz schön frech, aber für uns bleiben trotzdem mehr als genug Pflanzen übrig. In diesem Jahr habe ich fast nur kleinfrüchtige Sorten ausgesät: Onkel Gustav, Rote Pflaume und die Unaussprechliche (Vesennij Mieurinskij). Sie alle keimen gut und verlässlich im nicht immer warmen Wohnzimmer und tragen reich und verlässlich, selbst wenn der Sommer nur kurz ist. Die kleinen Früchte, meinen wir beide, schmecken ohnehin besser als die großen von Stabtomaten.
Jetzt müssen wir nach den kalten Frosttagen nur noch auf weitere Tage wie diesen heute hoffen, damit die kleinen Pflänzchen bald groß werden.

Noch wirken die Töpfe etwas überdimensioniert, aber das wird sich hoffentlich bald ändern, wenn die Pflänzchen kräftiger werden.

Samstag, 6. Mai 2017

Zum Anbeißen schön

Ist es nicht schön, das frische, zarte Lärchengrün!?
Die jungen, zarten Lärchenblätter sind zum Anbeißen schön. So hellgrün, zart und saftig müssen sie sich nicht hinter dem frühlingsfrischen Laub der Birken und Buchen verstecken.
Blätter? Sind das nicht Nadeln? Nein, sie sehen nur so aus. Lärchen gehören zwar zur Familie der Kieferngewächse, haben aber keine immergrünen Nadeln, sondern Blätter, und wie Laubbäume werfen diese Koniferen ihre Blätter im Herbst ab und bekommen im Frühling neue. Klar, das weiß doch jedes Kind! Nicht unbedingt, mit zunehmender Naturentfremdung kennen immer weniger Leute die Besonderheiten der verschiedenen Baumarten. Und leider ja nicht alle Kinder das großen Glück, einen Waldkindergarten besuchen zu dürfen.
Ach ja, auch dass der Baum mit "ä" und der gleichnamige Vogel mit "e" geschrieben wird, ist leider auch vielen Erwachsenen nicht mehr geläufig.

Und weil es so schön ist, hier noch eine Nahaufnahme eines Lärchenzweiges.

Mittwoch, 3. Mai 2017

Apfelblüte

Unser "Celler Dickstiel" hat seine ersten Blüten geöffnet.
Der Mai ist der Monat der Blüten. Fast jeden Tag öffnen sich im Garten weitere, und wir sind so froh, dass die Apfelblüten vom späten Frost verschont geblieben sind. Gut, dass sie später blühen als die Kirschen. Deren Blüte sind buchstäblich über Nacht dahingerafft worden, sodass die Kirschernte in diesem Jahr komplett ausfällt. Das lässt sich verschmerzen. Im Herbst keine eigenen Äpfel ernten zu können, wäre für uns schlimmer. Natürlich ist die Nachfrost-Gefahr noch nicht gebannt, aber zumindest für die nächsten acht Tage sieht es, was die nächtliche Tiefsttemperatur betrifft, ganz gut aus. Sofern kein Hagelschauer auf die Blüten niedergeht, dürfte die Apfelblüte kaum noch gefährdet sein.
Aufgrund des vergleichsweise kalten Aprils blüht vieles später als sonst. Die Akeleien zum Beispiel haben immer Anfang Mai geblüht. In diesem Jahr sind die Blüten noch geschlossen, und es wird wohl noch etwa eine Woche dauern, bis sie sich öffnen.

Sonntag, 30. April 2017

Fienes erste Radtour

Mit Sicherheitsgurt: Fiene in ihrem Fahrradkorb.
In wenigen Tagen wird Fiene ein Jahr alt. Höchste Zeit, dass sie das Fahrradfahren lernt. Natürlich kann sie nicht selbst in die Pedale treten (Beine zu kurz), aber auch das Mitfahren im Fahrradkorb will gelernt sein.
Heute war es endlich warm genug, um mit ihr zu einer Radtour zu starten. Wir fuhren nach Wienhausen bei Celle, denn Marion hatte zwei Freikarten für das Gartenfestival, das dort an diesem langen Wochenende stattfindet. Allerdings war uns dort zu viel Gedränge, sodass wir nach einem Rundgang das Festivalgelände schnell wieder verließen, allerdings nicht ohne zuvor an zwei Bio-Ständen drei kleine Pflänzchen gekauft zu haben - ein kleines Mitbringsel für den Garten. Da die vielen Menschen auch Stress für Fiene bedeuteten, trug ich sie während des Rundgangs auf dem Arm.
Im nahe gelegenen Klosterpark war dagegen kaum etwas los, und so machten wir dort noch einen schönen Spaziergang, bevor wir uns wieder auf die Räder schwangen.
Auf dem Rückweg mussten wir gegen heftige Windböen antreten, und wir waren froh, dass wir für die 70-Kilometer-Tour Pedelecs gewählt hatten. Mit Unterstützung durch den Elektromotor war es nicht gar so anstrengend. Unterwegs machten wir, wie auch schon auf der Hintour, eine kleine Pause, damit das kleine Jack-Russell-Terrier-Mädchen etwas Bewegung bekam.
Zuhause bekam Fiene dann ein dickes Lob von uns ("Das hast Du ganz toll gemacht!") und eine extragroße Portion zum Abendessen, denn Radfahren macht hungrig.

Freitag, 28. April 2017

Lieber mit Löwenzahn

Kaum zu glauben, dass manche Leute den Löwenzahn in ihrem Rasen bekämpfen.
Eine gepflegte und akkurat geschnittene Rasenfläche hat durchaus ihren Reiz, aber lieber als diese sattgrünen Monokulturen mag ich doch Wiesen, in denen Löwenzahn und Gänseblümchen blühen und allerlei Kräuter zu entdecken sind. Und es bricht mir fast das Herz, wenn ich sehe, wie Leute, stoisch auf ihrem Rasentraktor sitzend, über die Blumen hinweg fahren und dabei sämtliche Blüten abrasieren.

Jede Löwenzahnblüte ist doch wie eine kleine Sonne im Garten.

Dienstag, 25. April 2017

Hin- und hergerissen

Einer der Falken, die unter dem Dach der Scheune im Hintergrund nisten, hat Beute gemacht.
Wenn ich so etwas beobachte wie heute, bin ich immer hin- und hergerissen zwischen Faszination und Ekel: Einer der beiden Falken, die – wie in jedem Frühjahr - ihr Nest unterm Dach von Nachbars Scheune bezogen haben, sitzt auf dem Schuppendach nebenan und zerrupft seine Beute – einen kleinen Vogel. Ja, so grausam geht es zu in der Natur, und Raubtiere müssen nun einmal Beute machen, um zu überleben und ihren frisch geschlüpften Nachwuchs vor dem Hungertod zu bewahren.
Trotzdem tut es mir leid, wenn die Singvögel, die wir mit unserem ganzjährig bestückten Futterhaus in unseren Garten locken, den Falken zum Opfer fallen. Sollen wir das Füttern vielleicht lieber lassen, damit die Singvögel wegbleiben? Nein, dann würden nicht nur viele Singvögel verhungern, sondern auch die Falken hätten weniger zu fressen. Wir werden also den Singvögeln weiterhin Futter anbieten und hoffen, dass die Singvogel-Population dadurch so groß und stark wird, dass sie einige Verluste durch die Falken verkraften können.
Wir Menschen richten ja sowieso mehr Schaden an als alle Raubtiere zusammen. Raubtiere jagen und töten, um zu überleben, und sie machen nicht mehr Beute, als sie zum Überleben benötigen. Das war einst auch bei den Menschen so üblich. Doch heutzutage werden Tiere aus Habgier getötet. Das fängt beim Wettangeln an und endet in den Tierfabriken, die der industriellen Fleischproduktion dienen. So gesehen ist der (Fleisch fressende) Mensch das schlimmste aller Raubtiere und sollte sich deshalb kein Urteil über das Jagdverhalten der Falken erlauben. Und auch ich werde mich, obwohl ich Veganerin bin, zurückhalten und mich aufs Beobachten und Fotografieren dieser Greifvögel beschränken.

Eine blutige Angelegenheit, aber im Gegensatz zu uns Menschen hat der Greifvogel keine Wahl bei der Zusammenstellung seines Speiseplans.

Montag, 24. April 2017

Alles andere als langweilig

Der Himmel verheißt nichts Gutes, sorgt aber für starke Kontraste und reizvolle Bilder.
Für Meteorologen gibt es nichts Langweiligeres als stabile Hochdrucklagen mit Sonne satt und strahlend blauem Himmel. Wir können das gut nachvollziehen, und deshalb schimpfen wir auch nicht über das ach so schlimme Aprilwetter, sondern genießen sogar ein bisschen den ständigen Wetterwechsel, der ja auch durchaus etwas Spannendes hat. Und aus fotografischer Sicht ist das Aprilwetter allemal attraktiver als die typische Himmelskulisse für die Schönwetterfotografie.
Bei unserer gestrigen Tour mit den Hunden erlebten wir wunderbar dramatische Szenen mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten, dank derer die Farben des Frühlings noch intensiver leuchteten.
Wir wanderten knapp zwölfeinhalb Kilometer durch eine nahezu menschenleere Landschaft mit weiten, unverbauten Ausblicken. Die meisten der dicken, schwarzen Regenwolken zogen über uns hinweg, ohne sich zu entleeren. Nur eine einzigen kurzen Schauer bekamen wir in den zwei Stunden ab, und das war weniger, als wir erwartet oder, besser gesagt, befürchtet hatten. Wegen des kalten Windes behielten wir zwar die meiste Zeit unsere Kapuzen auf, aber sobald zwischendurch wieder einmal die Sonne herauskam, wurde es richtig warm, und wir streiften die Kapuzen vom Kopf und öffneten unsere Parkas.
Ja, man muss sich bei diesem Wetter vielleicht ein wenig überwinden, aber es lohnt sich doch, für mehr als nur für einen Augenblick nach draußen zu gehen. Schon allein wegen der wunderbar klaren und frischen Luft, die sich so anfühlt, als würde sie direkt vom Meer kommen.

Nur ein paar Sekunden nach der Aufnahme oben entstand dieses Bild, vom selben Standpunkt aus, nur in eine andere Himmelsrichtung fotografiert. Über den blühenden Pflaumenbäumen am Bach ist tatsächlich reichlich blauer Himmel zu sehen, aber die nächsten Wolken sind im Anmarsch. 

Mittwoch, 19. April 2017

Verpackungskunst im Vorgarten

Nicht schön, aber hoffentlich wirkungsvoll: In Frostschutzvlies eingepackte Pflanzen.
MARION KORTH / Text // INKA LYKKA KORTH / Fotos
Ich komme mir vor wie Verpackungskünstler Christo. Nur, dass ich mir nicht das Brandenburger Tor, sondern unseren Garten vorgenommen habe. Minus vier Grad soll es heute Nacht geben, zu kalt für all die vielen Bäume und Sträucher, die wir gerade erst gepflanzt haben und die jetzt ihre ersten Blätter bekommen. Vom Landhandel habe ich heute Schutzvlies von der Rolle mitgenommen, 50 Meter, besser als nichts, und – das ist das Wichtigste – es soll Nachtfröste abhalten.
Gar nicht so einfach, 20 Meter Hainbuchenhecke damit einzupacken, der Wind macht mein Werk immer wieder zunichte, bis ich das Vlies mit Wäscheklammern befestigt, mit Holzlatten an den Enden beschwert, alle kleinen Äste darunter versteckt habe.
Für die Obstbäume bastele ich kleine Hauben, mangels anderer Schnur mit Geschenkband oben und unten verschnürt, sieht lustig aus. Dann verschwindet der Beetstreifen am Haus mit den neu gepflanzten Rosen unter der weißen, hauchdünnen Decke, den Rosenstöcken etwas weiter stülpe ich Eimer über den Kopf, schleppe Töpfe mit Rosmarin, Kamelien und noch nicht gepflanzten Beerensträuchern herein. In der Diele sieht es jetzt aus wie in einer Gärtnerei. Ein paar kleineren Pflänzchen setze ich noch schnell Zeitungspapierhauben auf, auch die Rosen an ihrem metallenen Bogen bekommt noch etwas wärmenden Lesestoff verpasst.
Über den blühenden Pflaumen und Kirschen funkeln Sterne am schwarzen Nachthimmel, sie müssen ohne Hilfe diese bitterkalte Nacht überstehen. Ob das Vlies den Frost genug abhalten kann, weiß ich nicht, aber wenigstens habe ich es versucht.

Verpackungskunst im Vorgarten à la Christo.

Dienstag, 18. April 2017

Das Beständige ist das Unbeständige

In Zeiten des Klimawandels ist es irgendwie auch beruhigend, dass wenigstens auf den April noch Verlass ist. Der April macht, was er will, hieß es schon, als wir Kinder waren. Und daran hat sich (zum Glück!) bis heute nichts geändert. Das Beständige ist das Unbeständige. Sonne, Wolken, Regen, Hagel, Gewitter und sogar ein bisschen Schnee und dazu reichlich Wind haben wir in den ersten 18 Tagen dieses Monats schon erlebt. Und jetzt soll auch noch Frost kommen, und wir sorgen uns um die Blüten unserer Obstbäume und all die Pflanzen, die gerade erst aus ihrer Winterstarre erwacht sind, aber jetzt schon wieder von der Kälte heimgesucht werden. So gesehen wäre es vielleicht doch besser, wenn der April nicht so hartnäckig dem Klimawandel trotzen würde ...

Nach einem kühlen, trüben Apriltag gab es heute einen durchaus dramatischen Sonnenuntergang mit schwarzen
Wolken vor blauem Himmel.

Samstag, 15. April 2017

Familienglück

Papa Linus (links) und Mama Minou mit den beiden Ziegenkindern.
Unser schönstes Ostergeschenk sind die zwei Ziegenlämmer, die Minou vor zwei Wochen zur Welt gebracht hat und die jetzt schon mit ihr und Papa Linus zusammen auf der Weide herumspringen. Stundenlang könnten wir ihnen dabei zuschauen, wie die Minis zirkusreif beim Brennholz auf den noch nicht gespaltenen Baumscheiben balancieren und sich gegenseitig zum Spielen herausfordern.

Jeden Tag werden die Lämmer größer und kräftiger,

Freitag, 14. April 2017

Vom Sauerklee zum Rhabarberkuchen

Die Blüten des Waldsauerklees sind von violetten Äderchen durchzogen.
Während wir heute mit den Hunden auf Waldwegen wanderten, die mit weißen Blütenteppichen gesäumt waren, wartete zu Hause frischgebackener Rhabarberkuchen auf uns. Kurioserweise gibt es etwas, was beide verbindet: Sowohl der Rhabarber als auch der Waldsauerklee, der die kleinen, weißen Blüten hervorbringt, enthält Oxalsäure, und das kann man auch schmecken.
Die kleeartig gefiederten Blätter des Waldsauerklees (Oxalis acetosella) schmecken tatsächlich ähnlich säuerlich wie die roten Blattstiele des Rhabarbers (Rheum rhabarbarum). Für Kuchen würden wir sie zwar nicht verwenden, aber für Salate oder grüne Smoothies lassen sie sich durchaus verwenden. Man müsste schon sehr große Mengen verzehren, um sich mit der enthaltenden Oxalsäure zu vergiften.

Waldsauerklee besiedelt auch gerne die Moospolster, die sich auf Baumstümpfen gebildet haben.

Sonntag, 9. April 2017

Die Schlehen blühen

Auf unserer Radtour kamen wir heute an vielen blühenden Schlehenhecken vorbei.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen? Nein, heute machten wir es genau umgekehrt. Nach dem Frühstück starteten wir zu einer kleinen Radtour, und den Nachmittag – nach einer Kaffeepause mit selbstgebackenem Rhabarberkuchen – nutzten wir zum Arbeiten auf dem Hof und im Garten. Für die Radtour wählten wir überwiegend kleine Nebenstraßen (asphaltierte Wirtschaftswege), um unterwegs möglichst wenigen Auto zu begegnen. Viele dieser Straßen sind gesäumt mit Wildgehölzhecken, in denen jetzt wunderschön die Schlehen blühen.

Über die Blüten freuten nicht nur wir uns, sondern auch die Bienen.

Donnerstag, 6. April 2017

Blütenweiß

Exotische Schönheit im Vorgarten: Die Sternmagnolie hat ihre weißen Blüten entfaltet.
Bei uns im Garten hat der Frühling gerade seine weiße Phase. Im Vorgarten unter der großen Kastanie  blühen die Krokusse Miss Vain und die Sternmagnolie um die Wette, und weiter hinten im Garten bei den Obstbäumen zeigen sich die kleinen Blüten der Mirabelle. Nur die Kastanienblüte lässt noch auf sich warten.
Wir lieben die weißen Blüten. Sie sind wirken so zart, rein und edel. Nicht umsonst gilt das Blütenweiß als der Inbegriff der Reinheit.

Die Mirabelle hat schon eine Wildbiene angelockt.
Wie kleine Spiegeleier mit einem gelben Farbklecks in der Mitte: Krokusse der Sorte Miss Vain.

Freitag, 31. März 2017

Jetzt kommt der Frühling in Fahrt!

Die Rosen hatten es besonders eilig. Ihre Blätter sind schon voll entfaltet.
Alle Jahre wieder, und doch immer aufs Neue faszinierend: Wenn sich an Bäumen und Büschen die Blattknospen öffnen und sich das erste, zarte Grün zeigt, kommt der Frühling so richtig in Fahrt. Fast scheint es so, als hätte die Natur durch die Sonne eine Art Initialzündung bekommen. Nun wird es von Tag zu Tag grüner, und mit den Blüten kommen weitere Frühlingsfarben hinzu.

Wann werden sich die Blattknospen der Kastanie öffnen? Vielleicht schon morgen ...
Auch der Ahorn wird in den nächsten Tagen seine Blätter entfalten.

Dienstag, 28. März 2017

Biber-Safari wird zur Nutria-Safari

Schwimmt da ein Biber in der Aller? Nein, am Schwanz lässt sich erkennen, dass es sich in diesem Fall um ein Exemplar der Gattung Myocastor (Nutria) handelt.
Hier lässt sich gut erkennen, dass dieses Nagetier keine bibertypische nackte "Ruderkelle", sondern einen ganzen normalen, behaarten Schwanz hat.
Am Wochenende hatten uns Freunde zu einer Biber-Safari am Oberlauf der Aller eingeladen. Bei schönstem Frühlingswetter wanderten wir am Ufer des sich durch grüne Wiesen schlängelnden Flusses entlang, der im Westen der Magdeburger Börde zwischen Oschersleben und Helmstedt entspringt und nach 260 Flusskilometern bei Verden in die Weser mündet. Wir sahen eine Biberburg, zwei Biberdämme von beeindruckender Größe und etliche von Bibern angenagte und gefällte Bäume, aber keinen einzigen Biber. Enttäuscht waren wir dennoch nicht, denn zum einen hatten wir doch auch nicht ernsthaft damit gerechnet, eines dieser scheuen Nagetiere zu entdecken, und zum anderen konnten wir auf der Tour aus nächster Nähe ein halbes Dutzend Nutrias beobachten, und die sehen ja den Bibern fast zum Verwechseln ähnlich, haben nur nicht den charakteristischen nackten, flossenartigen Schwanz (Kelle genannt), sondern eine "normale" behaarte Schnur.
Aufgrund der Ähnlichkeit werden die Nutrias auch Biberratten oder seltener Sumpfbiber oder Schweifbiber genannt. Und auch im zoologischen Namen Myocastor coypus steckt ein bisschen Biber (Castor).

Hier sieht man die nutriatypischen orangefarbenen  Nagezähne blitzen. Die Orangefärbung wird durch Eisenablagerungen hervorgerufen.
Im Gegensatz zu den Bibern sind die Nutrias überhaupt nicht scheu. Sie haben noch nicht einmal Angst vor (angeleinten) Hunden. Unterwegs trafen wir einen älteren Mann, der uns erzählte, dass einige Nutrias ihm sogar aus der Hand fressen. Er füttere sie zuweilen mit Äpfeln und Möhren, sagte er. Das sei auch gar nicht verwerflich, denn die Nutrias seien ja gar keine echten Wildtiere, sondern die Nachkommen von Nutrias aus Pelztierfarmen in der ehemaligen DDR. Nach der Wende sei die Pelztierzucht aufgegeben worden, und man habe damals die Tiere einfach freigelassen, und so seien sie mit den Jahren immer weiter nach Westen gewandert.

Hier kommt die Meerschweinchenverwandtschaft besonders gut zur Geltung.
Tatsächlich wurden in der DDR im großen Stil Nutrias gehalten, und zwar nicht nur als Pelzlieferanten, sondern auch, weil ihr Fleisch durchaus zart und wohlschmeckend sein soll. Bei Wikipedia fanden wir den Hinweis auf ein Fachbuch für Pelztierzüchter der DDR aus dem Jahr 1953, in dem die Verarbeitung der Nutrias zu Rouladen, Mettwurst und Räucherfleisch beschrieben wurde. Und in den Gefängnissen der DDR soll regelmäßig Nutria mit Pellkartoffeln auf der Speisekarte gestanden haben.

Als Veganerinnen lehnen wir es selbstverständlich ab, diesen possierlichen Tierchen, die uns wie Riesenmeerschweinchen vorkamen (und in der Zoologie tatsächlich auch zu den Meerschweinchenverwandten gezählt werden), auch nur ein Haar zu krümmen. Im Gegensatz zu den Bisamratten, die die Uferböschungen unterhöhlen, richten Nutrias offenbar auch kaum Schaden an. Gleichwohl ist die ursprünglich aus Südamerika stammende Tierart hierzulande nicht unbedingt gern gesehen. So stehen die Nutrias auf der EU-Liste der invasiven, gebietsfremden Arten, und ihre weitere Einfuhr und Zucht ist verboten.

Dienstag, 21. März 2017

Wo kommt der denn her?

Direkt unter der Gartenpforte ist über Nacht ein kleiner Berg gewachsen.
Als ich heute die Post hereinholte, was sah ich da direkt unter der Gartenpforte? Einen Maulwurfshaufen. Wie ist denn der dahingelangt? Unter der Pforte liegen doch Betonplatten. Ich untersuchte den kleinen Erdhügel und erstellte erstaunt fest: Der ganze Sand ist durch die schmale Fuge zwischen dem Trittstein aus Granit und der Gehwegplatte ans Tageslicht gekommen. Erstaunlich, was für eine Kraft die Maulwürfe doch haben, dass es ihnen gelingt, so viel Sand durch eine schmale Fuge zu pressen!
Schade nur, dass der Maulwurf erst jetzt an der Stelle aktiv geworden ist. Im Winter hätte ich den Auswurf gut gebrauchen können – als Streusand.

Dienstag, 14. März 2017

Nette Idee: Bio-Balkon-Kongress im Internet

Immer mehr Konferenzen und Meetings, zu denen die Teilnehmer früher anreisen musten, werden ins Internet verlagert. Das ist nicht nur praktisch und kostensparend, sondern schont auch die Umwelt. Vom kommenden Freitag an lockt gleich ein ganzer Kongress mit 18 Experten vor den Bildschirm. Bio-Balkon-Kongress nennt sich diese Online-Tagung, die vom 17. bis 24 März Basis- und Fachwissen zu dem Themenkomplex Stadt-Natur-Gesundheit vermitteln will und dafür insgesamt 14 Stunden Videomaterial bietet.
Was können die Teilnehmer dieses Kongresses lernen?
Zum Beispiel wie wir gesunde Nahrungsmittel in Bio-Qualität kostengünstig und ganzjährig anbauen können – auch ohne Garten. Wie wir uns regional und saisonal mit Kräutern, Obst, Gemüse, Sprossen selbst versorgen können – unabhängig vom Supermarkt. Wie wir die Natur und gesunde Ernährung in unseren Alltag integrieren können, so dass wir gesünder, freier und glücklicher werden. Wie wir Achtsamkeit, Entschleunigung, Entspannung und Genuss in unser Umfeld integrieren können und wie wir unsere Gesundheit auf natürlichem Weg selbst wiederherstellen können, so dass wir energievoller, ausgeglichener und vitaler werden.
Die Videos werden dem Programmablauf entsprechend nach und nach freigeschaltet und können dann 24 Stunden gratis angeschaut werden. Bis jetzt haben sich schon fast 1700 Interessierte angemeldet. Veranstalterin ist die Bio-Balkon-Berlinerin Birgit Schattling.
Unter den Experten sind zum Beispiel der aus etlichen TV-Talkshows bekannte Ornithologe Prof. Dr. Peter Berthold und unser guter Bekannter aus Braunschweig, Burkhard Bohne, der im Hauptberuf den Arzneipflanzengarten der Technischen Universität Braunschweig leitet und in seiner Freizeit Bücher über das Kräutergärtnern schreibt


Sonntag, 12. März 2017

Flauschige Kätzchen

Die Weidenkätzchen verraten uns auch ohne einen Blick in den Kalender: Demnächst beginnt der Frühling. 
Die Schneeglöckchen und Krokusse haben wir hier schon willkommen geheißen. Heute sind die Weidenkätzchen an der Reihe. Auch sie gelten als Symbole des nahenden Frühlings.
Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grüner Seide
wie aus grauern Samt!
Oh, ihr Silberkätzchen,
sagt mir doch
ihr Schätzchen
sagt, woher ihr stammt!
Ebenso wie einst schon der Dichter Christian Morgenstern (1871-1914), von dem die zitierten Verse stammen, freuen auch wir uns jedes Jahr aufs Neue über die kleinen, pelzigen Frühlingsboten, die vor dem Laubaustrieb erscheinen. Aber die Blütenstände sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch eine erste wichtige Nahrungsquelle nach dem Winter für die Bienen. Deshalb sind sie geschützt. Mit Kätzchen besetzte Weidenzweige dürfen also nicht gepflückt werden.

Mittwoch, 8. März 2017

Viel los am Wegesrand

Hier eine Herde Schafe, dort ein Trupp Kraniche. Zurzeit scheint richtig viel los zu sein bei uns in der dünn besiedelten südlichen Lüneburger Heide. Solche Bilder konnten wir in den vergangenen Tagen gleich mehrfach aufnehmen:

Wer das Bild vergrößert betrachtet, wird feststellen: Auch das sprichwörtliche schwarze Schaf fehlt in dieser
Herde nicht.
Die Kraniche rasten auf ihrem Zug nach Norden bevorzugt auf abgeernteten Maisfeldern, wo die noch etliche
Körner finden können.

Sonntag, 5. März 2017

Frühlingsboten

Die ersten Farbtupfer dieses Frühlings am Wegesrand.
Auf unserer Sonntagstour mit den Hunden entdeckten wir heute am Wegesrand die ersten Frühlingsboten: Botanische Krokusse setzten kleine Farbtupfer in zartem Lila.
Sind nicht alle Krokusse botanisch? Ja, aber als botanische Krokusse werden die Wildarten bezeichnet – in Abgrenzung zu den Gartenkrokussen. Wild wachsend kommen Krokusse bei uns in Norddeutschland allerdings nicht vor. Es handelt sich in der Regel um verwilderte Pflanzen, deren Vorfahren einst in Gärten oder Parks standen.
Botanische Krokusse sind kleiner als Gartenkrokusse, blühen dafür aber früher – bei uns zeitlgleich mit den Schneeglöckchen.

Samstag, 4. März 2017

"Unsichtbarer" Sichtschutz

VON CALLUNA-AUTORIN MARION KORTH
Eine Hainbuchenhecke soll künftig unseren Vorgarten von der Straße abschirmen. 
Das Bündel ist nicht sehr groß, lässt sich mit zwei Händen locker umfassen: 35 Hainbuchen, keine Containerware, sondern "wurzelnackt". So ohne Erdballen und ohne Laub an den kleinen Ästen sehen sie noch eher mickrig aus, aber das wird, da bin ich zuversichtlich.
So klein das Bündel auch sein mag, so ist es doch richtige Arbeit, 35 Einzelpflanzen in die Erde zu bekommen. Und das dort, wo noch vor ein paar Wochen unsere Riesenfichten ihre Wurzeln ausgestreckt haben.
Als Starthilfe bekommt jede Heckenpflanze 
eine Schippe beste Humuserde. 
Wir nehmen die Spitzhacke zu Hilfe, um die noch verbliebenen Wurzeln herauszubekommen, damit wir überhaupt Pflanzlöcher graben können. Während ich damit beschäftigt bin, schleppt Inka schon Gießkannen mit Wasser und insgesamt drei volle Schubkarren mit feinster Humuserde aus eigener Kompostierung heran. Mit dieser Starthilfe, so hoffen wir, werden sich die Pflänzchen gut entwickeln und vor allem schnell an Höhe gewinnen Der jetzt freie Blick auf die am Haus vorbeisausenden Autos und die beiden Häuser gegenüber ist für uns ungewohnt – und stört uns eher. Außerdem haben wir uns immer eine solche Hainbuchenhecke gewünscht, die mit den Jahren immer schöner und dichter wird und ein prima Versteck für Vögel ist. Selbst im Herbst und Winter noch, weil sie ihr dann schon braunes Laub noch lange festhält.
Die Hecke, außerdem zwei Haselnussbüsche und eine kleine Pflaume sind fast so eine Art private "Ersatzpflanzung", so wie man sie von öffentlichen Straßenbaumaßnahmen und ähnlichem kennt. Ersatzpflanzung für uns und unsere Vögel und Eichhörnchen, die die Fichten  gemocht hatten und denen es egal war, ob sie so dicht am Haus gut stehen oder nicht.
Dass das Wetter morgen schon wieder eher kalt und regnerisch werden soll, stört uns gar nicht. So haben die kleinen Pflänzchen ein bisschen mehr Zeit und Wasser von oben, um sich erst einmal einzugewöhnen. Bislang ist unser lebendiger Sichtschutz nämlich noch ziemlich unsichtbar ...

Mittwoch, 1. März 2017

Eng umschlungen

Jetzt im Winter kaufen wir etwa alle zwei Wochen einen neuen 25-Kilo-Sack Futtermöhren. Über die Möhren freuen sich die Pferde ebenso wie die Schafe und Ziegen.
Während im Supermarkt für ein Kilo Möhren etwa ein Euro verlangt wird, kosten 25 Futtermöhren lediglich fünf Euro. Die Qualität ist aber nicht schlechter als die der Möhren im Supermarkt. Es handelt sich um "ganz normale" Möhren und nicht etwa um speziell als Tierfutter angebaute Möhren.
Futtermöhren sind Möhren, die gewissermaßen durchs Raster gefallen sind – aussortiert, weil sie in Größe und Form nicht dem strengen EU-Standard entsprechen. Überwiegend handelt es sich um Möhren, die einfach nur zu groß geraten sind. Zuweilen entdecken wir in einem Sack aber auch so erstaunliche Kuriositäten wie diese beiden eng umschlungen Möhren:

Hier hat sich die Natur künstlerisch betätigt und eine bemerkenswerte Skulptur geschaffen.

Sie sind sind korkenzieherartig ineinander verdreht und lassen sich nur trennen, indem wir sie zerbrechen.

Dienstag, 28. Februar 2017

mit Astschere und Geduld

 Jeder einzelne Schnitt will gut überlegt sein.
VON CALLUNA-AUTORIN MARION KORTH
Richtig warm ist es draußen, sogar die Sonne lässt sich sehen. Auch die nächsten Tage soll es eher mild bleiben, bevor es so richtig Frühling wird und sich die Aufgaben in Haus und Hof stapeln, ist es gut, schon einiges erledigt zu haben. Wie den alljährlichen Obstbaumschnitt.

Bevor alle Apfelbäume beschnitten sind, ist die
Sonne hinter einer Wolkenwand verschwunden
Wie geht es dem Apfel Jakob Lebel, der sich vor zwei Jahren "übertragen" hat, sodass viele Äste wie bei einer Trauerweide herunterhingen? Im vergangenen Jahr habe ich ihm notgedrungen einen Radikalschnitt verpasst. Das Ziel: Wieder neues Triebwachstum zu erzeugen und Äste aufzubauen, die tendenziell nach oben wachsen und stabil genug sind, in den nächsten Jahren wieder Äpfel zu tragen.
Die Schnittmaßnahme hat gefruchtet, neue Triebe sind fast überall an den Stellen gewachsen, wo ich es mir gewünscht habe. Nun also auswählen, was stehenbleiben darf und was besser nicht. Manchmal ist das gar nicht so einfach zu entscheiden, zum Beispiel, wenn sich an einer Stelle zwei Lösungen anbieten. Da hilft nur, das eine oder andere Mal um den ganzen Baum zu kreisen, seine Wuchsform aus verschiedenen Richtungen zu betrachten, um dann – hoffentlich – das Richtige zu tun.
Zum Glück sind Obstbäume kaum nachtragend, nur man selbst braucht Geduld, um einen komplett verschnittenen Pflegling wieder in Form zu bringen. Die Sauerkirsche, die woanders im Weg stand, und in arg gerupftem Zustand zu uns kam, hat mehrere Jahre gebraucht, aber so langsam sieht sie wie ein richtig schöner Baum aus.
Irgendwann merke ich, dass die Sonne verschwunden ist, mir ist kalt. Die Arbeit ist fast getan, nur die beiden "Riesen" im Obstbaumgarten haben noch eine Schonfrist – ihnen ist mit der Zwei-Meter-Klappleiter nicht mehr beizukommen ...

Montag, 27. Februar 2017

Auf der Durchreise

Wenn die Kraniche gen Norden ziehen, kann der Frühling nicht mehr weit sein. Und tatsächlich beginnt er ja schon übermorgen, zumindest meteorologisch. Es ist zurzeit bei uns in der Gegend kaum möglich, einen kleinen Spaziergang zu machen, ohne dabei mindestens zwei Kraniche zu sehen. Und bevor man sie sieht, hört man sie, denn sie machen ja durch laute Rufe auf sich aufmerksam. Besonders eindrucksvoll ist es, wenn ein ganzer Trupp auf einem Feld landet, um hier für ein oder zwei Tage zu rasten. Dann hören wir die Rufe der Vögel sogar bei geschlossenen Fenstern im Haus.
Nicht alle Kraniche sind auf der Durchreise. Seitdem die Winter milder geworden sind, bleiben immer mehr von ihnen hier, brüten am Rand der Moore und ziehen hier ihren Nachwuchs groß.

Ein Trupp Kraniche hat sich einen Streifen Ackerland am Waldrand als Rastplatz ausgesucht.


Samstag, 25. Februar 2017

Schneeglöckchen im Innenhof

Die Chancen, dass die Schneeglöckchen ihrem Namen alle Ehre machen, stehen in diesem Winter gar nicht so schlecht.
Die weißen Blütenköpfe haben sich
noch nicht geöffnet, aber schön
sehen sie dennoch schon aus.
Hätte ich besser aufgepasst, hätte ich sie gestern tatsächlich im Schnee fotografieren können: die Schneeglöckchen in unserem Innenhof. Aber es hat ja auch kaum zwei Stunden gedauert, bis der frisch gefallene Schnee schon wieder weggetaut war. Egal, auch ohne Schnee sind sie wunderschön, und wer weiß, der Winter ist schließlich noch nicht vorbei.
Es freut mich, dass sich die Schneeglöckchen, die übrigens zur Familie der Amaryllisgewächse innerhalb der Ordnung der Spargelartigen (Asparagales) gehören, von Jahr zu Jahr vermehren und die blütenweißen Flecke im Innenhof somit immer größer werden.